666 Park Avenue

Jane (Rachael Taylor) und Henry (Dave Annable) sind so ein typisches Wir-wollen-es-against-all-odds-in-New-York-schaffen-Pärchen. Ihren Träumen von einem guten Leben scheinen sie ein Stück näher zu kommen, als sie im Drake-Wohnhaus der Dorans (Vanessa Williams und Terry O’Quinn) als Hausmeister anheuern, schicke Wohnung und direkten Draht zum reichen Vermieterpaar inklusive. Doch schon die Exposition der neuen ABC-Serie „666 Park Avenue“ (die in der Park Avenue Nummer 999 spielt, soll wohl charmant-clever sein) macht klar: Hier geht es nicht mit rechten Dingen zu.

„666 Park Avenue“ wirkt auf mich in der Pilotepisode wie so eine Art harmloseres „American Horror Story“ fürs Network-Fernsehen, und letzteres ist gar nicht negativ gemeint. Heißt halt nur, dass der Horror aus Ryan Murphys Mini Series ein paar Nuancen krasser ist.

Die Serie beginnt temporeich und stellt uns gleich einen ganzen Schwung Bewohner des 13-stöckigen Gebäudes vor, die alle ihre Geheimnisse zu haben scheinen. Einen Schriftsteller, der einer schönen Nachbarin zu erliegen droht. Eine Diebin mit Vorliebe für Schmuckstücke. Den Concierge, der wirkt, als wüsste er, was in diesem Haus vor sich geht. Ich zähle darauf, dass die Handlungsstränge noch mehr verwoben werden in den kommenden Folgen, finde es aber für den Anfang sehr reizvoll, dass es erst einmal ein wenig fragmentiert wirkt. Das verstärkt das schaurige Gefühl in Momenten, wenn Jane dem Geheimnis des Hauses auf den Grund zu gehen versucht oder die tote Ehefrau des Nachbarn auf einmal wieder zum Leben erwacht.

Auch nicht unwichtig: eine sympathische Besetzung mit allerlei ABC-Gesichtern von Rachael Taylor („Grey’s Anatomy“) bis Dave Annable („Brothers & Sisters“), was der „666 Park Avenue“ einen Feel-Good-Grundton gibt – gleichzeitig aber mit Terry O’Quinn, dem John Locke/Man in Black aus „Lost“, eine Intensität auf anderer Ebene. O’Quinns Figur, Gavin Doran, scheint der Schlüssel eines Mysteriums zu sein, das diese Adresse umwebt. Ist er der Seelen stehlende Teufel, ein Handlanger eines verfluchten Hauses, Teil eines uralten Kults? Serien-Schöpfer und -Hauptautor David Wilcox hinterlässt auf alles hier und da mal Hinweise.

Gerade deswegen funktioniert der Pilot so gut. Selbst in den ruhigen Minuten wollte mein Puls nicht wieder ganz runtergehen. Das mag allerdings auch daran liegen, dass ich ein Weichei bin und meine „Horror“-Karriere bei „Scream 3“ aufgehört hat…

Mein erster Eindruck also: ein sehr guter. Mysteriös, schön besetzt, stellenweise ganz schön düster und sexy für eine Network-Serie. Ich schaue auf jeden Fall weiter!

→ „666 Park Avenue“ bei TV Rage und in der Wikipedia
Trailer

Ein Gedanke zu “666 Park Avenue

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