A Gifted Man

A Gifted ManIn „A Gifted Man“ geht es um einen Neurochirurgen, der beginnt, den Geist seiner Ex-Frau zu sehen. So ghostwhisperer, so gut. Was tut ein rationaler Wissenschaftler als erstes, wenn er mit einem übernatürlichen Phänomen konfrontiert wird? Er googlet. (Klar, ’ne?) Schizophrenie, ein Hirntumor lauten die möglichen Ursachen seiner vermeintlichen Halluzinationen, die Michael Holt (Patrick Wilson) jedoch allesamt rasch verwirft. Dennoch möchte er den Geist von Anna (Jennifer Ehle), so sehr er sich auch anfangs über ihre plötzliche Gesellschaft freut, eigentlich nur loswerden. Schließlich erinnert sie ihn an ein Leben, das er hinter sich gelassen hat, und passt nicht zu seinem äußerst erfolgreichen neuen Über-Doktor-Ich. Am Ende ist es genau diese Erinnerung an die Vergangenheit und den Mann, der Michael mal gewesen sein muss, die ihn davon abhält, Anna durch (nehme ich mal an) eine leuchtende weiße Tür ins endgültige Jenseits zu befördern.

Das neue CBS-Drama ist ein schwieriger Fall. In der Pilotepisode lernen wir einen von Erfolg und Geld getriebenen Mann, der kaum persönliche Beziehungen hat und durch den Geist seiner gutmütigen und aufopfernden Ex-Frau auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wird. So bittet sie ihn, ihr dabei zu helfen, einige Dinge zu Ende zu bringen, vor allem in der von ihr geleiteten Klinik. Schon in der ersten Folge führt eine solche Gefälligkeit dazu, dass der scheinbar abgehärtete Michael sich öffnet und einer bedürftigen Familie mit gleich zwei schwerkranken Kindern in seiner Luxusklinik hilft.

Annas Einfluss dürfte die Hauptfigur verändern. Und es ist ziemlich offensichtlich, dass sich hier zudem eine tragische Liebesgeschichte zwischen einem Lebenden und einem Geist anbahnt. Ob das jedoch reicht? Mich persönlich schreckt die Aussichtslosigkeit dieser Prämisse eher ab, um ehrlich zu sein. Die Frage ist, ob das Ich-kann-Geister-sehen-Szenario über die transzendentale Beziehung zur Ex hinausgehen wird. Ich gehe davon aus, dass Michael zum Beispiel schon in Kürze sein im Piloten verstorbener Freund erscheinen wird. Und dass es dann mehr von der unorthodoxen Interaktion mit dem Schamanen Anton Little Creek (Pablo Schreiber) geben wird. Andernfalls gewinnt „A Gifted Man“ höchstens die Jennifer-Love-Hewitt-Gedächtnismedaille, nicht aber besonders viele Zuschauer…

→ Trailer
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