Animal Practice

ABGESETZT
Dr. George Coleman (Justin Kirk) mag seine Patienten und geht für sie durchs Feuer – nur ihre Besitzer kann er in den meisten Fällen, will er sie nicht gerade ins Bett bekommen, nicht ausstehen. „Animal Practice“ beginnt mit der Ankunft von Dorothy (JoAnna Garcia Swisher), deren Großmutter ihr das Tierkrankenhaus hinterlassen hat, in dem George der große Macker ist. Die beiden waren mal zusammen, die Trennung war unschön, danach wurde er zum Womanizer, und nun soll sie die Klinik leiten, der er die letzten zehn Jahre seines Lebens gewidmet hat. Und so kommen sich die beiden in der Pilotepisode wieder näher, rein professionell natürlich.

Justin Kirk ist so mit seiner Rolle des Andy Botwin („Weeds“) verschmolzen, dass ich geradezu mit mir gerungen habe, ihn in einer anderen Serie überhaupt anzuschauen. Ich hätte es mir ganz ehrlich auch sparen können. Den Aufreißer nehme ich ihm sofort ab. Aber seiner und die anderen Charaktere sind insgesamt zu schwach, die antisoziale Ader des Dr. Coleman hingegen, der für alle Situationen einen Vergleich aus der Tierwelt parat hat, wirkt überzeichnet, die Dialoge sind langweilig. Wenn ein Affe zum Scene stealer wird, sollten sich Serienmacher schon ihre Gedanken machen. Und das ist Kapuziner „Crystal“, bekannt aus „The Hangover 2“ oder als Annies Boobs in „Community“, tatsächlich.

Die Niedliche-Tiere-machen-lustige-Sachen-Strategie funktioniert für dreiminütige YouTube-Clips, aber ob sie dauerhaft in der Lage ist, eine Comedy-Serie zu tragen, halte ich für äußerst fragwürdig. Und das Drumherum ist – bislang jedenfalls – nicht der Rede wert. Ein, zwei Folgen schaue ich mir vielleicht noch an, aber da ich kein sonderlicher Fan von dressierten Tieren bin, wird es das auch gewesen sein, wenn sonst nichts passiert.

Trailer

CyberChimps