Colony

ColonyWill Bowman ist auf dem Weg von Los Angeles nach Santa Monica, als er an einer Grenzkontrolle in eine Bombenexplosion verwickelt wird. Die Grenze existiert, weil beide Städte bei der Invasion durch Außerirdische vor knapp einem Jahr mit Mauern abgeschottet wurden. Und im Zuge jener Invasion ist Wills Sohn Bram von seiner Familie getrennt worden. Seitdem hat sich der ehemalige FBI-Agent Will mit Arbeit in einer Autowerkstatt über Wasser gehalten. Bis jetzt, denn jetzt will er in Santa Monica seinen Sohn suchen – natürlich ein illegales Unterfangen. Die Explosion geht auf das Konto der Resistance, einer Gruppe Untergrundkämpfer, die sich gegen die Besatzung wehrt. Will überlebt, aber wird von den besatzungstreuen Sicherheitsbeamten festgenommen. Bald lernt er den Verwalter von Los Angeles, Alan Snyder, kennen. Snyder macht Will ein Angebot: Wenn er Snyder bei der Suche nach der Resistance unterstützt, dann hilft er ihm bei der Suche nach seinem Sohn. Außerdem öffnet Snyder wieder die Bar von Wills Frau und versorgt sie mit Barinventur, dass es seit dem Beginn der Besatzung nicht mehr gab.
Natürlich nimmt Will den Job an, auch wenn er eigentlich gar nicht so sehr von der Besatzung überzeugt ist. Was Will allerdings nicht weiß: Seine Frau Katie ist noch weniger überzeugt und aktives Mitglied des Widerstands. In Will hat sie jetzt einen direkt Draht zum inneren Geschehen der Besatzungs-Kollaborateure.

Bei »Colony« machen direkt zwei »Lost«-Alumni mit: Die Hauptrolle wird mit stetigem Zweiflerblick gespielt von SawJosh Holloway; die Serie ist ausgedacht und produziert von »Lost«-Showrunner Carlton Cuse.

Neben dem offensichtlichen Gesicht von Ersterem, merkt man die Handschrift von Letzterem deutlich: Die Informationen darüber, was es mit der Besatzung auf sich hat, wer überhaupt hinter allem steckt, was deren Motive sind, wie es außerhalb Los Angeles aussieht, wie man mit den Außerirdischen kommuniziert, was die nächtlichen Leuchtsäulen sind, wie die Invasion aussah, und sowieso!; jedenfalls: Die Informationen werden nur stückchenweise in kleinen Dosen dem Zuschauer gegeben. In bester »Lost«-Manier führt die Enthüllung einer offnen Frage automatisch zu mindestens zwei spannungsgefüllten neuen Fragen. Es gilt die Maxime der drei M: Mystery, Mystery, Mystery. Die Geschichte balanciert haarscharf auf der Spannung-durch-Unwissenheit-Schneide, eben in bester Mittelserien-»Lost«-Manier. Noch gefällt mir das, denn die episodischen Kondensationen des Guerilla-Kriegs, erzählt mit deren Stellvertreterakteure Will und Katie (übrigens »The Walking Dead«s Sarah Wayne Callies), sind spannend genug.

Hoffen wir, dass es so bleibt. Denn die Prämisse ist toll und eine interessante Mischung aus Soft-Sci-Fi-haftem »Was wäre wenn?« mit Fokussierung auf unsere Protagonisten. Deren Schauspieler, also Holloway und Callies, machen ihre Sache solide, scheinen aber einen internen »Wer schaut bedrückter drein«-Contest auf der Mattscheibe auszutragen. Aber vielleicht ist das ja so, wenn wir von den außerirdischen Stirnrunzlern besucht werden. Governor Synder, gespielt von »House«s Peter Jacobson, hat erst in den späteren Folgen etwas mehr Bildschirmzeit. Vermutlich wollten die Autoren den Zuschauern nicht direkt zu Beginn der Show einen allzu offensichtlichen Vergleich geben, was gutes (Jacobson) und was joa-ganz-gut-es (Holloway, Callies) schauspielern ist…

Wie dem auch sei: »Colony« gefällt mir gut. Ein Character-centric Invasions-Science-Fiction mit Augenmerk auf Spionage-Untergrund-Krieg und darauf, welche Mittel man Zweck einsetzen möchte. Dabei eine Parabel mit Anleihen aller Hand voll Unterdrückungen in unserer (jüngeren) Menschheitsgeschichte.
Mir gefällt’s!

→ »Colony« in der US-Wikipedia
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→ Metacritic-Score: 69, Tomatometer: 78 %
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The Expanse

The ExpanseDas Sonnensystem im 23. Jahrhundert. Die Menschheit bewohnt nicht mehr nur die Erde, sondern auch Mond und Mars und den Asteroidengürtel jenseits des Marsorbits. Insbesondere Ceres, das größte Objekt des Gürtels, ist Basis für eine ganze Gruppe von Völkern.
Detective Joe Miller arbeitet auf Ceres und bekommt, als Alternative zum tristen Alltag voller Verhaftungen von Aufständischen, eine neue Aufgabe: Er soll die vermisste Julie Mao finden und zurück zu ihren reichen Eltern bringen. Mao wohnt auf Ceres, aber wurde schon länger nicht mehr gesehen. An andere Stelle im Sonnensystem übernimmt Jim Holden gerade das Kapitänsruder des Eisfrachters »Canterbury«, als sie ein Notsignal des kleinen Schiffs »Scopuli« erreicht. Eigentlich sind sie mit ihrer Eislieferung jetzt schon spät dran, aber das Reglement gebietet, einem in Not geratenen Schiff zu helfen. Holden fliegt mit einer kleinen Crew zur »Scopuli«, die aber verlassen zu sein scheint. Gerade, als sie zurück zur »Canterbury« unterwegs sind, taucht ein getarntes Raumschiff auf und zerstört den Frachter. Ein dritter Geschichtsstrang findet auf der Erde statt, die unter UN-Regierung ist. Hier geht UN-Sekretärin Chrisjen Avasarala einer Verbindung der Gürtel-Organisation OPA mit gestohlener Tarntechnologie auf den Grund, um einen Krieg zwischen Mars und Erde und Gürtel zu verhindern… Die Beziehungen sind angespannt.

»The Expanse« ist eine Verfilmung der gleichnamigen Buchserie des Autorenteams James S. A. Corey. Und es ist harter1, realitätsnaher Science Fiction, mit komplizierten und vielschichtigen Geschichten. Mit anderen Worten: »The Expanse« ist großartig und all das, was man als Science-Fiction-Fan in den letzten Jahren im TV vermisst hat.

In Reviews wird die Serie häufig mit »Firefly« oder »Bablyon 5« verglichen. Das stimmt vielleicht, aber wird »The Expanse« nicht gerecht. Die Show hat ihren eigenen Stil, kümmert sich um echte Probleme des interplanetaren Reisens in der nahen Zukunft2 UND hat eine komplexe Verschwörungsstory im Hintergrund. Hard Sci-Fi, gepaart mit Space Opera. Hach!

Der Cast ist so riesig wie die Geschichtsstränge am Anfang verwirrend. Es gibt mindestens drei Schauplätze, die mit Schauspielern bevölkert sind. Ich finde die Crew des Canterbury-Shuttles am interessantesten, hier hat SyFy ein tolles Ensemble mit spannender Chemie gefunden. Den Ceres-Polizisten spielt Thomas Jane (»Hung«), dessen Charakter irgendwo zwischen zwielichtig und gesetzestreu angesiedelt ist. Hat zwar eine seltsame Frisur, gefällt mir aber trotzdem.
Abseits der Hauptgeschichte (Was passierte mit Mao und der »Scopuli«) lungern noch ein Haufen spannender Seitengeschichtsstränge herum, die allesamt genug Stoff für die nächsten zwanzig Staffeln bieten. Hier merkt man die Größe und die Realität des Universums3, das sich die Autoren ausgedacht haben. Keine noch so kleine Facette der Geschichte kommt von mystischer oder außerirdischer Herkunft, sondern alles ist erklär- und fassbar. Ich mag das.

»The Expanse« zeichnet ein realistisches Bild einer nicht allzu fernen Zukunft, hat eine spannende, detaillierte Geschichte, deren Kern eine AU-überquerende Verschwörung zu sein scheint, und hat tolle Schauspieler. Es füllt das Hard-Sci-Fi-liebende Herz.

→ The Expanse in der Wikipedia (US)
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→ Tomatometer: 73 %, Metacritic-Score: 65
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  1. Ok, sagen wir mittelhart… 

  2. Beispiele? Asteroidenabbau; Beschleunigungskräfte; Wasserknappheit; Schwerelosigkeitstricks. 

  3. Pun intended. 

Limitless

LimitlessBrian Finch ist 28 Jahre alt. Aber hat irgendwie verpasst, Erwachsen zu werden. Sein großer Durchbruch sollte seine Band werden. Aber mittlerweile spielt er alleine in leeren Clubs. Wenn er abends mit Eltern und Geschwistern am Esstisch sitzt, wird ihm klar, dass er nichts vorzuzeigen hat. Sein Leben ist mittelmäßig. Bestenfalls. Sein aktueller Aushilfsjob bringt ihn zu einer Finanzfirma, bei der er zufällig einen alten Bekannten trifft. Der hilft ihm mit einer kleinen Pille: NZT. Eine Droge, die Brian 100 % seines Gehirns ausnutzen lässt. Und High-auf-NZT-Brian ist ein ziemlich cleverer Fuchs. Er bringt seinen Aushilfsjob in Windeseile zu Ende und gräbt sich in die mysteriöse Krankheit seines Vaters ein. Schnell wird der NZT-Drogenboss schlechthin, Senator Morra, auf ihn aufmerksam. Nur mit dessen Hilfe kann Brian die Nebenwirkungen von NZT unterdrücken und weiter großartig auf NZT sein. Brian muss allerdings stillschweigen bewahren. Schwierig, da er, nach kurzem Mordverdachtsintermezzo, vom FBI zum NZT-Versuchskaninchen auserkoren wird und in Zukunft mit seiner Partnerin Rebecca Harris komplizierte Mordfälle löst.

NZT? 100 % Gehirnfähigkeit? Kommt bekannt vor? Korrekt: Limitless ist die Serie zum gleichnamigen Film aus dem Jahr 20111. 2011 spielte Bradley Cooper die Hauptrolle, jetzt tut es Jake McDorman, den man aus »Greek«, »Shameless (US)« oder »Manhattan Love Story« kennen könnte. Bradley Cooper spielt seinen Charakter aus dem Film in Gastrollen; die Serie erzählt die Geschichte des Films weiter – aus der Sicht des NZT-Patrick-Jane Brian Finch. Und das klappt erstaunlich gut. Ich hatte damit gerechnet, dass die Film-Adaption ein langweiliger Abklatsch ist; eben so, wie es allzu häufig der Fall ist. Aber »Limitless«, also die Serie, funktioniert ganz hervorragend. Und das nicht zuletzt dank des Hauptdarstellers. Jake McDorman macht sein Ding nämlich ganz vorzüglich und porträtiert den verspielten Finch, als habe er nie etwas anderes gemacht.2 Jennifer Carpenter sieht auch gut aus in einer Rolle, bei der das Vokabular nicht ausschließlich aus »Fuck« und Consorten besteht.

Warum ich aber über »Limitless« schreibe, obwohl die Serie schon über die Hälfte der bestellten Episoden ausgestrahlten hat? Weil, nach kurzer Selbstfindungsphase in den ersten Folgen, die Form der Show so furchtbar toll ist. Die Serie ist, mehr oder weniger, aus der Ich-Perspektive des Hauptcharakters erzählt. Und weil der, wie eingangs erwähnt, einen verspielten Geist hat, sind auch die Episoden von »Limitless« mit tollen Gimmicks gespickt. Beispiel? In einer Folge ist in Finchs Hirn ein Kinder-Fernseh-Charakter zu Gast; also darf Finch keine bösen Worte aussprechen. Dementsprechend dreht sich die Folge um einen Serienumarmer, von dem sämtliche Charaktere bierernst sprechen (Ich-Perspektive!). Toll!

»Limitless« ist ein Krimi der etwas anderen Art, füllt bei mir zum Teil die The-Mentalist-Lücke und hat dank verspieltem Team hinter der Kamera immer etwas besonders zu bieten.
Schaut das!

→ »Limitless« in der Wikipedia (US)
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→ Tomatometer: 59 %, Metacritic-Score: 57
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  1. Der übrigens eine Buchadaption war. 

  2. Lustiger weise ist McDroman’s Finch eine Art Kreuzung aus »Greeks« Cappie und Evan. 

The Muppets

The MuppetsKermit der Frosch ist ausführender Produzent der Late-Night-Show »Up Late with Miss Piggy«. Neben dem Tanzen nach Frau Piggys Nase kümmert er sich um den Writer’s Room (oder eher Writer’s Table) und organisiert die Gäste der Show. Akuter Problemfall: Miss Piggy möchte den Gast des Abends, Elizabeth Banks, nicht in ihrer Sendung haben. Kermit ist unschlüssig, was er tun soll, und warum Miss Piggy überhaupt so schlecht auf Miss Banks zu sprechen ist. Ist das wieder eine ihrer Allüren? Nebenbei werden wir Zeuge davon, wie schwer es ist als Fozzie-Bär eine Menschenfrau zu daten.

Die Muppets sind zurück im Fernsehen! Und sie sind ein Stück erwachsener geworden. »The Muppets« begleitet den bekannten Puppencast im Dokumentarstil (»The Office« lässt grüßen, also Mockumentary-Stil wohl eher) wie sie ihre Show-in-Show-Late-Night-Show produzieren.

Die Show hat ein paar clevere Witze (z.B. wenn die Mockumentary-typischen Direktinterviews eingeschnitten werden), aber die Taktrate ist nicht hoch genug, um »The Muppets« zur Comedy zu machen. Es ist eher ein leichtes Drama mit Puppen die aus irgendeinem Grund wie Menschen sind.

Bei mir ist der Funke noch nicht übergesprungen. Die Pilotfolge wirkte pointless und verloren. Die Auflösung für Miss Piggys Banks-Antipathie kommt plötzlich und wird überhaupt nicht weiter betrachtet; Fozzies Liebegeschichte wird zu kosten eines kleinen Witzes geopfert. Und dazwischen passiert irgendwie nichts so richtig.

Ich weiß nicht. Ich möchte »The Muppets« mögen, freue mich, die Puppen wieder regelmäßig zu sehen und finde auch den Mockumentary-Stil ganz gut, aber bisher lässt mich alles Gesehene nur mit einem egal-Gefühl zurück. Die Puppenspieler müssen mich noch überzeugen…

→ »The Muppets« in der Wikipedia
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→ Tomatometer: 63 %, Metacritic-Score: 62
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Blindspot

BlindspotMitten auf dem Times Square in New York liegt verlassen eine Reisetasche. Als sich das Bombenentschärfungskommando vorsichtig der Tasche nähert, beginnt sie sich zu öffnen und eine Frau steigt heraus. Die ist ziemlich nackt – bis auf Tattoos, die sich über ihren gesamten Körper erstrecken. Ein Name sticht heraus: Kurt Weller. Der ist FBI-Agent und kümmert sich dann jetzt um die tätowierte Jane Doe. Frau Doe hat diesen Namen, weil sie sich an nichts mehr erinnern kann, auch nicht an ihren eigenen Namen. Ein zufällig ausgewähltes Tattoo hinter dem linken Ohr führt Weller, Doe und andere Redshirt-FBI-Agenten auf die Fährte von Cho. Der findet es doof, dass die amerikanische Regierung sich nicht für seine Eltern in China eingesetzt hat und will deswegen eine Bombe hochjagen. Während Weller und Jane Cho durch New York verfolgen, stellt sich heraus, dass Jane fließend chinesisch spricht, gut im Nahkampf mit Fäusten und gut im Fernkampf mit Waffen ist. Letzteres triggert dann auch ihre erste Erinnerung an die Vergangenheit, in der sie noch ein Gedächtnis hatte…

Willkommen, Herbst 2015!

»Blindspot« ist eine der High-Profile-Serien dieser TV-Saison. Das lässt uns der Pilot auch mit aufwändigen, gut inszenierten Bildern spüren, die manchmal Kinoniveau erreichen. Thor’s Jaimie Alexander mimt eine gute Identitätslose, Sullivan Stapleton spielt nach seiner Rolle bei »Strike Back« den nächsten Special Agent. Das kann er. Die restlichen Cast-Mitglieder bleiben äußerst kantenlos und spielen kaum eine Rolle. In anderen Serien wären sie schon gestorben… Hoffen wir, dass es an der Ausbreitung der Prämisse der Show in der Pilotfolge und nicht an der 0815-igkeit der Charaktere liegt.
Soweit, so gutbismittelmäßig.

Aber Tattoos? Wirklich? It’s »Prison Break« all over again! Wisst ihr noch? Damals™, als Michael Scofield sämtliche Gefängnisbaupläne und ein komplettes Schlaues Buch auf seinen Körper tätowiert hatte und damit seinen Bruder aus dem Gefängnis befreite? Ja? Und wisst ihr auch noch, wie es weiter ging? Nein, nicht mehr so richtig? Eben! Die Show war dann rum. Die Luft raus. Das hat keinen mehr interessiert.
»Blindspot« übernimmt den Tattoo-Trick von »Prison Break«, aber packt immerhin ein gutes Stück Mystery oben drauf. Vielleicht kann das die Show ja auch langfristig tragen, aber ich bin skeptisch. Über die Vollkörpertätowierung hinaus suggeriert der Pilot, dass »Blindspot« zu großen Teilen eine Fall-der-Woche-Show ist. Weil wir davon ja so wenige haben.

Hoffentlich verrennt sich die Show nicht in ihrem Mystery sondern benutzt es, um die Fälle der Woche originär darzustellen und dann stückchenweise das große Geheimnis zu lüften. Die Idee hat Potenzial und den Hauptdarstellern traue ich das zu. Aber die Procedural-Seite der Macht ist stark.

→ »Blindspot« in der Wikipedia
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→ Tomatometer: 66 %, Metacritic-Score: 65
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Deutschland 83

Deutschland 83Martin Rauch ist DDR-Soldat im Jahr 1983. Er schlägt sich mit Kleinkriminellen rum, aber liebt Job und Vaterland. Zufälliger weise hat er genau die Eigenschaften, die die Stasi für einen Spion in Westdeutschland braucht. Und wenig später wird er von seiner Tante unfreiwillig in die Eifel geschickt. Als Adjutant eines hochrangigen Generals, der gerade mit einem amerikanischen Kollegen in Verhandlung über Raketenstützpunkte ist. Dank kurzem Crash-Kurs kann er seine Spionage-Aufgaben solide erfüllen, aber so recht zufrieden mit seiner Abordnung in den Westen ist er nicht…

Premiere bei Newshows! Eine deutsche Serie! »Deutschland 83« ist zwar deutsch, wir aber zuerst in den USA auf SundanceTV ausgestrahlt. Und, untypisch für deutsche Serien, sie ist gut!1 Und das, obwohl sie von RTL kommt…

Die Serie porträtiert Deutschland als Kondensationspunkt des Ost-West-Konflikt, personalisiert durch den ungewollten Stasi-Spion Martin Rauch. Die Proto-Geschichte haben wir zwar schon häufig in Filmform gesehen, aber dank der Fokussierung auf einen Hauptcharakter und eingebettet in Filmaufnahmen, die großen US-TV-Produktionen in Nichts nachstehen, ist »Deutschland 83« tatsächlich ein sehenswerter Beitrag zur Geschichtsunterhaltung.2 Und nebenbei sehen wir noch ganz viel klassische Spionage-Technik, »The Americans« lässt grüßen.

Wenn ich nicht wüsste, dass die Serie aus deutscher Feder entspringt, ich würde sie ohne weiteres Nachdenken einer US-Produktionsfirma zuordnen. Alles fühlt sich toll inszeniert und durchdacht, polished, an. Einzig die Dialoge wirken manchmal zu hölzern, emotionslos und abgehackt. Aber auch das trägt in gewisser weise der eisernen Kühle des Konflikts bei.

Wenn ihr die Gelegenheit habt, schaut »Deutschland 83« an – spätestens wenn die Serie im Herbst auf RTL läuft. Ein spannender Thriller um die deutsche Vergangenheit mit hohem Production Value.

→ »Deutschland 83« in der Wikipedia (EN, DE) und bei TVRage
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→ Tomatometer: 100 %, Metacritic-Score: 79
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  1. Ich mag das ein oder andere Vorurteil deutscher Serien gegenüber haben… 

  2. Unterhaltung mit Geschichte. Nicht von Geschichte. 

Killjoys

KilljoysDutch und John sind interplanetare Kopfgeldjäger – Killjoys. Immer regierungsneutral dienen sie der Company beim Beschaffen flüchtiger Gesetzesbrecher. Den aktuellen Fall versucht John, eigentlich nur Dutchs untergeordneter Partner, auf eigene Faust zu lösen. Es ist ein Befehl zur Tötung eines Kriminellen – seines Bruders D’avin. John ist allerdings nicht der einzige, der nach D’avin sucht. Und so braucht er doch noch die Hilfe von Dutch um seinen Bruder vor der Company zu bewahren.

Neben »Dark Matter« ist »Killjoys« direkt das zweite Weltraumabenteuer in Serienform, das momentan über die (Sparten-)Kanäle flattert. Die Serie nimmt uns mit auf unterschiedliche Kopfgeldjäger-Trips durch die Galaxie. Die Geschichte ist bunt gemalt und verbaut unterhaltsam einige interessante Sci-Fi-Elemente. Auch die Darsteller machen ihr Ding gut, obwohl es noch etwas braucht, eh ich Aaron Ashmore nicht mehr als Smallvilles Jimmy Olsen sehen werde.

Mehr als andere Weltraumserien leidet »Killjoys« manchmal an billigen CGI-Effekten. Die Serie zeichnet viele Bilder unterschiedlicher Kulturen, Regionen und Planeten – und scheut auch nicht vor Außenaufnahmen ihres Raumschiffs. Aber all das erfordert eben Computergrafik, die leider nicht immer vollständig glattpoliert ist. Vermutlich reicht das Budget einer solchen Serie einfach nicht.

Aber Science Fiction hat ja immer viel mit Vorstellungsvermögen zu tun, daher ist das CGI zwar schade, aber kein Show Stopper. Denn »Killjoys« hat facettenreiche Handlungen in den Fällen der Woche, aber auch folgenübergreifende Mysterien, die mich auf die nächste Folge warten lassen.
Die Serie ist ein leichtkostiges Weltraumabenteuer — und eine gute Alternative für den, dem »Dark Matter« zu düster ist. Weltveränderndes Emmy-Fernsehen machen beide allerdings nicht. Aber muss ja auch nicht, ne?

→ »Killjoys« in der Wikipedia und bei TVRage
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→ Tomatometer: 79 % , Metacritic-Score: 59
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Scream

screamGerade noch ein heimlich aufgenommenes Video zweier Schulkameradinnen online gepostet, kommt Nina nach Hause. Musik angemacht1 und kurz in den Pool. Allerdings war’s das dann auch für Nina. Aus dem Pool kommt sie nämlich nicht wieder raus – sie wird vom Ghostface-Killer umgebracht.
Am nächsten Tag ist das kleine Städtchen Lakewood nicht mehr so einsam wie es vorher war: Könnte es sein, dass der maskierte Mörder von vor zwanzig Jahren, Brandon James, zurück ist? Aber wie sollte das möglich sein, James ist doch getötet worden? Während die Highschooler noch irgendwo zwischen Trauer und nächster Intrige hängen, dauert es nicht lange, bis Ghostface 2.0 sein neues Opfer findet…

Ja, ihr lest richtig: Es gibt eine »Scream«-TV-Serie. Auf MTV. Und sie großartiger, bescheuerter Spaß.

Die Serie ist gleichzeitig Remake, aber auch Hommage und Parodie des fast zwanzig Jahre alten »Scream«-Films, der ja selbst auch Hommage und Parodie vergangener Slasher-Horror-Flicks war. Die Serie inkorporiert mit Brandon James die Original-Filme und referenziert sie damit und mit vielen klassischen Horror-Situationen – außerdem ist sie zaunpfahlironisch, wenn sie einen Hauptcharakter das Slasher-Genre als TV-Serie hinterfragen und erklären lässt. Über alle Klassikreferenzen hinaus ist »Scream« ein vollständiges Update. Anstelle klingelnder Wandtelefone in der Küche2 werden hier Instant-Message-Nachrichten auf dem Handy benutzt, um das Opfer vor die Tür zu locken. Und auch die Themen (insb. Cyber Bullying) sind modernisiert.

Was bleibt ist eine Serie voller bescheuerter Schreck-Momente, in denen der Reihe nach die Darstellerriege getötet wird als wäre das so üblich zwischen zwölf und Mittag. Eben genauso wie diese Filme aus unserer Jugend, nur jetzt mit mehr Handy.
Ich fand’s großartig. Bescheuert, billig und blöd. Aber großartig.

→ »Scream« in der Wikipedia und bei TVRage
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→ Tomatometer: 42 %, Metacritic-Score: 57
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  1. MTV, wisster? 

  2. Die es natürlich trotzdem gibt. 

The Astronaut Wives Club

The Astronauts Wives ClubAmerika, Anfang der 60er. Die NASA wählt sieben Astronauten aus, die im Projekt Mercury die ersten Menschen im Weltraum sein sollen. Auch wenn die Sowjetunion sie dabei schlägt, die sieben Kandidaten stehen und werden in den unterschiedlichen Missionen einer nach dem anderen in den Weltraum geschossen. Der Job des NASA-Piloten hört allerdings nicht nach dem Verlassen der Raumkapsel auf – das Space Race ist ein Propaganda-gefülltes Prestige-Objekt, das volle Medienpräsenz aller Beteiligten fordert. Samt Frauen. Denn während die sieben Astronauten an Hotelpools auf ihren Einsatz warten, müssen die Frauen die Moral hoch halten und mit der frisch erworbenen Bekanntheit klarkommen.

»The Astronaut Wives Club« ist gleichzeitig schrecklich und irgendwie ok-ish.

Die Serie ist ok-ish, weil sie tolle Schauspielerinnen und nette 60er-Jahre-Kulisse vereint. Außerdem nimmt man ein wenig am pionierhaften Weltraumerforschen teil, von einem unüblichem Blickwinkel. Die Schwarz-Weiß-Fake-Original-Aufnahmen sind ebenfalls ein netter Touch.

Aber die Serie ist schrecklich, weil sie voller platter und langweiliger Geschichtsstränge ist, die manchmal nur marginal besser sind als die in einer Nachmittagssoap.
Ein weiterer Punkt auf meiner persönlichen »Contra«-Liste: Wieso zeigt mir ein Sender die Kaffeegespräche von Frauen über Religion, während zur gleichen Zeit vielleicht die größten technologischen Sprünge der Menschheit voran getrieben werden? Ich will eine Serie über Mercury, Gemini, Apollo; nicht über Untreue und Alkoholprobleme. Vermutlich bin ich, als Weltraumbegeisterter, einfach nicht die Zielgruppe – aber dass es auch anders geht zeigt z.B. »Manhattan«. Da ist das Nicht-Wissenschaft-Drama mit dem Wissenschaft-Drama besser ausgewogen. Wenn’s nach mir ginge hätten wir zuerst drei Serien, die das Weltraumprogramm beleuchten, bevor dann die durchaus komplizierten und spannenden Verflechtungen der Privatleben beleuchtet werden. Denn tatsächlich waren die Frauen der Astronauten ein wichtiger Teil des US-Space-Race. Aber ich hätte eben gerne zuerst das Race gesehen.

Für mich ist »The Astronaut Wives Club« eine mittelmäßige Serie, nicht besser oder schlechter als die nächste Soap, die ich aber trotzdem schaue, weil Astronauten.

→ »The Astronaut Wives Club« bei TVRage und in der Wikipedia
Trailer
→ Tomatometer: 55 % , Metacritic-Score: 60
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Dark Matter

Dark MatterInmitten flackerndem Licht und lauten Alarmsirenen werden One und Two wach. Sie waren in einer Art Statiskammer, augenscheinlich auf einem Raumschiff, und machen sich sogleich daran, das versagende Schiff zu reparieren. Beide haben keine Ahnung wer sie sind, was sie auf dem Schiff machen und sonst so können. Aber zumindest Two weiß, wie man so ein Gefährt repariert. Es stellt sich heraus, dass noch vier weitere Crew-Mitglieder an Bord sind, die gleiche existentielle Gedächtnislücken haben. Außerdem dabei: Eine Androide. Zusammen machen sie sich daran, herauszufinden, wer sie eigentlich sind, was sie am Bord des Schiffs zu suchen haben und was das eigentliche Ziel war.

»Dark Matter« ist ein waschechter Raumschiff-Science-Fiction, wie wir ihn so schon seit langem nicht mehr über die Mattscheibe haben flattern sehen1. Die Serie wird von Stargate-Alumni Joseph Mallozzi und Paul Mullie gemacht, die sich den Stoff vor ein paar Jahren für eine TV-Serie ausgedacht hatten, dann daraus ein Comic machten und jetzt die Serie zum Comic produzieren.

Den Stargate-Einschlag merkt man ein wenig, am meisten noch am Look & Feel der Charaktere und des Raumschiffs. Aber das ist nichts Schlechtes, Stargate war immerhin guter Science Fiction. Die Geschichte ist, nach ein paar hin und her zur Einführung der Charaktere, etwas vorhersehbar, aber trotzdem interessant. Das Setting ist hinreichend originär um Stoff für ein paar Folgen zu bieten.

Die Serie ist eine Art Kollektiv-»Memento« in Space mit geläuterten Hauptcharakteren. Mir gefällt das, allein schon wegen des Hard-Sci-Fi-Einschlags.

→ »Dark Matter« in der Wikipedia und bei TVRage
Trailer
→ Tomatometer: 38 %, Metacritic-Score:
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  1. Ein waschechter Raumschiff-Science-Fiction mit blödem Titel. Oder schlägt da der Physiker in mir nur zu stark durch? 

CyberChimps