Awake

AwakePolizist Michael Britten ist gerade zurück im Job. Nach einem Unfall hatte er Pause gemacht. In dem Unfall sind seine Frau oder sein Kind ums Leben gekommen. »Oder«? Ja, das ist so die Sache. Britten erlebt zwei parallele Realitäten – eine, in der sein Sohn den Unfall nicht überlebt hat, und eine, in der seine Frau starb. Immer, wenn Britten am Morgen aufwacht, findet er sich abwechselnd in einem anderen Jetzt. In beiden hat er unterschiedliche Psychiater, die mit ihm versuchen, das Geheimnis der Dualität zu lösen. Und in beiden Realitäten hat er Fälle, die auf seltsame weise mit einander zu tun haben zu scheinen.
In welcher Welt er sich befindet, erkennt Britten daran, welche Farbe sein Gummiarmband hat. Rote Farbe für die Realität, in der seine Frau noch lebt, grün für die Sohn-belebte Realität.
In welcher Welt wir uns befinden erkennen wir an der Färbung des Bildes. Warm und satt, etwas rötlich – die Farbe für die Welt mit der lebendigen Frau. Kalt, bläulich, die Welt mit dem lebendigen Sohn.

»Awake« gefiel mir sehr gut.
Bevor wir zum Knackpunkt kommen, kurz: Schauspieler. Allesamt hervorragend. Was zumindest die Pilotepisode darüber sagen lässt. Unser Protagonist ist irgendwo zwischen abgewrackt, verzweifelt, verwirrt und genial. Kühl und warm, die beiden Farb-Motive, gelten auch über die beiden Parallelgeschichten hinweg.

Und der Knackpunkt? Zwei Geschichten in einer Serie? Das ist gewagt! Wir verfolgen Jason Isaacs Charakter nicht nur im Privatleben bei der Interaktion in zwei ganz unterschiedlichen Welten, wir verfolgen auch zwei Kriminalfälle gleichzeitig. Ich fand das durchaus komplex, insbesondere weil ich in der Pilotepisode noch nicht die Charaktere und die mitunter nur nuancigen Farbunterschiede fehlerlos zuordnen konnte.
Aber mir gefiels. »Awake« hat ein großes, zu überkommendes Eintrittspotenzial. Man muss doppelt so vielen* Beziehungen, Namen und Plots folgen, wie bei einer normalen Serie. Das wird in ein paar Episoden kein Problem mehr darstellen und den Reiz der Serie (hoffentlich!) noch anheben – aber bis dahin muss man mit der Komplexität zurecht kommen.

Ich bin gespannt darauf, ob wir jemals die Lösung für das ›Biversum‹ erfahren werden – bitte aber stark darum (wir leben schließlich in einer Welt, in der wir aus Lost gelernt haben, ja?). Und ich bin gespannt darauf, wie die Fälle in Zukunft miteinander interagieren werden (und vermutlich wird uns das auch näher an des Rätsels Lösung bringen </prophetisch>).
Gespannt also, auf die nächsten Folgen.

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→ Trailer

(*: Natürlich nicht doppelt so viele Beziehung. Eher sowas wie 1/√2.)

CyberChimps