Banshee

BansheeLucas Hood hat seine Zeit abgesessen. Fünfzehn Jahre, für Diebstahl. Aber jetzt kommt er raus aus dem Gefängnis — und wird direkt herzlich empfangen von den Handlangern des New Yorker Mafiabosses, den er damals hintergangen hat. Er verliert keine Zeit und macht seine damalige Partnerin ausfindig: Die lebt mittlerweile mit neuer Identität und Familie im kleinen Städtchen Banshee in Pennsylvania.
Als Hood in Banshee ankommt führt eines zum anderen und er hält plötzlich den Stern des frischen Sheriffs in der Hand. Der Sheriff, den noch keiner im Dorf kennt. Gelegenheit macht Diebe, besonders, wenn man Meisterdieb ist — und am nächsten Tag stellt sich Hood als der neue Sheriff von Banshee vor. Der geht mit eigenwilligen Methoden gegen die Verbrechen in dem Amischen-geprägten Dorf vor, allen voran gegen das sadistische, lokale Verbrechenszentralgestirn Kai Proctor. Und, natürlich, verfolgt Hood auch seine ganz eigene Agenda.

»Banshee« ist die zweite von drei selbstproduzierten Serien, die der Cinemax-Kanal (gehört zu HBO) seinen hauptsächlich männlichen Zuschauer 2013 vorlegt. Unter Serienschauern ist Cinemaxx bisher nur wegen »Strike Back« bekannt, das man schon etwas länger zusammen mit einem britischen Kanal produziert. Und wem »Strike Back« gefällt, dem wird auch »Banshee« gefallen. Parallelen springen einem förmlich in die Faust.

»Banshee« ist zeitweise actionreiche und schnell, mitunter platt und dumm, hat käsige, Soap-artige Dialoge und Rückblenden; ist blutig, brutal und sexualisiert. Aber ist auch neu, ok besetzt und zwischendurch gut bespielt — und gut gefilmt. Stellt euch eure übliche Kabelserie vor (Breaking Bad, Dexter…), ersetzt einen gewissen Prozentsatz Intelligenz durch Testosteron und ihr seid bei »Banshee«.

Die Pilotepisode ist eine, wie sie im Buche steht. Wir erfahren Teile der Hintergrundgeschichte, die Charaktere werden Stück für Stück und immer tiefer eingeführt. Die Profile der Serienbösewichte werden ausgelegt. Und alles wird bereitet, für eine kurzweilige Sheriff-Serie mit ordentlich verrückten Details.

Ich glaube, »Banshee« könnte mir gefallen. Wenn mir die Brutalität nicht zuviel wird. Gut gemacht ist’s jedenfalls.

Die Pilotepisode gibt’s auf der offiziellen Webseite. Frei anschaubar, auch aus Deutschland.

→ »Banshee« auf TVRage und in der Wikipedia
Trailer
→ Metacritic-Score: 61

(Nur, weil die Zielgruppe der Serie männlich ist, heißt das übrigens nicht, dass die Serie nur Männern gefällt. Eigentlich ist nur die harte Brutalität etwas, was man eher maskulin assoziiert. Und habt ihr auf die Werbung auf dem Bus geachtet, der Hood in New York so over the top entgegen rutscht?)

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