Beauty and the Beast

"Beauty and the Beast" auf The CW

Vor Jahren musste Catharine Chandler (Kristin Kreuk) mit ansehen, wie ein paar Männer in Anzügen ihre Mutter ermordeten. Sie selbst kam mit dem Leben davon und wird bis heute schief angeschaut für ihre Theorie, wie es dazu kommen konnte: Auf der Flucht vor den Mördern sei ihr ein biestartiger Mann zur Hilfe gekommen und habe sie gerettet. Soweit die Ausgangslage, die aus der unschuldigen angehenden Jura-Studentin eine toughe New Yorker Polizistin machte. Im Hier und Jetzt verfolgt Cat mit ihrer Partnerin (Nina Lisandrello) einen Mordfall, in dem dieselbe hybride DNA auftaucht wie einst im Zusammenhang mit dem Tod ihrer Mutter. Derselbe Killer oder kann es eine andere Erklärung geben?

Eine Spur führt die Ermittlerinnen zu Vincent Keller (Jay Ryan), einem angeblich verstorbenen Kriegsveteran und früheren Arzt, der sich – ihr könnt es euch denken – als das titelgebende Biest herausstellt. (Auch wenn darauf wenig mehr als eine größere Narbe auf der Wange hinweist.) Später rettet der untergetauchte Kavalier Cat, die er seit dem Vorfall von einst im Auge behalten hat, erneut das Leben. Soweit der Pilot, den ich jetzt einfach mal gespoilert habe, denn mal ehrlich: Ist alles nicht sonderlich originell…

„Beauty and the Beast“ erzählt die alte Geschichte von der Schönheit und dem Monster, in das sie sich verliebt, neu. Angelehnt an die gleichnamige Serie aus den Achtzigern werden die ungleichen Hauptfiguren es mit Fällen der Woche zu tun bekommen und sich hin und wieder mit dem Geheimnis beschäftigen müssen, das Cats Mutter das Leben kostete. Vermute ich jetzt mal. Das Ganze dürfte teilweise verwoben sein.

Erwartungsgemäß – das zeigten schon Trailer und Poster – wurde das Uralt-Märchen auf mehrere Weisen der Neuzeit angepasst. Jeder Vampir in der ersten Staffel von „Buffy“ (erste Staffel!) war gruseliger als das Monster, das DNA-Manipulationen aus dem Soldaten Vincent Keller gemacht haben. Da kann der Sender auch noch so lange (mehr als Viertelstunde, um genau zu sein) Schattenspielchen treiben, um das Gesicht der biestigen Hauptfigur zu verdecken. Das konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass zumindest bislang der typische CW-Hochglanz das Mystische verdeckt. Zum Vergleich: Ron Pearlman durfte in den Achtzigern sein Monster noch mit ordentlicher Löwenmaske spielen.

Aber nicht so schnell. Die Story von „Beauty and the Beast“ ist recht vorhersehbar, CW-typisch erzählt und kann zumindest im Auftakt nicht sonderlich Spannung erzeugen. (Von diesen unsäglichen Guy-Ritchie-Sherlock-Holmes-Effekten bei Cats Kampf an der U-Bahn ganz zu schweigen…) Aber nur weil die Serie Anleihen von anderswo nimmt und erstmal wie Schmalz im Krimigewand daherkommt, will ich sie nicht gleich endgültig verdammen. Auch das ebenfalls bei „The Vampire Diaries“ begann wenig vielversprechend, hat sich aber zu einem ansehnlichen Stück Fernsehunterhaltung entwickelt.

Weiterschauen werde ich trotzdem nicht. Zu viele sehr viel bessere Serien auf dem Zettel. Nur wenn mir jemand in einem halben Jahr sagt: „Boah, hast du das Staffelfinale von „Beauty and the Beast“ gesehen? Das wurde zu einer so großartigen Serie“ – dann bin ich vielleicht noch mal dabei.

→ „Beauty and the Beast“ bei TV Rage

→ Trailer

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