Blindspot

BlindspotMitten auf dem Times Square in New York liegt verlassen eine Reisetasche. Als sich das Bombenentschärfungskommando vorsichtig der Tasche nähert, beginnt sie sich zu öffnen und eine Frau steigt heraus. Die ist ziemlich nackt – bis auf Tattoos, die sich über ihren gesamten Körper erstrecken. Ein Name sticht heraus: Kurt Weller. Der ist FBI-Agent und kümmert sich dann jetzt um die tätowierte Jane Doe. Frau Doe hat diesen Namen, weil sie sich an nichts mehr erinnern kann, auch nicht an ihren eigenen Namen. Ein zufällig ausgewähltes Tattoo hinter dem linken Ohr führt Weller, Doe und andere Redshirt-FBI-Agenten auf die Fährte von Cho. Der findet es doof, dass die amerikanische Regierung sich nicht für seine Eltern in China eingesetzt hat und will deswegen eine Bombe hochjagen. Während Weller und Jane Cho durch New York verfolgen, stellt sich heraus, dass Jane fließend chinesisch spricht, gut im Nahkampf mit Fäusten und gut im Fernkampf mit Waffen ist. Letzteres triggert dann auch ihre erste Erinnerung an die Vergangenheit, in der sie noch ein Gedächtnis hatte…

Willkommen, Herbst 2015!

»Blindspot« ist eine der High-Profile-Serien dieser TV-Saison. Das lässt uns der Pilot auch mit aufwändigen, gut inszenierten Bildern spüren, die manchmal Kinoniveau erreichen. Thor’s Jaimie Alexander mimt eine gute Identitätslose, Sullivan Stapleton spielt nach seiner Rolle bei »Strike Back« den nächsten Special Agent. Das kann er. Die restlichen Cast-Mitglieder bleiben äußerst kantenlos und spielen kaum eine Rolle. In anderen Serien wären sie schon gestorben… Hoffen wir, dass es an der Ausbreitung der Prämisse der Show in der Pilotfolge und nicht an der 0815-igkeit der Charaktere liegt.
Soweit, so gutbismittelmäßig.

Aber Tattoos? Wirklich? It’s »Prison Break« all over again! Wisst ihr noch? Damals™, als Michael Scofield sämtliche Gefängnisbaupläne und ein komplettes Schlaues Buch auf seinen Körper tätowiert hatte und damit seinen Bruder aus dem Gefängnis befreite? Ja? Und wisst ihr auch noch, wie es weiter ging? Nein, nicht mehr so richtig? Eben! Die Show war dann rum. Die Luft raus. Das hat keinen mehr interessiert.
»Blindspot« übernimmt den Tattoo-Trick von »Prison Break«, aber packt immerhin ein gutes Stück Mystery oben drauf. Vielleicht kann das die Show ja auch langfristig tragen, aber ich bin skeptisch. Über die Vollkörpertätowierung hinaus suggeriert der Pilot, dass »Blindspot« zu großen Teilen eine Fall-der-Woche-Show ist. Weil wir davon ja so wenige haben.

Hoffentlich verrennt sich die Show nicht in ihrem Mystery sondern benutzt es, um die Fälle der Woche originär darzustellen und dann stückchenweise das große Geheimnis zu lüften. Die Idee hat Potenzial und den Hauptdarstellern traue ich das zu. Aber die Procedural-Seite der Macht ist stark.

→ »Blindspot« in der Wikipedia
Trailer
→ Tomatometer: 66 %, Metacritic-Score: 65

2 Gedanke zu “Blindspot

  1. In „Prison Break“ ergaben die Tattoos von Anfang an einen Sinn. Wenn ich schon die Promo sehe: „Every tattoo unlocks a clue.“ Warum? Warum auf diese Weise? Ich glaube nicht, dass man das für mich zufriedenstellend noch drehen kann… Ich würde es mir weiter anschauen, wenn die Dialoge nicht so grausig wären.

    • Ich fand die zweite Episode um einiges besser als die erste. Es scheint einen Haufen Verschwörungen zu geben, die irgendwie in den Tattoos versteckt sind.
      (Aber, ja, es macht quasi Nichts Sinn… Allerdings wenigstens ist das Tempo hoch und Mysteries werden nicht über dreißig Folgen ausgebreitet.)

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