Crossing Lines

Crossing LinesMajor Daniel stellt im Auftrag des internationalen Gerichtshof eine Spezialeinheit zusammen, die europäische Grenzen übergreifend Kriminalfälle untersuchen soll.
Gleich zu Beginn beschäftig ein Serienmörder die Gruppe, der erst in Paris zuschlägt und schließlich nach Berlin kommt. Die Mitglieder der Spezialeinheit müssen nicht nur mit den stoischen lokalen Polizisten agieren, sondern kämpfen auch alle mit ihren persönlichen Probleme.

»Crossing Lines« ist eine englischsprachige Serie aus Frankreich. Produziert mit einem großen US-Sender in Hinterhand. Gut. Und schlecht.

Gut, weil:

  • Eine (für europäische Verhältnisse) groß-budgetige Show aus europäischer Sicht.
  • Franzosen, die Franzosen spielen. Deutsche, die Deutsche spielen, Italiener, die Italiener spielen. Keine fies falschen Akzente, keine zu falschen Vorurteile.
  • Es ist erfrischend, bekannte Schauplätze zu sehen. Das fühlt sich nicht so Über-dem-Teich an.

Aber das ist auch schlecht, weil:

  • Man merkt leider dann doch zwischen durch, dass das Budget nicht groß genug ist. Hier und dort fehlt der Feinschliff, den man aus dem US-TV kennt.
  • Auch bei den Drehbüchern. Die sind etwas mau. Dünn. Und teils auch hanebüchen.1
  • Die Erwartung an eine europäische Show ist dann vielleicht doch etwas hoch. So ganz im Detail sind die verschiedenen Länder doch nicht richtig getroffen…

Ausgeführt und produziert ist »Crossing Lines« ok bis gut. Ein solider Krimi. Der Pilot-Fall-der-Woche ist äußerst doof und strotzt nur so vor falschen und billigen Drehbuchentscheidungen2, der Fall der zweiten Folge ist da schon realistischer und besser.

Was aber ganz schwierig ist: Die Schauspieler. Fürmehr: Der Schauspieler. Hauptdarsteller William Fichtner, der einen drogenabhängigen Ex-NYPD-Polizisten spielt. Puh. Manchmal, je nach Rolle, kann ich den ja ertragen. Aber hier? Der Charakter ist viel zu übertrieben und doof — und gespielt ist er auch noch schlecht. Meh.
Die restlichen, international besetzen Charaktere sind da tatsächlich besser und interessanter anzuschauen.

Ich mag »Crossing Lines« für die Idee, eine sich US-amerikanisch anfühlende Serie auf europäisch zu drehen. Leider hapert’s dann doch etwas mit der Umsetzung. Die zweite Folge, nachdem wir alle Team-Findungs-Grundstory der Pilotfolge hinter uns gebracht haben, ist schon besser und zeigt, was die Show sein könnte.
Vermutlich werde ich aber nicht weiter schauen.

→ »Crossing Lines« in der Wikipedia und bei TVRage
Trailer
→ Metacritic-Score: 59


  1. Drehhanebücher. 

  2. Über den ganzen 3D-Scanner-Kram kann ich wegsehen. 

CyberChimps