Dates

DatesDavid ist etwas nervös. Er ist auf seinem ersten Online-Date. Theoretisch zumindest — denn im Moment wartet er noch auf sein Gegenüber; Celeste ist noch nicht erschienen zum gemeinsamen Abendessen.
Irgendwann entdeckt David die Date-Dame ihn von der Bar beobachten. Und ein durch und durch seltsames Date nimmt seinen Lauf. Celeste heißt eigentlich Mia, war früher Eskorte und ist ganz schön eigenartig — und sowieso ganz anders als der familienvatrige, LKW-fahrende Dave.

»Dates« ist die neue, ebenfalls britische Serie von »Skins«-Miterfinder Bryan Elsley.
Eine Episode verfolgt ein Date zwischen zwei Charakteren. 20 Minuten, mal nur im Restaurant, mal fast nur im Club. Eine Minimalkulisse, die die Bühne völlig den Darstellern überlässt, mit ihren Gesprächen und ihrer Mimik.

Ich hätte vorher nicht gedacht, dass das funktioniert. Wer hätte Lust, einem 20-minütigen Blind Date mit den oberflächlichen Gesprächen, langsamem Vortasten und filmtypischen Awkward-Situationen beizuwohnen? Einmal — ok; mehrmals? Naaaja.
Aber bei »Dates« klappt das. Natürlich nur, weil Bryan Elsley samt Autoren eben wahlweise keine oberflächlichen Gespräche, kein langsames Vortasten (und auch nicht die typischen Awkward-Situationen) benutzen. Das fängt in der ersten Episode direkt mit dem Aufeinandertreffen einer ehemaligen Prostituierten und einem LKW-Fahrer an, die beide so unterschiedliche Leben und Werte haben, dass es interessant werden muss. In den nächsten Folgen wird’s eigentlich nur noch abgedrehter.
Einen großen Teil daran, dass das klappt, übernehmen auch die Schauspieler. Der Cast ist pro Episode sehr reduziert, aber durchweg toll. Jeder einzelne Charakter ist klasse gezeichnet und hervorragend umgesetzt.

»Dates« ist keine große, bombastische Serie1, sondern hat ihren Reiz in den eigenartigen und verrückten Date-Situationen, die wir miterleben dürfen.
Mir gefällt’s.

(Die Hälfte der neun Folgen der aktuellen Staffel sind schon rum. Husch, husch. Aufholen!)

→ »Dates« in der Wikipedia und bei TVRage
Trailer
→ Metacritic-Score: —


  1. Natürlich nicht, sie ist britisch! 

CyberChimps