Defiance

Defiance

Wenige Jahre nach den verheerenden Pale Wars zwischen Außerirdischen und Menschheit schlagen sich Joshua Nolan (Grant Bowler) und seine Ziehtochter Irisa (Stephanie Leonidas) durch die Lande. Bis sie eines Tages in Defiance stranden, einem Ort, der früher die Großstadt St. Louis und Nolans Heimat war. Hier leben Menschen und Vertreter der verschiedenen außerirdischen Völker, die als Votans bekannt sind, Seite an Seite und versuchen, ein friedliches Leben in dieser binnen weniger Jahre völlig veränderten Welt zu führen. Doch die Ressentiments sitzen tief, und der Feind lauert in den eigenen Reihen sowie außerhalb des sicheren Schutzschildes der Stadt. Als sich schon in der Pilotepisode eine Art Endzeitkampf zwischen den Bewohnern von Defiance und dem Feind andeutet, müssen sich Nolan und Irisa entscheiden: für ihr Vagabunden-Dasein oder dafür, in Defiance „wirklich was zu bewegen“.

In der Doppelfolge zum Auftakt von „Defiance“ (zu sehen auf SyFy, zeitnah zur US-Veröffentlichung auch beim deutschen Pendant) werden wir nach einer kurzen Exposition über die terraformierte Erde und die unterschiedlichen Rassen, die sie nun bevölkern, gleich mitten ins Geschehen geworfen und lernen 90 Minuten lang einen Konflikt und einen Charakter nach dem nächsten kennen.

Im Zentrum dabei: Bowler, der den Außenseiter und widerwilligen Helden Nolan in bester Han-Solo-Mal-Reynolds-Science-Fiction-Held-mit-Macken-halt-Manier gibt und mit Leonidas als toughe Alien-Ziehtochter eine formidable Partnerin gefunden hat sowie mit Julie Benz („Dexter“, „Desperate Housewives“) und Mia Kirshner („The L Word“, „Vampire Diaries“) zwei Schwestern als sehr unterschiedlichen Resonanzboden – Benz spielt die gerade erst berufene Bürgermeisterin der Stadt, Kirshner die Inhaberin des lokalen Bordells, deren Rolle den Promos nach zu urteilen aber darüber weit hinaus geht. Zum zentralen Konflikt zwischen den Spezies kommen ein potentielles Liebesdreieck, persönliche Rivalitäten zwischen den mächtigen Familien des Ortes, ein unerwarteter Feind aus den eigenen Reihen, eine Romeo-und-Julia-Romanze usw.

„Defiance“ ist ein bisschen viel auf einmal, aber ich bin gespannt, ob und wie sich ein paar der soapigen Subplots zugunsten spannenderer und passenderer Motive sowie der Mythologie von Votans und Pale Wars nicht noch auflösen lassen. Ästhetisch ist die Serie nicht gerade auf dem Stand dessen, was Science Fiction im Jahr 2013 bieten kann. Wie menschlich die verschiedenen Alien-Rassen anmuten, darüber kann ich sicherlich hinwegsehen; aber die Optik dieser „terraformierten“ Erde und der Look von St. Louis a.k.a. Defiance überzeugen mich noch nicht.

Doch ich drücke auch da vorerst ein Auge zu, denn insgesamt ist „Defiance“ passabel, spannend und voller starker, ass-kickender weiblicher Charaktere (yay!) – und im Gegensatz zu so manch anderer Serie der letzten Jahre, die sich als Science Fiction kategorisierte, auch mal wieder richtig echte, volle Kanne Science Fiction (wie die „Huffington Post“ korrekterweise feststellt). Obwohl ich nie tief genug in das Genre eingetaucht bin, um nicht von verschiedenen Alien-Rassen in distopischen, postapokalyptischen Szenarien anfangs ein bisschen irritiert zu sein, finde ich, „Defiance“ lädt zum Weiterschauen ein.

Wäre ich jetzt übrigens neben einem echten SciFi-Fan auch noch Gamerin, hätte ich angeblich am meisten von „Defiance“, denn die Serie ist crossmedial angelegt und mit einem Onlineshooter verknüpft. Aber den zu erkunden und darüber zu schreiben, das überlasse ich lieber mal den Gamern…

→ „Defiance“ bei TVRage.com
→ „Defiance“ in der Wikipedia

Ein Gedanke zu “Defiance

  1. Du hast vergessen, die eigentlich ziemlich großartige Jaime Murray (u.a. Warehouse 13) zu erwähnen. Oder war das Absicht? Die konnte die Pilotfolge nämlich aus meiner Sicht leider auch nicht retten.

    Ich war von diesen ganzen Stereotypen und abgekupferten Geschichten, die sie da reingepackt haben, ziemlich irritiert und enttäuscht. Aliens, die sich wie Menschen verhalten, der männliche Held ein ganzer Kerl, Marke All-American Hero, auf den selbst die coole Bordell-Besitzerin sofort abfährt und der natürlich die Stadt retten muss, während die Bürgermeisterin verletzt am Boden liegt. Insgesamt ein bißchen viel Western, und diese Romeo & Julia hätte auch nicht sein müssen. Alles sehr berechenbar, selbst bis hin zur Enthüllung des „Big Bad“ am Schluss. Wen ich richtig gut fand war Doc Yewll, und wenn eine Nebenfigur für mich die interessanteste Figur ist, finde ich das ein wenig bedenklich.

    Ich werde der Serie trotzdem weiter eine Chance geben. Die Idee finde ich nämlich eigentlich gut und hoffe sehr, dass sie noch etwas daraus machen.

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