Emily Owens, M.D.

Emily Owens ist gerade-fertig-studierte Ärztin und beginnt ihr erstes praktisches Jahr im Denver Memorial Hospital. Sie hat das große Glück, unter Dr. Gina Bandari zu arbeiten — einer legendären Chirurgin des Krankenhauses. Legendär für ihre fachlichen Arbeiten, aber auch legendär für ihre Unfreundlichkeit und hohen Ansprüche. Natürlich ist sie nicht die einzige frische Ärztin, die gerade im Krankenhaus anfängt. Sie teilt sich ihre Scrubs mit dem hübschen Will, der dieses mal blau statt grün trägt, aber so gar nicht rosa sieht, wenn’s um Emily geht; mit Cassandra, die Emily schon damals in der High School auf dem Kieker hatte; und mit Tyra, die immergut drauf, Tochter des Chefs und lesbisch ist. Komplettiert wird die Jungarztriege von Micah, einer Art Mentor für alle und Arztversion der Rolle, die der gleiche Schauspieler in seinen bisherigen Serien so gespielt hat.
Direkt in der ersten Folge darf Emily einem jungen Mädchen Beistand leisten, tappt in so einige Fettnäpfchen und jongliert nebenher noch das hektische und intrigröse Krankenhausleben.

»Emily Owens, M.D.« passt so wunderbar auf The CW — ich frage mich, wo die Senderverantwortlichen die Roboter gefunden haben, die da die Skripte für Serien rausspucken. Genies.
Aber ernsthaft: Die Show geht über eine quirkige Blondine, Emily, die eigentlich dachte, mit der Ausbildung zur Ärztin das schwierigste hinter sich gebracht zu haben (man denke zurück an’s käsige Intro der Pilotfolge), nur um festzustellen, dass als PJ’lerin der nächste Endgegner auf sie wartet: Schwieriger Boss und wildes Krankenhaussozialleben. Wie wir in unzähligen Voice Overn erfahren, ist Emily total unsicher in allem, was sie tut. Schafft es trotzdem, aus dem Tagtraum heraus ihrem Endboss die Killerdiagnose schlechthin pointiert zu präsentieren. Ambivalenz, olé.
Wie Caro schon bei »The Mindy Project« spekulierte, hat man sich für »Emily Owens, M.D.« vielleicht auch beim deutschen »Doctor’s Diary« inspirieren lassen — oder aber einfach so die unsichere weibliche Ärztin als Serienzentrum für sich entdeckt.

Sie negativ das hier alles klingen mag: »Emily Owens, M.D.« ist so schlecht nicht. Bei gegebener Prämisse sogar erfreulich gut. Die Hauptdarstellerin geht nach einer Zeit auf die Nerven, Justin Hartley sieht auch beim fünften Close Up noch gleich langweilig-handsome aus, ›The Return Of The Highschool Nemesis‹ ist nun wirklich ziemlich over the top — aber zwischendurch gibt’s ein paar beschmunzelbare Situationen. Gute Ideen und vielleicht sogar Ansätze von Krankenhausgeschichten, die wir so noch nicht vollständig auswendig kennen.
Und das ist doch schon mal was.

→ »Emily Owens, M.D.« bei TVRage und in der Wikpedia
Trailer
→ Metacritic-Score: 47

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