Go On


Ryan King ist eigentlich ein völlig zufriedener Sport-Radiomoderator. Gut, seine Frau ist gerade um’s Leben gekommen, aber damit kommt er eigentlich ganz gut klar. Seine Kollegen und besonders sein Chef kaufen ihm das aber nicht so ganz ab und wollen ihn nur unter einer Bedingung an sein heißersehntes Mikrofon lassen: Er muss einer Selbsthilfegruppe beitreten.
Da muss der »No Talk – Action!«-Moderator wohl oder übel über seinen Schatten springen und seine Zeit in der bescheuerten Gruppe absitzen. In einer Runde, wo verstorbenen Ehemännern, verstorbenen Katzen, komaliegenden Brüdern, dem eigenen Augenlicht und der fremdgegangenen Ehefrau nachgetrauert wird. Angeleitet, von einer nicht-so-ganz-ausgebildeten Betreuerin.
Erst Stück für Stück merkt Ryan, wie sehr er doch noch nicht über den Tod seiner Frau hinweg ist – und wie selbst die noch so komischen Charaktere seiner Selbsthilfegruppe ihm helfen, mit der Situation klar zu kommen.

»Go On« ist für mich eine positive Überraschung der jungen Herbstsaison. Ich hätte nicht gedacht, dass die Show so gut funktioniert. Aber starten wir von vorne.

Matthew Perry spielt den toughen Radiomoderator, der pünktlich zur Mitte einer Episode seine weiche Seite entdeckt. Er ist Hauptdarsteller und zieht mit seinem typisch trockenen, aber derweilen auch impulsiven Humordarstellung die Show an. Der hybrissige, etwas großkotzige Moderator, der langsam seine kleine, persönliche Seite entdeckt – das passt auch irgendwie zu Perry.
Aber auch abseits des Hauptdarstellers gibt der Cast einige tolle Schauspieler her. Die lesbische Anne, die gruppenleitende Lauren, Boss Harold, sorry, Steven, und die Assistentin Carrie – allesamt toll überspitzt gezeichnete Charaktere die auch gut besetzt sind.

Das Thema ist etwas seltsam für’s TV. Gut, Serien über Tod hatten wir schon, aber als Comedy? Im mainstreamigen Free-TV? Aber ich find’s ok. Es gib genug Comic-Relief-Momente, in denen die Charaktere aus ihrer normalen Struktur herausbrechen und plötzlich etwas unerwartet Bescheuertes passiert. Ich find das gut.

Ich kann nur hoffen, dass der Matthew-Perry-Fluch nicht dieser neuen, etwas gewagten Comedy anhaftet. Denn es wäre schön, sie würde überleben. Allein schon, damit sie mich davon überzeugen kann, dass der Plot auch nach >20 Episoden noch funktioniert.

→ »Go On« bei TVRage und der Wikipedia
→ Trailer

(Und Brett Gelman löst Zach Galifianakis bei mir als Preisträger von »Playing the Most Creepiest Character in a TV Show / Motion Picture« ab.)

CyberChimps