Golden Boy

Golden BoyAls Walter Clark seinen Polizistenkollegen nach einer Schießerei selbstlos rettet, wird er sogleich zu einem kleinen Helden der Stadt. Das gibt ihm eine Gelegenheit, um voller Selbstvertrauen einen Platz als Detective einzufordern. Und das klappt sogar.
Sein Partner und Mentor wird Don Owen, mit dem er sogleich beginnt, trickreich Fälle zu lösen. Immer über seine Schulter schaut Detective Arroyo, der ganz und gar nicht begeistert ist, so einen jugendlichen Tunichtgut in seinem Revier zu haben. Er setzt alles daran, Clark Steine in den Weg zu legen und ihn zu diskreditieren.
Dass das zumindest langfristig nicht klappt erfahren wir durch Zwischensequenzen, in denen wir Clark sieben Jahre später als New York Citys jüngsten Police Commissioner aller Zeiten sehen und in denen er über sein Leben reflektiert.
Außerdem gibt’s noch eine Schwester, um die Clark sich kümmern muss.

»Golden Boy« ist eine solide Crime-Drama-Serie — eine weitere in der langen Liste. Allerdings hat »Golden Boy« natürlich ein paar Alleinstellungsmerkmale.

Da ist zum Beispiel der Hauptcharakter des jungen, aufstrebenden Golden Boys Clark. Gut besetzt und gut geschrieben. Ein intelligenter Karriere-Typ, der verschiedene Probleme gleichzeitig jongliert. Die weise Vaterfigur Owen passt zum Jugendlichen hervorragend — die komödiantischen Elemente, wenn Clark Owen aus seiner eingestaubten Welt zu holen versucht, sind durchaus spaßig. Chi McBride spielt als Owen die gleiche Rolle, die er schon in einigen anderen Serien aufgeführt hat. Was nicht unbedingt schlecht ist — tatsächlich passt er hier besser rein als in »Human Target«.

Dann ist da der Antagonist, Arroyo, der ziemlich klar und offensichtlich alle schmierigen, bösen Eigenschaften in Personalunion vereint. Das ist ziemlich klassisch, aber hinreichend ok.

Die Vorausblenden in die Zukunft sind ein nettes Feature und geben stückchenweise Hinweise auf zukünftige Entwicklungen der Geschichte. Macht neugierig (nicht »Lost«-Vorausblenden-Neugierig, aber immerhin). Das ist eine nette Idee, aber nicht nötig um »Golden Boy« zu einer guten Serie zu machen. Die Show zieht ihre Stärken, so finde ich zumindest, aus den Charakteren und den Interaktionen zwischen ihnen. Die Fälle sind ebenfalls gut geschrieben — aber das gilt ja häufig für Crime-Procedurals.

Also: »Golden Boy« ist eine Crime-Serie der interessanteren Sorte, die ihre Stärken in den Charakteren hat.

→ »Golden Boy« bei TVRage und in der Wikipedia
Trailer
→ Metacritic-Score: 63

(Erinnert sich noch jemand an »Golden Boy«, das Anime? Rückblickend war das ganz schön crazy stuff.)

CyberChimps