Graceland

GracelandMike Warren ist FBI-Akademie-Absolvent. Der Beste seiner Klasse. Trotzdem erfüllen die Verantwortlichen ihm nicht seinen Wunsch, nach Washington versetzt zu werden und dort seine Karrierelaufbahn zu starten. Er wird nach Kalifornien geschickt. Sein Ziel: Ein Haus mit Namen Graceland, malerisch gelegen direkt am Meer, behaust von Undercover-Agenten von FBI, Drogen- und Zollpolizei. Der Name des WG-Hauses kommt aus der der Zeit, als das Haus von einem Elivs-verrückten Drogendealer konfisziert wurde.
Warren wird ins kalte Undercover-Wasser geworfen und muss sich dazu auch noch in das intime Gefüge der verschiedenen Persönlichkeiten von Graceland einleben. Und seinen Platz behaupten. Sein Mentor und Leiter der Undercover-Einheit ist der legendäre Paul Briggs. Der hat eigenwillige, direkte Methoden — aber eine hohe Aufklärungsrate.
Langsam stellt sich heraus, dass Mike nicht primär als Mitglieder der Taskforce vor Ort ist, sondern um Bericht über Briggs abzuliefern. Ein Spion in eigenen Reihen, sozusagen.

»Graceland« ist die neue Serie von Jeff Eastin, Showrunner von »White Collar«. Merkt man hauptsächlich an den Zwischenszenen, die stilisiert Landschaften porträtieren. Kalifornien allerdings anstelle New Yorks.

Die Show ist ein weiteres Cop-Prodecural, mit kleinen, folgenübergreifenden Handlungsbögen. Der Spin dieses Mal: Ein junger Rookie, der Undercover-Arbeit machen darf und dabei selbst Undercover ist (sozusagen Doppelt-Undercover).
Die Fälle sind dabei ok, Crime-Kram halt.
Gut gefallen mir die Charaktere des Undercover-Teams und ihre Interaktionen. Besonders Warren und Briggs sind hinreichend tief und intelligent gezeichnet, dass man ihnen ihre Arbeit abnimmt.

Die »Hey, wir sitzen am Lagerfeuer/am Frühstückstisch/auf der Couch und erzählen uns von unserem Tag«-Momente sind ein bisschen befremdlich. Aber sie sind Teil der Hintergrundgeschichte: Graceland ist ein Haus, in dem eine Familie lebt, die sich hilft. Und das ist auch mit der Reiz der Show. Verschiedene Arten von Kriminalität, die von verschiedenen Arten von Persönlichkeiten betreut werden. Die aber alle im selben Boot sitzen.

»Graceland« ist eine gut ansehbare, leichte FBI-Serie. Mit netten Fällen der Woche, guten Schauspielern und Charakterbeziehungen und einer Bonus-Serial-Story obendrauf.
Vermutlich gilt für USA (den Sender) langsam das, was auch für The CW meistens gilt: Mag man eine Show auf der Station, mag man wahrscheinlich auch die anderen. »Graceland« sticht in die gleiche Kerbe wie die anderen Crime-Shows des Senders, »White Collar« und »Burn Notice«.
Mir gefällt’s.

→ »Graceland« in der Wikipedia und bei TVRage
Trailer
→ Metacritic-Score: 58

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