Hart of Dixie

Hart of DixieIn „Hart of Dixie“ spielt „O.C., California“-Starlet Rachel Bilson die toughe New Yorker Ärztin Zoe Hart, die eine berühmte Herzchirurgin werden und damit in die Fußstapfen ihres Vaters treten will. Nach dem vorzeitigen Ende dieser Karriereträume strandet sie in der Pilotfolge recht bald in Blue Bell, einer Kleinstadt in den amerikanischen Südstaaten. Jahrelang umwarb der dortige Familienarzt Harley Wilkes Zoe, für ihn zu arbeiten. Da es schon in den Trailern gezeigt wurde, ist es wohl kein Spoiler, das Ende der Episode vorwegzunehmen: Der inzwischen verstorbene Wilkes ist Zoes richtiger Vater, der ihr die Hälte seiner Praxis und Zoe damit neue Fußstapfen zum Füllen überlassen hat.

„Hart of Dixie“ bedient sich recht offensichtlich bei zwei charmanten Formaten der Vergangenheit: „Everwood“, wo ein Weltklasse-Chirurg nach dem Unfalltod seiner Frau sein Exil in einer Kleinstadt in Colorado sucht, und „Men of Trees“, wo Anne Heche in der Einöde von Alaska ihr Glück findet. In beiden Serien wird ein Großstadtmensch in einem sehr eigenen, eingeschworenen Mikrokosmus von seinem hohen Ross geholt.

Doch die großen Vorbilder helfen dieser Serie nicht. Rachel Bilson mag wunderbar gewesen sein als quirlige Summer in „O.C.“, ist aber wirklich nicht die Art Schauspielerin, die eine Drama-Serie tragen kann. Und sie hat sich keine gute Hauptrolle ausgesucht – Zoe ähnelt sehr der frühen Summer, nur in erfolgreich und freilich ein paar Jahre älter. Dass die Hauptfigur unglaubwürdig wirkt, liegt auch daran, dass die Pilotepisode so holterdipolter daherkommt. Für ihre Entwicklung von der verwöhnten, unnahbaren New Yorkerin zur aufmerksamen Kleinstadtärztin hätte man sich besser mehr Zeit gelassen.

Doch selbst dann ist es fraglich, ob „Hart of Dixie“ in die Fußstapfen zum Beispiel von „Everwood“ treten kann, einer kleinen, aber sehr feinen Familienserie aus der WB-Ära – also der Zeit, bevor The WB und UPN zum neuen Sender The CW verschmolzen. Auf The CW läuft jetzt auch „Hart of Dixie“, und hier ist alles in der Regel sehr auf Hochglanz poliert. Der raue Charme ist längst verloren gegangen. „Hart of Dixie“ ist – so schön es auch ist, Bilson im TV wiederzusehen – zu vorhersehbar, um auf meine wöchentliche To-Watch-Liste zu kommen.

→ Trailer

CyberChimps