iZombie

iZombieHallo. Mein Name ist Andi und ich schreibe auch auf diesem Blog. Zumindest, wenn ich mich daran erinnere, wie das geht.
Liv Moore hat ein solides Leben. Sie ist Ärztin in einem Krankenhaus, hat tolle Freunde, eine unterstützende Familie und einen hübschen Verlobten. Eines Abends geht sie auf eine Party auf einem Boot, die schnell aus dem Ruder läuft. Nicht Hangover-aus-dem-Ruder, sondern Zombie-aus-dem-Ruder. Liv wacht am nächsten Morgen in einem Leichensack auf und hat den furchtbaren Drang, Gehirn zu essen. Sie ist ein Zombie. Sie krempelt ihr Leben um, trennt sich von Job und Verlobtem und beginnt für das Leichenhaus von Seattle zu arbeiten. Dort entdeckt sie eine Fähigkeit: Wenn sie die Gehirne der Mordopfer, die da so vor ihr auf dem Tisch liegen, isst1, dann kann sie deren letzte Momente vor dem Tod sehen. Liv ist die, vermutlich, erste Zombie-Leichenhaus-Polizeiberaterin der Welt.

»iZombie« ist die freie Adaption des gleichnamigen Vertigo-Comics. »Buuuh! Noch eine Comic-Adaption?!« könntet ihr sagen, »Davon gab’s doch schon genug in den letzten Monaten.« Aber »iZombie« ist anders als Marvel’s The Arrow of SHIELDevil. Die Show ist eher eine Alternative Zombie-Version von »Veronica Mars«, als die X-te Rettung der Menschheit in Superheldenform.

Die Analogie kommt nicht von ungefähr: »iZombie« wird gemacht von »Veronica Mars«-Erfinder Rob Thomas und hat einige Elemente unserer aller Lieblings-Detektivshow von damals™. Eine junge Protagonistin die der Polizei bei Ermittlungen hilft, sich dabei clever anstellt und trotzdem immer mitten ins Geschehen stolpert. Und Voice-Over-Gedanken voller sarkastischem Humor des Hauptcharakters, vermutlich das offensichtlichste Stilmittel von allen. Aber das war’s dann auch mit den Gemeinsamkeiten. Denn, anders als »Veronica Mars«, werden keine Themen von heranwachsenden Teens behandelt, sondern von Twenty-Somethings, deren täglichen sozialen Probleme zwar ähnlich intensiv, aber eben etwas erwachsener gelagert sind. Rob Thomas ist gewissermaßen mit Veronica erwachsen geworden. Und anstelle von Marshmallows gibt’s jetzt Gehirn.

Die Serie ist spaßig! Ein bisschen fies, wenn’s wiedermal ans dinieren von Frontallappen & Co. geht, aber durchweg unterhaltsam. Livs Gegenspieler wird erst in der zweiten Episode so richtig erwähnt und bringt dann auch etwas Langfristigkeit in die Story. »iZombie« ist gleichermaßen ein erfrischender Wechsel in dieser TV-Saison, aber auch ein kleiner Blick zurück als vor zehn Jahren das goldene TV-Zeitalter begann.

→ »iZombie« in der Wikipedia und bei TVRage
→ Tomatometer: 91 %, Metacritic-Score: 74
Trailer


  1. Mit viel Tabasco, versteht sich. 

CyberChimps