Matador

MatadorTony Bravo ist Undercover-Drogenfahnder in Los Angeles. Bis er von der CIA ein Angebot bekommt: Arbeite für uns und dein Bruder darf aus dem Gefängnis raus.
Tonys Aufgabe: Einen Fußballclub, die L.A. Riots, infiltrieren und dessen Besitzer, Andrés Galan, näher kommen. Der scheint nämlich einen Haufen Dreck am Stecken zu haben, über den die CIA gerne mehr wissen würde.
Natürlich nimmt Tony den Auftrag an, bekommt fix einen Crash-Kurs im Fußballspielen (professioneller Spieler zu werden war schon immer sein Traum) – und findet sich schon bald in der näheren Auswahl neuer Talente für den Club. Auch das Gutfreundwerden mit dem Boss klappt. So gut, dass Tony und seine CIA-Kontakte schon bald feststellen, dass Galan Teil einer großen Verschwörung ist…

»Matador« ist die bescheuertste Serie seit Langem. Die Prämisse: Fußballspieler ist CIA-Undercover-Agent. Im amerikanischen Fernsehen. Das schreit doch nur so WTF!
Aber »Matador« ist großartig! Eine unterhaltsame Show, die eben etwas anders ist, und einen spannenden, einzigartigen Plot verfolgt. Zwischendurch gibt’s Momente voller Klischees und platter Szenen, aber das große Schema, das Gesamtbild stimmt.

»Matador« wird gemacht und produziert von den beiden »Fringe«-Alumni Roberto Orci und Alex Kurtzman. Das merkt man zu aller erst an dem ausgefeilten, mysteriösen, übergeordneten Plot, der von Folge zu Folge ein Stück mehr enthüllt und spannender wird. Ausgestrahlt wird die Show auf Robert Rodriguez neuem Sender El Rey, nach »From Dusk till Dawn: The Series« die zweite eigene Show des Sender. Target Audience ist ganz klar die hispanische Bevölkerungsgruppe Amerikas, das merkt man bei »Matador« an einigen Stellen (Hauptdarsteller / -charakter, dessen Familie, Fußball als Sport – nicht etwa Football). Außerdem männlich; die Show besteht im Tagesgeschäft vermutlich nur selten den Bechdeltest.

Letzteres ist auch Teil des größten Kritikpunkts, den ich an »Matador« habe: Die Show ist stellenweise zu plump. Blöde Dialoge, kurze Kleider, unglückliche Zufälle. Hochpunkt dessen: Die Sex-Szene von Tonys Bruder in der Umkleidekabine. Puh. Zum Glück sind diese peinlichen Ausrutscher an einer1 Die Show hat das nicht nötig. »Matador« macht viel Spaß! Ist am Anfang der Fußball und Bravos Etablierung als ernsthafter Spieler im Vordergrund, geht es in der zweiten Staffelhälfte eigentlich nur noch darum, die große Verschwörung aufzudecken und die Welt zu retten. Jap, nicht geringeres als das. Tony Bravo steht irgendwo zwischen Jack Bauer und David Beckham, er kann Fußballspielen, hat clevere Ideen in brenzligen Situationen, kann mit Kickboxkarate seine Gegner umhauen. Und sieht aus, wie frisch aus der 90210-Hundeblick-Schule entsprungen. Davon abgesehen liefert Gabriel Luna eine solide Leistung ab. Galan wird gespielt von Alfred Molina, der wirkt, als hätte er im ersten Leben schon mal genau den Job von Galan gemacht. Und Nicky Whelan, die Darstellerin Tonys CIA-Kontakts und deren Frisur2, könnte ruhig häufiger ihren australischen Akzent benutzen. Ich fände das toll. Bei »Matador« ist nicht alles durchweg super. Viel ist einfach zu billig, zu Klischee. Aber die Show ist so frisch, so bescheuert, und dann eben auch so spannend, das ich da gerne drüber hinweg gucken kann. Mir macht sie Spaß. Hätte ich nur die Pilotepisode gesehen, wäre mein Urteil vermutlich nicht so positiv ausgefallen. »Matador« entwickelt sich.

→ »Matador« in der Wikipedia und auf TVRage
→ Tomatometer: 67 %, Metacritic-Score: 62
Trailer


  1. Auch »Matador« läuft schon fast drei Monate… 

  2. In zwei aufeinander folgenden Reviews fallen mir die Frisuren der Darsteller auf. Ich werde das beobachten… 

Ein Gedanke zu “Matador

  1. Pingback: Newshows | Scorpion

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