Missing

MissingBecca Winstone war früher mal CIA-Agentin. Als ihr Mann durch eine Autobombe ums Leben kam konzentrierte sie sich aber nur noch auf das Muttersein. Bis jetzt jedenfalls. Denn eigentlich wollte ihr Sohn nur für ein Architekturpraktikum nach Rom, aber von dort meldet er sich irgendwann nicht mehr. Und tatsächlich, ihr Sohn wurde entführt. Beim Milchholen in einen schwarzen Van gezerrt und, zack, weg. Becca schwor sich als Kind, nicht so zu sein, wie ihre eigene Mutter – und macht sich auf die europaweite Suche nach dem Verbleib ihres Sohns, dabei nicht nur die bösen Entführer im Nacken, sondern auch die eigene CIA, die sie lieber in den USA zurück haben möchte.

Ashley Judd spielt in »Missing« den Zentralcharakter der toughen Mutter und Agentin. Immer mit kritischem, todesüberzeugtem Gesichtsausdruck. Dann gibt’s noch den CIA-Agentin Dax Miller (Cliff Curtis), der sie zurückholen soll – dabei unentschlossen zwischen Mitgefühl und Landesgehorsam ist. Weitere Cast-Mitglieder scheinen entweder nur auf die erste Episode begrenzt zu sein, oder aber noch arg profilfrei.

Und sonst so? Das ist alles ganz schön grenzwertig.
»Missing« probiert eine Action-Serie zu sein, an die Bourne-Reihe (»Tour de Europe«) erinnernd, ein bisschen im Stile von »24« (nicht den Realzeitcharakter, sondern die hervorragende Actionabgestimmtheit). Schafft das aber, wie so viele Serien zuvor, nicht. Da sind die schnell geschnittenen, harten und gefühlt viel zu langen Kämpfe. Die Verfolgungsjagd mit dem Motorroller durch Rom. Die käsigen Rückblenden zu Beginn. Die billige ›sexual tension‹ in den Szenen mit dem italienischen Agenten.
Und diese Verschwörung, die über allem zu hängen scheint.

Ich hoffe einfach, dass »Missing« in Zukunft weniger versucht, wie ein besseres Selbst zu sein, sondern auf Ebenen agiert, die etwas greifbarer sind. Sonst wird’s bitter.

→ »Missing« bei TVRage
→ Trailer (Wie es aussieht mit altem Bildmaterial…)

(Achtung, leicht spoilerbehaftete Zukunftsprognose: Natürlich steckt die CIA hinter dem Drogenschmuggelring, der Beccas Sohn entführt hat. Oder ihr Ehemann, der natürlich NICHT vor zehn Jahren in der Autobombe umkam. Oder (wahrscheinlichster Fall) beide.)