Mr. Robot

Mr. Robot

Am Tag angestellt bei einer IT-Sicherheitsfirma, in der Nacht hackender Rächer auf der Jagd nach Verbrechern – diese Prämisse hätte ganz schön nach hinten losgehen können. Doch das USA Network hat nicht umsonst den Slogan „Characters Welcome“ und hat mit der Hauptfigur in „Mr. Robot“ wieder ein gutes Händchen bewiesen: Elliot (Rami Malek) stolpert eines Tages bei einem Job-Notfall über Code, der extra für ihn im System hinterlassen wurde. Eine anonyme Hackergruppe, angeführt vom mysteriösen Mr. Robot (Christian Slater), rekrutiert den jungen Hacker für ihren Kampf gegen ein übermächtiges Konglomerat.

In einem völlig anderen Metier als sonst gelingt dem USA Network eine spannende Charakterstudie vor dem Hintergrund von Kapitalismuskritik. Rami Malek ist äußerst überzeugend als soziophober Elliot und bekommt gleich in der Pilotepisode eine ganz schöne Bandbreite an Emotionen zu spielen – für eine Figur, die mit Emotionen nicht so gut klar kommt. Denn Elliot entspricht nur vordergründig dem Klischee des Hackers, der keine Sozialkontakte pflegt und im Keller hockt. Seine nächtlichen Ausflüge, bei denen er – überhaupt nicht so pathetisch, wie es klingt – Verbrecher mit seinen Hacks zur Strecke bringt, offenbaren eine vielschichtige emotionale Welt, die zu entdecken ich mich freue.

Der Plot und der Hauptdarsteller versprechen Gutes! Außerdem gefällt mir die unaufgeregte Cinematographie von „Mr. Robot“ und das Voice over, in dem wir Maleks Stimme überwiegend hören, ist eines der gelungensten der letzten Jahre, schon allein, weil es häufig im Kontrast steht zu dem, was wir sehen.

Bleibt zu hoffen, dass die Christian-Slater-Serien-werden-abgesetzt-Pechsträhne ein Ende hat…

→ „Mr. Robot“ in der Wikipedia und bei TVRage
Trailer

CyberChimps