Orange Is the New Black

Orange Is The New BlackPiper Chapman lebt eigentlich ein geordnetes Leben in New York. Ist verlobt, hat eine solide Geschäftsidee und ein paar gute Freunde. So, wie dieses bodenständige Familienleben eben sein sollte.
Aber das war nicht immer so. Damals, als sie noch jung war, hatte sie eine wilde Phase und war liiert mit der Drogendealerin Alex. Und erklärte sich ein mal für den Transport von Drogengeld bereit.
Das hat sie jetzt ein geholt. Denn wegen dieses Transports muss sie jetzt ins Gefängnis. 15 Monate. Ohne Verlobten, ohne Geschäft, ohne Freunde. Nur sie, mit-kriminelle Frauen und herabschauende, creepyge Gefängniswärter.

Caro hat eigentlich schon alles wichtige zu »Orange Is the New Black« geschrieben. Ihr solltet erst ihren Artikel lesen. Macht das. Jetzt.

Habt ihr? Ok. Gut.

Dann zwei Punkte, weshalb ich auch noch mal »Orange Is the New Black« aufgreife.

  1. Es ist eine großartige, vielschichtige Show!
    Tiefgründig, intelligent, bewegend. Spaßig, leichtfüßig, albern. Ernst, traurig, mitfühlig. Nur wenige Shows schaffen es, ein derartig großes Spektrum von tollen Eigenschaften in einer einzigen Show abzubilden und dabei auch noch Kontinuität und geschichtsbezogene Relevanz zu haben.
    Nicht nur die Geschichte um Hauptperson Piper ist interessant und fesselnd, auch die Mit-Gefangenen sind toll erzählt. Wir lernen zu verstehen, warum die einzelnen Personen im Gefängnis sitzen, ohne gutzuheißen, was sie taten.
    Außerdem gibt’s ganz klare Bösewichte – das ist durchaus auch mal wieder erfrischend (obwohl, auch sie, vielschichtig dargestellt sind).
    Auch erfrischend: Die Idee der Show. Eine Geschichte, die im Gefängnis spielt und das tägliche Leben der Insassen portraitiert, hatten wir (glaube ich) noch nicht.1 Interessant!
  2. Es ist vielleicht die beste Netflix-Show bisher.
    Da lehne ich mich etwas aus dem Fenster. Steile These. Stimmt.
    »House of Cards« ist ein intelligenter, vielschichtiger Polit-Thriller, der starbesetzt und stargemacht ein glattgefeiltes Weißes-Haus-Drama abliefert. Unglaublich hoher Produktionswert. Aber man muss etwas übrig haben für Politik und Intrigen. Und, einmal kurz nicht aufgepasst, und Frank hat neben seinen Kontrahenten auch den Zuschauer hinter sich gelassen.
    »Arrested Development« ist ein Quell der Nerd-Freude. Die Frequenz der Wortspiele, Selbst- und Popkulturreferenzen wird nur übertroffen von der (großartigen!) Bescheuertheit, mit sich die Geschichte umherwendet. Die Show ist toll. Aber die aktuelle, Netflix-Staffel war ein bisschen verworren. Die Story blieb etwas unter meinen Erwartungen. Was natürlich nur daran liegt, dass meine Erwartung so (unberechtigt) hoch waren. Klar. Aber so belohnend waches Aufpassen und Folgen der Geschichte von »Arrested Development« auch ist, so anstrengend kann es zwischendurch sein. Und das mindert etwas die Erfahrung AD.
    Aber »Orange Is the New Black« ist leichtfüßig und hoch unterhaltend. Dabei aber nie dumm oder unangemessen actionreich. Die Show schafft es, ausbalanciert kurzweilig und tiefgründig zu sein. Gleichzeitig. Und das fehlt mir bei den anderen beiden großen Netflix-Shows etwas.
    Natürlich reden wir von Unterschieden, die in Vielfachen des Planckschen Wirkungsquantums angegeben werden sollten — nicht wirklich vergleichbar mit dem Gros der Free-TV-Serien.

Wenn ihr’s noch nicht getan habt, ihr solltet »Orange Is the New Black« schauen.
Nehmt euch morgen frei und los geht’s.

→ »Orange Is the New Black« in der Wikipedia und bei TVrage
Trailer
→ Metacritic-Score: 79; Tomatometer: 89%


  1. Außer, die Durchführung eines Ausbruchs sei das tägliche Leben… 

CyberChimps