Orphan Black

Orphan Black»Orphan Black« beginnt wie eine düstere Variante des Doppelten Lottchens: Nach fast einem Jahr auf so einer Art Flucht vor sich selbst kehrt Sarah nach New York zurück, um als erstes Mal den Selbstmord einer Frau zu bezeugen – die ihr zum Verwechseln ähnlich sieht. Eine Zwillingsschwester, von der die elternlose Sarah nichts ahnte? Um ihrem gewalttätigen Dealer-Ex-Freund zu entkommen und mit Ziehbruder Felix und Töchterchen Kira neu anfangen zu können, schlüpft sie kurzerhand in die Rolle ihrer toten Doppelgängerin Beth und lässt sich selbst für tot erklären.

Doch noch bevor sie die Beine in die Hand nehmen und mitsamt 75.000 Dollar von Beths geplündertem Konto abhauen kann – die nächste unheimliche Begegnung mit einer Frau, die aussieht wie sie selbst. Und das wären erst der drei noch zahlreichen folgenden Charaktere, die Tatiana Maslany nach der Pilotepisode der Serie zu spielen bekommt.

Ohne zu viel dieses geheimnisvollen Plots vorwegzunehmen: »Orphan Black« ist ein Science-Fiction-Drama mit einer fürs Serielle originellen Prämisse. Und sie sieht schick aus. Ich habe bislang noch keine BBC-America-Produktion gesehen, aber schreibe den hohen ästhetischen Wert und die Anmutung, die an etwas raueres, bodenständigeres britisches Drama erinnert, jetzt einfach mal dem Sender zu. »Orphan Black« ist spannend, hat ein hohes Tempo, genügend überraschende Wendepunkte, ohne zu viel vom Mysterium im Zentrum zu verraten, und dabei bislang sehr glaubwürdig, zum Beispiel was Sarahs Schwierigkeiten angeht, sich als Polizistin Beth auszugeben.

Abzug gibt es lediglich dafür, dass die deutsche Doppelgängerin, die am Ende der ersten Folge auftaucht, ausgerechnet kurzes rotes Haar hat. Das Lola-rennt-Klischee nervt.

Ansonsten hat »Orphan Black« ein ziemlich überzeugendes Ensemble, am bekanntesten darunter dürfte Maria Doyle Kennedy sein, König Henrys erste Frau aus »The Tudors«.

Aber das Beste kommt (in diesem Review) tatsächlich zum Schluss: Tatiana Maslany (Sarah, Beth, die rothaarige Deutsche und und und) haut mich um!! Egal wie klein oder groß die äußerlichen Unterschiede sind, die Kanadierin (spielte u.a. die Tochter von Dr. Tom in »Being Erica«) stellt so viele Facetten auf einmal zur Schau, das glaubt man nicht. Tut mir nur leid, dass sie dafür preislich nicht so belohnt werden wird, wie es ihr eigentlich gebührt. Die Darsteller von »Fringe« hätte ich zum Beispiel an Stelle der Emmy-Entscheider ebenfalls mit Awards überschüttet für die verschiedenen Rollen, die sie in all den Jahren gespielt haben – aber das und die SciFi-Kategorie haben es bei Juroren irgendwie immer schwer.

Nach aktuell fünf Episoden beide Daumen ganz hoch und ein kräftiges Nicken obendrauf für »Orphan Black«!

→ »Orphan Black« bei TVRage und in der Wikipedia
→ Trailer
→ Metacritic-Score: 72

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