Pan Am

Pan AmPan Am, kurz für Pan American World Airways, war die erste Fluggesellschaft, die interkontinentale Flüge anbot. Die Serie gleichen Namens startet im Jahr 1963, zur Hochzeit ebendieser Fluggesellschaft.
Wir begleiten eine Gruppe Stewardessen und Piloten auf dem Jungfernflug des neuen, Jet-Zeitalter-einläutenden Flugzeugs Boeing 707 Clipper Majestic von New York City nach Paris London. Die Stewardessen, eigentlich die stillen Königinnen der Lüfte, haben alle ihre persönlichen Geschichten über den Wolken. Unehrliche Liebhaber, ungewollte Aufmerksamkeit, ungekonnte Spionage – die Probleme sind vielschichtig. Und auch die Piloten, der männliche Gegenpart zur sonstigen Flug- und Film-Dauer-Besatzung, haben schon einiges in ihren Stahlvögeln erlebt.

»Pan Am« ist neben »The Playboy Club« die zweite Serie, die das erfolgreiche Mad-Men-Image der glorreichen 60er ins Mainstream-Fernsehen holen möchte. Und gelingt es viel besser als der Hasenstall.

Vorweg ist eine wichtige Gegebenheit festzustellen: Anders als »The Playboy Club« möchte »Pan Am« gar nicht »Mad Men« imitieren. Man spielt zwar in der Zeit und verwendet prinzipiell die gleichen Mittel und Requisiten zum Einfang des Zeitgeists, aber vom Bau der Geschichte, der Figuren, her ist »Pan Am« völlig anders. Und das ist, in dem Fall, gut.

Nicht Vieles steht für die Modernisierung, den Luxus, den Aufbruch in ein neues Zeitalter, wie das Pan Am der 60er Jahre. Ein Interkontinentalflug war ein herausragendes Ereignis, für das sich schick gemacht wurde und das richtig viel Geld kostete. Pan Am ermöglichte den Traum, die Welt zu sehen. Die Stewardessen waren dabei die Wegbegleiter der Freizeitabenteurer und hatten die ganze Welt zu Füßen (hier darf nun jemand »Mad-Men-Analogie!« rufen).
Diese Gefühl fängt »Pan Am« hervorragend ein und stellt es in hübschen Bildern dar. Wenn auch manchmal etwas zu käsig und mit zu vielen Streichern im Soundtrack.

Die Pilotfolge verschwendet kaum Zeit beim Storytelling (Ausnahme: die schlechten, computergenerierten, langatmigen Aufnahmen des Pan-Am-Clippers). Es werden sogar die meisten Charaktere eingeführt, ohne das es überhastet wird (einzig Christina Riccis Charakter bleibt noch etwas formlos). Die Rückblicken sind ein ok-es Stilmittel, solange es nicht zukünftig zuviel des Guten wird, der CIA-Subplot birgt Potenzial für interessante nächste Szenen.

»Pan Am« gefällt mir.
Das Lebensgefühl der Zeit wird toll eingefangen und mit Gelassenheit präsentiert. Gefahren sehe ich in dieser Gelassenheit (lahmer Plot), darin, dass es möglicherweise etwas unübersichtlich werden könnte, und in der Doctor-Who-isigerung der Pan-Am-Crew (hatte bei jedem geschichtlich relevanten Ereignis ihre Finger im Spiel).

→ »Pan Am« bei TVRage
→ Trailer

(Jemand möge mal die Korrelation zwischen Reviewlänge und bewertete Serienqualität eruieren.)

CyberChimps