Rake

RakeKeegan Deane hat irgendwann seinen rechten Pfad verlassen. Er ist Strafverteidiger, kein schlechter, vermutlich — aber privat stolpert er von einem falschen Schritt in den nächsten.
In der Pilotepisode schauen wir ihm dabei zu, wie er vor dem Geldeintreiber seiner Pokerschulden davon läuft, wie er versucht, den in Zahlung gegebenen Thunfisch an den Mann zu bringen — und wie sein eigentlich schuldiger Mehrfachmörder plötzlich auf Freispruch plädiert und zum Problem des Bürgermeisters wird.

»Rake« hat alles, was eine Serie braucht, um interessant zu sein — aber irgendwie zündet die Show (noch) nicht so richtig.

Die Serie ist ein Remake der gleichnamigen australischen Serien, von der auch direkt der Showrunner eingekauft wurde. Mit-Produziert von Sam Raimi, der auch direkt der Regisseur einiger Episoden ist.
Hauptrolle: Greg Kinnear, der den zwiegespaltenen Deane ganz gut porträtiert. Aber auch bei dem habe ich das Gefühl: Der könnte das noch ein Stück besser, wenn man ihn lassen würde.
Das verwirrte Jonglieren zwischen Spielschulden, Spielsucht und Anwaltskanzlei gibt der Serie eine gewissen Grund-Edge. Ich schaue Deane gerne dabei zu, wie er sich aus den Schuldenzwängen herauswindet und einen Feind nach dem anderen Macht. Aber der letzte Schritt fehlt.
Meine These: »Rake« gehört ins Kabelfernsehen. Da könnte Deane fluchen, die Dialoge könnten dreckiger, die Szenen etwas realistischer sein. So fühlt sich die Show wie eine Lightversion seiner selbst an. Und das passt nicht zum Thema — eine Show über einen krassen Charakter, die nicht krass ist.

Mal sehen, was die Zukunft bringt. Noch bleibe ich dran, denn den Stoff finde ich reizvoll.

→ »Rake« in der Wikipedia und auf TVRage
Trailer
→ Metacritic-Score: 62, Tomatometer: 64%
(Und meistens ist es kein gutes Zeichen, wenn man nachträglich die Episodenausstrahlungsreihenfolge ändert. Der eigentliche Pilot von »Rake« war zu traurig, man schob ihn auf Ausstrahlungsnummer 4 und schaffte einen neuen Piloten. Hmmm.)

CyberChimps