Ray Donovan

Ray DonovanRay Donovan ist ein Fixer. Einer, der sich um die etwas ernsteren Probleme der Reichen und Wichtigen kümmert. Zum Beispiel ein Sportler, der morgens neben einem toten One-Night-Stand aufwacht. Überdosis. Aber Ray, clever wie er ist, schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe und lässt einen Schauspieler, an dessen sexueller Orientierung die Öffentlichkeit zweifelt, aus dem Hotel laufen. Schauspieler heterosexuell, Sportler still durch die Hintertür verschwunden. Alles gut.
Während Ray so Probleme jongliert (da ist nämlich noch die bestalkte Geliebte eines Filmproduzenten) kommt ein ganz gewaltiges, eigenes Problem auf ihn zu: Nach vielen Jahren der Haft wurde sein Vater aus dem Gefängnis entlassen. Und Ray, seine Brüder und ihr Vater sind nicht gerade in dreiseitiger Glückseligkeit auseinander gegangen.

Hollywood-Star Liev Schreiber spielt in »Ray Donovan« den titelgebenden Hauptcharakter. Und der erinnert etwas an »Mad Men«. Inhaltlich haben die beiden Shows keinerlei Überlappung, aber so wie Don Draper in »Mad Men« ist Ray Donovan ein Antiheld — zumindest zeitweise. Ein Ambivalendheld, sozusagen. Eigentlich ist er am guten Ganzen interessiert und hilft, wo er kann. Bis er übermäßig brutal wird oder unangemessen aggressiv — oder fremdgeht.
Vermutlich ist »Ray Donovan« Liev Schreibers antipathischen Gesichtsausdruck auf den Leib geschrieben. Schreiber muss nur wenig mehr Emotion in seine Mimik einbauen als angewidertes Desinteresse.

Aber das macht er ganz hervorragend — und das passt. »Ray Donovan« ist durchweg abgefuckt, roh und übertrieben. Die Familiengeschichten rund um Ray sind völlig durch und über. Seine Fix-Fälle sind von gleicher Kategorie.
Aber all das macht den Reiz der Show aus.

Mal sehen, wohin die Geschichte geht. Das Setting ist allerdings vielversprechend — und die Schauspieler, auch über Schreiber hinaus, großartig.
Das kann eine ganz hervorragende Show werden. Wir werden sehen.

→ »Ray Donovan« in der Wikipedia und bei TVRage
Trailer
→ Metacritic-Score: 77

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