Red Band Society

Red Band Society Cast

„Red Band Society“ ist neu auf Fox und wartet nicht nur mit einem ergrauten Dave Annable („Brothers & Sisters“) auf, sondern vor allem mit einem tollen Cast an Kids und Teenies. Die spielen Patienten in einem Krankenhaus: unter anderem einen Jungen im Koma, ein junges Mädchen mit Anorexie, einen Krebskranken und einen Teenager mit Mukoviszidose. Sie alle sind schwer krank, manche kämpfen um ihr Leben, aber die Serie ist eine Dramedy und will uns neben schwer zu verdauenden Momenten vor allem vermitteln, dass diese Kids mehr als Kranke sind, was in der Pilotepisode schon sehr gut gelingt.

Schaute man sich nach Ausstrahlung des Piloten (schon vor einigen Wochen auf Hulu) im Netz um –
zum Beispiel auf Reddit oder TVLine.com -, fand man viele Kommentare tatsächlich Kranker, die beklagen: Der Serie fehle es an Realismus. Nicht nur, dass für jeden Zuschauer ersichtlich das toll eingerichtete Krankenhaus ein absolutes Fantasieprodukt ist. Auch beschreiben einige, die tatsächlich im Krankenhaus leben, ihren Alltag als von Isolation und Langeweile statt Rollstuhlrennen und Marihuana geprägt. Doch vor allem die fehlenden Symptome mancher Patienten werden beklagt und während etwas kreative Freiheit bei der Darstellung des Alltags durchaus okay ist, ist das ist etwas, wo ich mir Besserung erhoffe. Doch letztlich beschreibt die Pilotfolge nur einen einzigen Tag – der vielleicht einfach ein guter war, soll’s ja geben.

Andere, teilweise ebenfalls Betroffene, loben „Red Band Society“ im Netz auch dafür, dass sie zum Beispiel chronische Krankheit nicht primär negativ und bemitleidenswert darstellen. Tatsächlich sind die Perspektive der Patienten und der positive Ton – unterstützt durch ein bisschen Slow Motion und reichlich Tränendrüseninszenierung – eine schöne Abwechslung zu sonstigen Medizinerserien.

Von der Kritik am mangelnden Realismus mal abgesehen: Bei „Reddit“ beschreibt jemand die Serie als das neue „Breakfast Club“. Ich kann den Vergleich durchaus nachvollziehen, finden hier doch recht stereotype Fremde zueinander, öffnen sich und werden unerwartet (so ist es jedenfalls zu erwarten) gute Freunde, während der Zuschauer einen Einblick in verschiedene Charaktere bekommt, hinter denen wesentlich mehr steckt als der erste Eindruck vermuten lässt.

Ob der Vergleich angebracht oder vermessen ist, wird sich zeigen. Mir hat „Red Band Society“ gefallen, obwohl – oder gerade weil – es so sentimental und lebensbejahend ist. Ich hoffe, dass sie in der Lage sind, die ernsten Teile des Krankenhauslebens etwas mehr herauszuarbeiten ohne dabei den Charme zu verlieren. Und wie gesagt: Etwas Realismus würde nicht schaden.

→ »Red Band Society« in der Wikipedia und bei TVRage
→ Tomatometer: 57 %, Metacritic-Score: 58
Trailer

Ein Gedanke zu “Red Band Society

  1. Mir hat »Red Band Society« sehr gut gefallen. Ich fand dieses lockere, unrealistische, spielerische Herangehen an den tristen Krankenhausalltag sehr unterhaltsam. Und, wie du sagst, ein interessanter Spin auf Your favorite hospital show ist’s allemal.

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