Ringer

RingerEigentlich soll Bridget (Sarah Michelle Gellar) als Kronzeugin in einem Mordprozess aussagen. Kurz vor Prozessbeginn allerdings bekommt sie es mit der Angst zu tun und sucht Unterschlupf bei ihrer entfremdeten Zwillingsschwester Siobhan (ebenfalls Sarah Michelle Gellar). Die Wiedervereinigung endet mit Siobhans vermeintlichem Selbstmord auf offener See und einer verzweifelten Bridget, die folglich die Identität ihrer Schwester annimmt.

Gellar, unsterblich geworden durch ihre Rolle als Vampirjägerin Buffy in dergleichnamigen Serie, hat sich für ihr TV-Comeback eine vielversprechende Doppelrolle ausgesucht. Bridget und Siobhan, das wird schnell klar, haben beide ein auf seine Art verkorkstes Leben: die trockene Alkoholikerin Bridget, die auf der Flucht vor ihrem FBI-Beschützer Victor (Nestor Carbonell aus „Lost“) ist, und die wohlhabende New Yorkerin Siobhan, die sich offenbar zwischen der erstarrten Ehe und einer Affäre mit dem Mann ihrer besten Freundin noch Feinde gemacht hat. Und so beginnt und endet die Pilotepisode mit Bridget – als Siobhan -, die beinahe von einem Attentäter ermordet wird. Auf wen hatte er es abgesehen, und was hat Siobhan veranlasst, ihren Tod vorzutäuschen und sich nach Paris abzusetzen?

Mit diesem der Geschichte zugrunde liegenden Mysterium hat der Thriller „Ringer“ einen durchaus sehenswerten Einstand, auch wenn eine wirklich fesselnde Serienepisode anders aussieht. Dabei darf man nicht vergessen: Der Pilot wurde ursprünglich für das zahlungskräftigere Network CBS entwickelt – nun läuft die Serie beim kleinen Sender The CW. Das muss nichts Schlechtes bedeuten, schließlich hat sich dort zum Beispiel „The Vampire Diaries“ ansehnlich entwickelt. Für „Ringer“ jedoch könnte der Wechsel bedeuten, dass der erste Eindruck – ob er nun gut oder schlecht war – schnell obsolet wird, weil sich der Ton in der kommenden Woche möglicherweise noch mal ändert.

Davon abgesehen sind „Buffy“-Fans hoffentlich nicht zu enttäuscht. Wie von zahlreichen Kritikern schon vorab angemahnt, ist Sarah Michelle Gellars TV-Rückkehr in nichts mit ihrer Kultrolle zu vergleichen. Die Schauspielerin dürfte immer noch von den Früchten ihrer damaligen Arbeit profitieren – die jedoch auch nur deshalb in die Fernsehgeschichte einging, weil das Gesamtpaket samt Cast und Autoren so eingespielt und wunderbar war. In der Pilotepisode wirkt „Ringer“ hingegen wirklich wie die Sarah-Michelle-Gellar-Show, was nicht gut sein kann.

Die Serie hat, zugespitzt gesagt, neben ihr vor allem eins: Leute, die besonders gut Trailer schneiden können.

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