Saving Hope

Saving HopeVon Supermans Frau zur Ärztin mit transzendentaler Beziehung: Erica Durance („Smallville“) ist Chirurgin Dr. Alex Reid. Auf dem Weg zur Hochzeit mit Kollege Dr. Charlie Harris (Michael Shanks, „Stargate“) geraten die beiden in einen Unfall. Noch eben das Leben einer anderen Autofahrerin gerettet, da kippt er selbst um – und ins Koma. Während sie hilft, ein Baby zur Welt zu bringen, und dessen Mutter stirbt, wird an anderer Stelle im Hope Zion Krankenhaus einem jungen Paar nach dem Verzehr eines Liebestranks der Magen ausgepumpt und soll einem krebskranken Kriegsveteran der Arm amputiert werden.

Die Pilotepisode quetscht eine Menge recht uninspirierter medizinischer Fälle in eine Dreiviertelstunde, aber das ist noch nicht mal das, was an „Saving Hope“ stört. Verknüpft werden die Fälle – davon abgesehen, dass sie in derselben Klinik stattfinden – durch den komatösen Beinahe-Ehemann, der aus seinem Körper gefahren ist und nun durch die Gänge des Krankenhauses wandelt. Und dort seine Liebste und deren Patienten beobachtet, die Geister von Toten trifft und im Voice Over über allerlei Fragen von Leben, Tod und Medizin philosophiert. Soll wohl ein roter Faden sein und sich ernsthaft mit dem Thema Koma und Leben nach dem Tod auseinandersetzen, das will aber irgendwie nicht klappen.

Während die Handlungsstränge so vor sich hin plätscherten – Alex hatte ich als Charakter ebenso schnell aufgegeben wie Geister-Charlie -, hatte ich noch Hoffnungen für den von Daniel Gillies gespielten Orthopäden, allein des Darstellers wegen. Doch während Gillies in „Vampire Diaries“ eine schillernde Figur zu spielen hat, bleibt Dr. Joel Goran unheimlich farblos; kaum was zu erkennen von dem Feuer, das Gillies als Vampir versprühte.

Ich gehe davon aus, dass der komatöse Charlie im Verlauf der Staffel nicht nur durchs Gebäude laufen und zuschauen, sondern auch mit anderen interagieren wird, möglicherweise sogar seiner Alex ein Zeichen schicken oder mit ihr kommunizieren kann. Damit würde sich die Zwischen-den-Welten-Geschichte dem inzwischen eingestellten und bislang um Längen besseren „A Gifted Man“ annähern, was zwar wenig originell, aber ein Hoffnungsschimmer wäre. Denn um unabhängig davon als Medizinerdrama konkurrenzfähig zu sein, müsste „Saving Hope“ noch so viel drauf legen, um Kitsch und Pathos der ersten Folge zu überdecken, das halte ich kaum für machbar. Was der Pilot auf die Beine stellt, kommt jedenfalls einer Narkose gleich.

– „Saving Hope“ bei TVRage
– Trailer bei YouTube

PS: Ich will Lois Lane und Hawkman zurück!

CyberChimps