Suburgatory

Suburgatory„Are you a lesbian?“ – „You mean because I’m not dressed like I have a pole in my locker?“

Mit zotigen Sprüchen und viel Pink treibt ABC in der neuen Comedy-Serie „Suburgatory“ das auf die Spitze, was uns „Desperate Housewives“ schon seit Jahren vermittelt: dass Vorstädter ganz schön verkorkst sind und nicht so perfekt wie ihr getrimmter Rasen es aussehen lässt.

Jane Levy spielt den Teenager Tessa, frisch von Manhatten in die New Yorker Vorstadt verpflanzt, nachdem Single-Dad George (Jeremy Sisto) eine Packung Kondome in der Schublade der Tochter fand. Der überforderte Alleinerziehende will Tessa ein geregelteres Leben verschaffen und zieht kurzerhand mit ihr in eine Art Wisteria Lane, wo beide mit ihrer Großstadt-Attitüde und ihren Gewohnheiten bei den Lästermäulern schnell an ihre Grenzen stoßen. Was klingt wie „Desperate Housewives“ mit ein paar jüngeren Charakteren, ist in Wirklichkeit eine stellenweise schon zu überzogene Satire – funktioniert aber trotzdem zunächst ganz gut.

Hauptfigur Tessa, eine ziemlich bodenständige Großstädterin, hat immer einen sarkastischen Spruch auf den Lippen – und für derben Humor bietet sich ihr wirklich genug Angriffsfläche. Denn die Teenager hier sind Proleten und Barbiepuppen, die Röcke sitzen fast so hoch wie der Slip, die Vorstadtmütter haben durch die Bank Silikonbrüste, und die Vorstadtdaddys sind sonnengebräunte Supermans wie Georges Kumpel aus Collegezeiten, gespielt von dem wie immer wunderbaren Alan Tudyk („Firefly“, „Death at a Funeral“).

Tudyks Beteiligung war es auch, die mich überhaupt überzeugt hat, „Suburgatory“ (eine Mischung aus Suburbia = die Vorstadt und Purgatory = Fegefeuer) zu schauen – und wird mich wohl auch ein wenig bei der Stange halten. Ansonsten habe ich bei der Serie trotz einiger guter Sprüche leider die Sorge, dass die Satire sehr schnell vom üblichen ABC-Pathos aufgeweicht werden könnte. Schon in der Pilotfolge deutet sich an, dass Tessa ja im Grunde gar nicht so unglücklich hier ist und ohnehin hinter den Plastikfassaden der Vorstädter Menschen mit einem Herzen aus Fleisch und Blut stecken. Diese Botschaft wird gegen Ende mit dem Hammer verbreitet – das sollte sich „Suburgatory“ schleunigst abgewohnen und es stattdessen etwas subtiler versuchen. Ohne natürlich dabei zu sehr der großen Drama-Schwester „Desperate Housewives“ nachzueifern.

Trailer

„Suburgatory“ auf TVRage.com

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