The Muppets

The MuppetsKermit der Frosch ist ausführender Produzent der Late-Night-Show »Up Late with Miss Piggy«. Neben dem Tanzen nach Frau Piggys Nase kümmert er sich um den Writer’s Room (oder eher Writer’s Table) und organisiert die Gäste der Show. Akuter Problemfall: Miss Piggy möchte den Gast des Abends, Elizabeth Banks, nicht in ihrer Sendung haben. Kermit ist unschlüssig, was er tun soll, und warum Miss Piggy überhaupt so schlecht auf Miss Banks zu sprechen ist. Ist das wieder eine ihrer Allüren? Nebenbei werden wir Zeuge davon, wie schwer es ist als Fozzie-Bär eine Menschenfrau zu daten.

Die Muppets sind zurück im Fernsehen! Und sie sind ein Stück erwachsener geworden. »The Muppets« begleitet den bekannten Puppencast im Dokumentarstil (»The Office« lässt grüßen, also Mockumentary-Stil wohl eher) wie sie ihre Show-in-Show-Late-Night-Show produzieren.

Die Show hat ein paar clevere Witze (z.B. wenn die Mockumentary-typischen Direktinterviews eingeschnitten werden), aber die Taktrate ist nicht hoch genug, um »The Muppets« zur Comedy zu machen. Es ist eher ein leichtes Drama mit Puppen die aus irgendeinem Grund wie Menschen sind.

Bei mir ist der Funke noch nicht übergesprungen. Die Pilotfolge wirkte pointless und verloren. Die Auflösung für Miss Piggys Banks-Antipathie kommt plötzlich und wird überhaupt nicht weiter betrachtet; Fozzies Liebegeschichte wird zu kosten eines kleinen Witzes geopfert. Und dazwischen passiert irgendwie nichts so richtig.

Ich weiß nicht. Ich möchte »The Muppets« mögen, freue mich, die Puppen wieder regelmäßig zu sehen und finde auch den Mockumentary-Stil ganz gut, aber bisher lässt mich alles Gesehene nur mit einem egal-Gefühl zurück. Die Puppenspieler müssen mich noch überzeugen…

→ »The Muppets« in der Wikipedia
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→ Tomatometer: 63 %, Metacritic-Score: 62
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The Astronaut Wives Club

The Astronauts Wives ClubAmerika, Anfang der 60er. Die NASA wählt sieben Astronauten aus, die im Projekt Mercury die ersten Menschen im Weltraum sein sollen. Auch wenn die Sowjetunion sie dabei schlägt, die sieben Kandidaten stehen und werden in den unterschiedlichen Missionen einer nach dem anderen in den Weltraum geschossen. Der Job des NASA-Piloten hört allerdings nicht nach dem Verlassen der Raumkapsel auf – das Space Race ist ein Propaganda-gefülltes Prestige-Objekt, das volle Medienpräsenz aller Beteiligten fordert. Samt Frauen. Denn während die sieben Astronauten an Hotelpools auf ihren Einsatz warten, müssen die Frauen die Moral hoch halten und mit der frisch erworbenen Bekanntheit klarkommen.

»The Astronaut Wives Club« ist gleichzeitig schrecklich und irgendwie ok-ish.

Die Serie ist ok-ish, weil sie tolle Schauspielerinnen und nette 60er-Jahre-Kulisse vereint. Außerdem nimmt man ein wenig am pionierhaften Weltraumerforschen teil, von einem unüblichem Blickwinkel. Die Schwarz-Weiß-Fake-Original-Aufnahmen sind ebenfalls ein netter Touch.

Aber die Serie ist schrecklich, weil sie voller platter und langweiliger Geschichtsstränge ist, die manchmal nur marginal besser sind als die in einer Nachmittagssoap.
Ein weiterer Punkt auf meiner persönlichen »Contra«-Liste: Wieso zeigt mir ein Sender die Kaffeegespräche von Frauen über Religion, während zur gleichen Zeit vielleicht die größten technologischen Sprünge der Menschheit voran getrieben werden? Ich will eine Serie über Mercury, Gemini, Apollo; nicht über Untreue und Alkoholprobleme. Vermutlich bin ich, als Weltraumbegeisterter, einfach nicht die Zielgruppe – aber dass es auch anders geht zeigt z.B. »Manhattan«. Da ist das Nicht-Wissenschaft-Drama mit dem Wissenschaft-Drama besser ausgewogen. Wenn’s nach mir ginge hätten wir zuerst drei Serien, die das Weltraumprogramm beleuchten, bevor dann die durchaus komplizierten und spannenden Verflechtungen der Privatleben beleuchtet werden. Denn tatsächlich waren die Frauen der Astronauten ein wichtiger Teil des US-Space-Race. Aber ich hätte eben gerne zuerst das Race gesehen.

Für mich ist »The Astronaut Wives Club« eine mittelmäßige Serie, nicht besser oder schlechter als die nächste Soap, die ich aber trotzdem schaue, weil Astronauten.

→ »The Astronaut Wives Club« bei TVRage und in der Wikipedia
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→ Tomatometer: 55 % , Metacritic-Score: 60
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The Whispers

The Whispers

Drei Monate nach dem Unfalltod ihres Mannes wird FBI-Agentin Claire Bennigan (Lily Rabe) für einen Fall zurück zur Arbeit geholt: Ein Mädchen hat, mutmaßlich mit Vorsatz, versucht, seine Mutter zu töten. Doch die kleine Harper zeigt keinerlei psychopathische Charakterzüge, sondern scheint vielmehr unter dem Einfluss eines unsichtbaren Freundes zu stehen. Und wie sich früh in der Pilotepisode herausstellt, ist Harper nicht das einzige Kind, das sich vom mysteriösen „Drill“ zu einem tödlichen Spiel verleiten ließ.

Parallel zu Claires Geschichte lernen wir Wes (Barry Sloane) kennen, der im Auftrag des US-Verteidigungsministeriums auf Mission in Afrika ist, wo ein seltsames Naturphänomen ein Flugzeug vom Himmel geholt zu haben scheint. Und dann wäre da noch der von Milo Ventimiglia gespielte Charakter, der zu wissen scheint, was hinter „Drill“ und seinem Spiel steckt.

Zusammen versprechen diese Charaktere, eine spannende ABC-Sommer-Serie abzugeben. „The Whispers“ startet mit gutem Tempo, einem tollen Ensemble, Handlungssträngen, die sich nach und nach zusammenfügen, und einer dadurch verlockenden Mythologie, dass ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht eine These habe, wer oder viel mehr was hinter dem mörderischen unsichtbaren Freund der „Whispers“-Kinder stecken könnte. Forget it, anders als die Pilotepisode sagen die Beschreibungen der Serie bei IMDB und Co. alles. Deswegen: Besser nicht drauf klicken!

Ich gebe zu: Dass Steven Spielberg seine Finger im Spiel hat, macht mir ein bisschen Sorgen. Seine bisherigen Serienwürfe wie „Falling Skies“, „Under The Dome“ oder „Terra Nova“ hatten auch teilweise vielversprechende Prämissen und haben dann irgendwo eine falsche Abzweigung genommen.

Treue Newshows.de-Leser kennen die Optimistin in mir gut genug, um zu ahnen: „The Whispers“ hat mich erst mal gepackt. Ich schaue weiter, aber nur bei Tageslicht, denn ein bisschen gruselig war das Ganze schon ;) Und die Serie wird sich Woche um Woche mit „Wayward Pines“ messen lassen, wo ich ebenfalls viel drauf setze und bereit bin, enttäuscht zu werden.

→ „The Whispers“ in der Wikipedia und bei TVRage
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→ Tomatometer: 73%, Metacritic-Score: 61

Manhattan Love Story

Manhattan Love Story
Dana (Analeigh Tipton) und Peter (Jake McDorman) haben ein Blind Date. Er ein Player, dessen Gedanken nur um das Eine kreisen; Sie neu in New York und von der Stadt verunsichert. Das Ganze würde ich mir schon als Film nicht angucken. Wie das als wöchentliche Serie funktionieren soll – keine Ahnung. Und das Ganze mit zwei permanenten Voice-overs der beiden, die wohl der große Pluspunkt von „Manhattan Love Story“ sein sollen. Der innere Monolog beider strotzt nur so vor Klischees. Mir war’s zu schmerzhaft, um die Pilotepisode zu Ende zu schauen.
→ „Manhattan Love Story“ in der Wikipedia und bei TVRage
→ Tomatometer: 29%, Metacritic-Score: 42
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Selfie

Selfie-Cast ABC

Eliza (Karen Gillan) ist die Queen of Twitter and Instagram, aber im wahren Leben kriegt sie nichts gebacken. Als sie realisiert, dass ihre Likes nur virtuell sind, wird ihr klar: Ich muss mich ändern. Oder zumindest mein Image. Wie gut, dass dies die Spezialität von Kollege Henry (John Cho) ist, der die Challenge annimmt, Eliza etwas Menschlichkeit beizubringen.

„Selfie“ ist Emily Kapneks nächster Wurf nach dem leider unterschätzten und abgesetzten „Suburgatory“ und packt auf dessen satirische Überzeichnung noch mal eine Schippe drauf. „Polarisierend“ nannte es Kollege Andi, als er mir vor ein paar Tagen riet, den Piloten anzuschauen – und hat damit den Nagel auf den Kopf getroffen: Social Media und das Digitale werden konsequent mit einer negativen Note dargestellt, was bei einem digitalen Menschen wie mir ebenso hätte nach hinten los gehen können.

Doch ich fand „Selfie“ ganz unterhaltsam. Von mir bekommen Eliza und Henry1 erst mal einen Like-Daumen. Auch wenn ich mich frage, wie lange die Prämisse funktionieren kann: Eliza muss sich ändern, darf sich aber nicht zu viel ändern. Mal schauen…

→ „Selfie“ in der Wikipedia und bei TVRage
→ Tomatometer: 55 %, Metacritic-Score: 57
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  1. Hihi, die Namen sind offenbar inspiriert von Eliza Doolittle und Henry Higgins aus „My Fair Lady“… 

The Assets

The Assets1985. Der kalte Krieg ist im vollen Gange. Die CIA und der KGB spionieren sich fleißig gegenseitig aus. Aber die Operationen des CIA scheitern immer häufiger. Ein Maulwurf verkauft Informationen an die Gegenseite und lässt Reihenweise US-amerikanische Spione in Russland auffliegen. »The Assets« verfolgt die wahre Geschichte der Suche nach dem Verräter in den eigenen Reihen, aus der Sicht der CIA-Beamtin Sandra Grimes. Und aus der Sicht des Verräters Aldrich Ames, den die Show keine Sekunde scheut, vor uns zu identifizieren.

»The Assets« wirkt(e) ein wenig wie der Versuch, den Erfolg von »The Americans« ins Free TV zu transportieren. Auch hier portraitiert man Spionage im kalten Krieg (wenn auch bezogen auf eine spezifische Geschichte). »The Assets« sollte eine achtepisodige Event-Serie sein. Also irgendwas zwischen verlängertem Fernsehfilm und verkürzter, abgeschlossener Serie. Der Plan ist grandios in die Hose gegangen: Bereits nach der zweiten Folge hat ABC die Serie abgesetzt. Was mit den restlichen sechs Episoden passiert, ist noch nicht klar.

»The Assets« war, ohne Frage, in einer völlig anderen Liga als »The Americans«. Sowohl erzähltechnisch, von den Schauspielern und Charakteren her und auch von der Fairness beiden Seiten des Kriegs gegenüber1. Trotzdem interessiert mich, wie sich der Fall um den Verräter Ames entwickelt hätte — wie er entlarvt wurde. Denn »The Assets« war durchaus ansehbar! Ein bisschen mau, ja, aber nicht nur schlecht.
Vielleicht bedarf es das Publikum eines Kabelkanals, um mit so einem Thema erfolgreich sein zu können… Oder es liegt doch daran, dass die Show nur durchschnittlich gut ist. Ich bin mir sicher, bei ABC versucht gerade eine Task Force das rauszufinden…

→ »The Assets« bei der Wikipedia und bei TVRage
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→ Metacritic-Score: 58, Tomatometer: 56%


  1. Wie platt die Russen bei »The Assets« die Bösen sind. Das ist ja schon fast James-Bond-eske! 

Trophy Wife

Trophy Wife on ABC

Nach Karriefrau (Diane Buckley) und Esotherikerin (Michaele Watkins), drei Kindern und vielleicht ein bisschen Midlife Crisis verliebt sich Pete (Bradley Whitford) in die deutlich jüngere, impulsive und fun loving Kate (Malin Ackermann). Zeitsprung, ein Jahr später, beiden sind verheiratet1 und im neuen Familiengefüge hat Kate ihren Platz noch nicht so richtig gefunden. Die Ex-Frauen beäugen sie misstrauisch, der Ehemann ist nur eine geringe Hilfe und dass sie ständig versucht, cool und hip und die beste Freundin der Kids zu sein, hilft nicht gerade beim Einleben.

In der neuen Comedy-Serie „Trophy Wife“ – zum dämlichen Namen gleich noch zwei, drei Worte – beweist ABC wieder mal sein Händchen für außergewöhnliche Familienkonstellationen und Generationenkomik. In „Modern Family“ funktioniert das ja schon hervorragend und mit der inzwischen dritten ausgestrahlten Folge findet auch die „Trophy Wife“ als weitere moderne Familie ihre trotzdem ganz eigene Stimme. Ich stehe ja generell auf popkulturelle Anspielungen und mag, wie sie hier noch durch den Generationenkonflikt weiter ausgereizt werden. Zum Beispiel als Kate gegenüber Teenager Hillary Will Smith erwähnt. Und sie so: „Who? Oh, yeah, Jaden Smith’s dad.“

Eins noch, damit der Titel der Serie keine Irritationen aufkommen lässt: Kate ist eben nicht die klassische Trophäe, ein gut aussehendes Accessoire am Arm eines für was auch immer kompensieren wollenden älteren Herrn. Wie Andi schon schrieb, ist der Name dämlich. Aber die Serie nicht.

→ „Trophy Wife“ in der Wikipedia und bei TVRage
→ Trailer
→ Metacritic-Score: 63, Tomatometer: 74%2


  1. Diese Amis immer mit ihren Blitzhochzeiten… 

  2. Der Tomatoscore ist übrigens seit der Pilotepisode deutlich gestiegen – ich bin also nicht die einzige, die eine Verbesserung sieht. 

Lucky 7

Lucky 7Da passt man kurz nicht auf und, zack, ist’s passiert. Herrje.
Die sieben Mitarbeiter einer Tankstelle im New Yorker Queens kaufen seit Jahren jede Woche ein Ticket für die Lotterie. Diese Woche, endlich, haben sie Glück und gewinnen den Jackpot.
Mit dem Geld kommen die Veränderungen: Keine krummen Geschäfte mehr, um über die Runden zu kommen. Keine langweiligen Überstunden in der Werkstatt. Kein Wohnen bei den Eltern, weil das Geld für die Miete von eigenen vier Wänden nicht reicht.
Aber als der Anwalt von der Lotterie-Gesellschaft in die Tankstelle eintritt, beginnen auch die ersten Probleme. Geld versaut, lernen wir gemeinsam mit den glücklichen Sieben ziemlich schnell…

Herzlichen Glückwunsch, »Lucky 7«, du bist die erste Absetzung dieser Saison. Vor »Dads«!
Das hat die Serie nicht verdient.
Und deswegen, post mortem, der Vollständigkeit halber, hier meine kurze Meinung zu »Lucky 7«. In Vergangenheitsform. Für’s Logbuch. Ihr wisst schon.

»Lucky 7« fand ich ziemlich langweilig1.
Die Story pendelte zwischen schon gesehen, natüüürlich und ORLY?. Um das etwas auszuführen:

  • schon gesehen: Ich wurde das Gefühl nicht los, dass ich viele Aspekte der Show schon in anderen Serien oder Filmen aufgetischt bekommen habe. Vermutlich kommt das mit der Prämisse, die ich eigentlich toll finde, die aber vielleicht einfach nicht genug Tiefe für die zwölfunddreißigste Show hinterlässt?
  • natüüürlich: Damit meine ich die augenbrauenhochziehende Erwärtungsmäßigkeit der nächsten Szene. Natürlich trifft er die falsche Entscheidung. Natürlich geht der Raub schief. Natürlich… Ihr wisst schon. Drama. Aber platt.
  • ORLY?: Das sind die Parts, die eben dann doch aus dem 0815-Korsett ausbrechen. Dann aber völlig übertrieben sind. Das Ausziehen der Ehefrau. Die falschen Freunde in der geheimen Wahl. Sowas.

Ich bin nicht überrascht, dass »Lucky 7« abgesetzt wurde. Die Show hatte zu wenig Neues und auch zu wenig interessant Aufgewärmtes um mir zu gefallen.

Ein positiver Aspekt noch zum Schluss: Die Kameraarbeit. Mir gefielen die künstlerischen Zwischenszenen sehr. Die Slow-Motion-Aufnahmen, die der Serie ein bisschen Film-Schliff gaben. Um die tut’s mir tatsächlich etwas leid.

Wir lernen also, auch eine Steven-Spielberg-Assoziation (durch sein Amblin-Television-Produktionsstudio) und schöne Bilder mit ok-en Schauspielern können über ausgelutschte Prämisse und lahme Umsetzung nicht hinwegtrösten.
Vielleicht wäre das in Zukunft besser geworden — so ein Ensemble von mehr oder minder sieben Hauptdarstellern bietet schließlich großes Potenzial für Geschichten. Aber erfahren werden wir’s wohl nie.

→ »Lucky 7» in der Wikipedia und bei TVRage
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→ Metacritic-Score: 49, Tomatometer: 29%
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  1. Disclaimer: Ich habe nur die Pilotfolge gesehen. 

Agents of S.H.I.E.L.D.

shield_szene

Nicht zu Unrecht hat der gute Andi sich diese Woche gewundert, dass ich als Whedon-Fangirl nicht sofort den Piloten von „Agents of S.H.I.E.L.D.“ geschaut und für die Nachwelt seziert habe. Zu meiner Verteidigung: Ich hatte zuviel um die Ohren und musste/wollte/sollte zunächst endlich „The Avengers“ gucken, den Kinovorgänger von Joss Whedons neuem Fernsehstück. Dass ich den bisher noch nicht gesehen hatte… nun ja, dafür gibt es keine Entschuldigung ;)

Jetzt aber! Worum’s geht: eine Einheit der Superschlauen und -taffen auf der Suche nach Superhelden und -monstern. „S.H.I.E.L.D.“ hat erst einmal alles, was theoretisch einen guten Whedon ausmacht: einen soliden Cast, dessen herausragende Chemie sich in bester Whedon-Manier nach Wochen bzw. Monaten entfalten könnte; Außenseiter, Draufgänger und noch ein paar andere Klischeefiguren, aber allesamt liebevoll gezeichnet, die im weiteren Verlauf der Staffel zusammenwachsen werden; einen Mix aus Heldenepos und Menschlichkeit; inmitten von Drama und Action immer wieder Comic Relief und Momente zum laut Mitlachen.

Die Pilotepisode an sich ist gut, aber sicher nicht so herausragend wie Hype und Geheimniskrämerei erwarten ließen. Dass das Glas bei mir trotzdem halbvoll ist, mag an meinem Vertrauen in all things Whedon liegen. Es wird mich auf jeden Fall wieder einschalten lassen. (Ich kann mich nicht entsinnen, dass mich eine seiner Serien ab der ersten Stunde so begeistert hätte wie sie das heute rückblickend tun.) Wie das für Marvel-Fans ist, vermag ich nicht zu beurteilen; dass die Serie (wie der Film „The Avengers“) klassischen Comic-Stoff aufgreift, ist mir ziemlich egal, solange das Ergebnis gut wird.

Meine größere Sorge ist dann schon, dass „Agents of S.H.I.E.L.D.“ zu geleckt und zu wenig blutender Malcolm Reynolds werden könnte. Logisch, dass nach einem Kinoblockbuster kein kleines Independent-TV-Stück entsteht und entstehen kann, das Fangirl in mir freut sich für Joss Whedon und seinen Erfolg. Aber die Hochglanzoptik irritiert mich doch ein wenig, sie erinnert zu sehr an das schrecklich schief gegangene „Dollhouse“ und zu wenig an die frühen, Prä-CGI-Tage von „Buffy“…

So, Andi, happy?

→ „Agents of S.H.I.E.L.D.“ in der Wikipedia und bei TVRage
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→ Metacritic-Score: 74, Tomatometer: 86%

Back in the Game

Back in the GameNachdem sie sich von ihrem Ehemann getrennt hat, zieht Terry mit ihrem Sohn zusammen bei ihrem Vater ein. Jahrelang hatte sie die elterliche Obsession mit Baseball hinter sich gelassen, aber jetzt, als ihr Sohn beschließt, das Kinderteam des örtlichen Baseball-Clubs zu besuchen, ist sie wieder mitten drin im Geschehen. Terry ist ehemalige Profi-Softball-Spielerin und so übernimmt sie bald den Job der Trainerin des B-Teams der Little League — ein Team voller Baseball-unfähiger, tollpatschiger Außenseiter, die es nicht unter die Fittiche des arroganten Hauptteams geschafft haben. An ihrer Seite immer ihr Vater, ein ehemaliger Baseballstar, der jetzt allerdings nur noch Bier trinkt und an allem und jedem rumkritisiert.

»Back in the Game« ist nach »How To Live With Your Parents« die zweite Show in letzter Zeit™, bei der ein frischgeschiedenes Elternteil wieder bei seinen Eltern einzieht. »How To Live With Your Parents« war albern und stark überspitzt (besonders wegen der komischen Hippie-Großeltern), »Back in the Game« ist da etwas bodenständiger. Und hat also großen Twist eben Baseball als Thema.

Eine Comedy über eine hübsche junge Frau, die Baseball spielt und sich unter den blöden Chauvinisten behaupten muss. »Back in the Game« klingt nach der amerikanischen Serie schlechthin.

Und tatsächlich ist die Show gar nicht so schlecht. Seit »Psych« mag ich Hauptdarstellerin Maggie Lawson ganz gerne. Sie liefert auch hier einen guten Job ab.
Die Dynamik zwischen Mutter, Sohn und Großvater ist ein bisschen seltsam, aber letztendlich ok. Natürlich ist der Sohn schon völlig Erwachsen und fällt die klügsten Entscheidungen aller Hauptcharaktere. Jap.

Auch wenn ich nichts für Baseball übrig habe, reicht es, um die typische Underdog-Story auch für mich Europäer interessant zu machen.
Kleines Highlight ist die reiche Gigi, die bei »Back in the Game« wohl für die überzogenen Späße und Situationsrettungen zuständig ist. Super!

»Back in the Game« ist keine Comedy, bei der man nicht mehr aus dem Lachen herauskommt. Aber sie ist solide und macht Spaß.

→ »Back in the Game« in der Wikipedia und bei TVRage
Trailer
→ Metacritic-Score: , Tomatometer:
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CyberChimps