Trophy Wife

Trophy WifeKate feiert gerade wild ihr jugendliches, unbekümmertes Leben in einer Karaokebar, als sie ihrem zukünftigen Ehemann in die Arme stolpert. Der ist etwas älter als sie, hat drei Kinder und zwei Ex-Frauen. Trotzdem funkt es und Kate ist ein Jahr später mit Pete und seiner eigenwilligen Familie verheiratet.
Tagtäglich muss sie nun mit den Besonderheiten der Familienmitglieder und ihren Dynamiken klar kommen, muss sich als gut aussehende, junge, vielleicht etwas tollpatschige Frau beweisen.

Ich finde den Titel »Trophy Wife« ziemlich doof. Mir ist die ironische Anspielung und all das bewusst, ja, trotzdem: doof. Und, tatsächlich, lässt er den Inhalt zu schlecht wegkommen. Nicht viel, aber immerhin. Ich hatte mit Schlimmerem gerechnet.

Die Hauptrolle des Trophy Wifes spielt Malin Åkerman. Die habe ich zwar noch nie bewusst in einer Show wahr genommen, trotzdem kommt sie mir ab der ersten Szene irgendwie bekannt vor… One of those faces.

Inhaltlich balanciert »Trophy Wife« auf der Grenze zwischen ironisch-lustig und fremdschämig-blöd. Dauernd. Ein paar Lacher konnte mir die Sitcom aber trotzdem entlocken. Natürlich sind die häufig auf Kosten von irgendwem: Auf Kosten der naiven Hauptcharakterin, auf Kosten der zugeknöpften oder zu new-age-igen Exfrauen, auf Kosten der Verplantheit aller anderen Charaktere. Aber das ist wohl so bei klassischen Sitcoms, was?
Erwähnenswert noch Bradley Whitford als männliche Hauptrolle der Serie. Mag ich eigentlich, aber hier wirkt er etwas befremdlich platziert.

Noch ganz abgeschrieben habe ich »Trophy Wife« nach der Pilotepisode nicht. Das Setup ist hinreichend bescheuert, dass ich noch etwas weiter schauen werde. Langfristig muss aber die Fremdschäm-Komponente etwas weniger werden.

→ »Trophy Wife« in der Wikipedia und bei TVRage
Trailer
→ Metacritic-Score: , Tomatometer: 60%
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Premierendaten der neuen Serien des Herbsts 2013

Bald ist Serienweihnachten! Es startet die Seriensaison 2013-2014 — Mitte September geht’s los. Hier sind die Startdaten (Trailer).

  • 16.9.: Sleepy Hollow (FOX)
  • 17.9.: Dads (FOX), Brooklyn Nine-Nine (FOX)
  • 23.9.: Mom (CBS), The Blacklist (NBC), Hostages (CBS)
  • 24.9.: Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D. (ABC), The Goldbergs (ABC), Trophy Wife (ABC), Lucky 7 (ABC)
  • 25.9.: Back in the Game (ABC)
  • 26.9.: The Crazy Ones (CBS), The Michael J. Fox Show (NBC)
  • 29.9.: Betrayal (ABC), Masters of Sex (Showtime), Hello Ladies (HBO)
  • 30.9.: We Are Men (CBS)
  • 2.10.: Super Fun Night (ABC), Ironside (NBC)
  • 3.10.: The Millers (CBS), Welcome to the Family (NBC), The Originals (The CW), Sean Saves the World (NBC)
  • 9.10.: Tomorrow People (The CW), American Horror Story: Coven (FX), Once Upon a Time in Wonderland (ABC)
  • 17.10.: Reign (The CW)
  • 25.10.: Dracula (NBC)
  • 4.11.: Almost Human (FOX)
  • 8.11.: Enlisted (FOX)

Alles hier nicht aufgelistete gibt’s dann in der Midseason, also im Frühling nächsten Jahres.((Und ich werde das Gefühl nicht los, dass die aktuelle Saison bis dahin ganz schön lahm ist. Aber wir werden sehen.))

Mistresses

Mistresses»Mistresses« verfolgt das Liebesleben vierer Frauen, die alle mit ihren persönlichen amoruösen Geistern kämpfen. Da ist Savi, erfolgreiche Business-Frau und verheiratet mit einem erfolgreichen Koch. Das scheiternde Kinderkriegen strapaziert ihre Ehe aber ordentlich und lässt Savi tiefe Blicke ihrem flirtvollen Arbeitspartner hinüberwerfen1. Joss ist ihre Schwester, die den ganzen Liebeskram alles andere als ernst nimmt und locker von Kurzbeziehung zu Kurzbeziehung zieht. Dabei ist sie durchaus auch mal selbst Geliebte. Etwas ernster steht’s da um Psychiaterin Karen, die eine Affäre mit ihrem verheirateten Patienten hatte — bis zu seinem Tod. Jetzt steht dessen gesamte Familie vor der Tür. Die vierte im Bunde ist die verwitwete April, die versucht ihr Leben und das ihrer Kinder nach dem plötzlichen Tod ihres Manns wieder in geordnete Bahnen zu bringen. Natürlich nahm der aber auch ein paar Geheimnisse mit ins Grab…

Ihr seht schon, der Plot von »Mistresses« klingt äußerst GZSZ-ig. Jap, »Mistresses« ist eine bessere Soap. Hier ein Flirt, da eine Beziehung; hier ein Fremdgehen, da ein Ertappen. Sexgeladene Atmosphären, gepaart mit ambivalent-moralischen Entscheidungen und triefend tiefgreifenden Spontanhandlungen.

»Mistresses« ist die US-Adaption der gleichnamigen britischen Serie von 2008. Die Idee: Die vier Freunde haben alle etwas mit dem Mistress-Sein zu tun — entweder, sie sind selbst Geliebte, haben einen Geliebten, oder finden heraus, dass jemand eine/n Geliebte/n hat.
Das Ganze läuft natürlich im Free-TV, im amerikanischen Free-TV. Ist also Massenkompatibel gehalten. (Wo wir gerade dabei sind: Ich könnte mir vorstellen, dass die UK-Version deswegen besser ist. Hab’s aber nie gesehen. Hat jemand beides gesehen und mag berichten? Ab in die Kommentare!)

Tatsächlich finde ich die Show gar nicht so schlecht. In einem Soap-Bezugssystem. Die Geschichten schreiten hinreichend schnell und interessant2 voran und halten sich tatsächlich erfrischend kurz bei den Sexfällen der Woche auf. Das finde ich gut.
Aber sonst bleibt »Mistresses« natürlich auch nur eine weitere Soap. In der Hauptsaison hätte die Show vermutlich geringe Überlebenschancen gehabt. Aber jetzt, in der sommerlichen Midseason, da geht das.
Achja, erwähnenswert: Alyssa Milano, Charmed-Alumna von damals™, spielt mit.

TL;DR: »Mistresses« = Soap mit Sex und Fremdgehen als zentralem Thema. Kein Meisterstück, aber hinreichend ok als sommerlicher Flirt3.

→ »Mistresses« in der Wikipedia und bei TVRage
Trailer
→ Metacritic-Score: 41
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  1. Meine Güte. Ich fühle mich wie ein Groschenromanautor! 

  2. So interessant, wie Soap-Geschichten eben sein können. 

  3. SCNR. 

How to Live with Your Parents (For the Rest of Your Life)

How to Live with Your Parents (For the Rest of Your Life)Polly ist die Verantwortungslosigkeit ihres Manns satt. Sie verlässt ihn und zieht mit ihrer Tochter wieder bei ihren Eltern ein. Die günstigste Lösung. Finanzkrise und so.
Auch sechs Monate später versucht Polly den Kuppelungsversuchen ihrer tiefenentspannten Eltern stand zu halten, versucht, ihren anhänglichen Ex-Mann aus dem Weg zu gehen — und dabei die beste, mögliche Mutter zu sein.

Sarah Chalke spielt die Hauptrolle in »How to Live with Your Parents (For the Rest of Your Life)« (und ja, ich schreibe das jetzt immer aus). Ihr wisst schon, Elliot aus »Scrubs«. Jedenfalls ist es die Rolle, die ich auch noch dauernd bei Polly sehe – aber vielleicht braucht das einfach etwas.
Neben der Hauptdarstellerin hat »How to Live with Your Parents (For the Rest of Your Life)« noch mehr im Cast zu bieten. Elizabeth Perkins und Brad Garrett spielen die Eltern Pollys. Die Charaktere sind an allen Ecken übergeschrieben, viel zu übertrieben und gezielt bescheuert – aber trotzdem tragen sie, sozusagen als Untergestell, die Serie und damit die Komik mit.

»How to Live with Your Parents (For the Rest of Your Life)« hat Anleihen von »The New Normal«, ist dabei thematisch aber viel klassischer angesiedelt: Junge Mutter sucht Mann für’s Leben und kämpft dabei mit den Besonderheiten ihrer Umstände.

Die Serie ist so schlecht nicht. Tatsächlich habe ich ein paar mal gelacht. Wenn ich hoffentlich irgendwann mal über den Scrubs-Breakeven-Point komme, dann ist Sarah Chalke auch völlig ok — immerhin ist sie eine tolle Schauspielerin. Der »Meet the Fockers«-eske Humor der Eltern ist ebenfalls ok.
Tatsächlich glaube ich aber, dass »How to Live with Your Parents (For the Rest of Your Life)« bei mir im digitalen Stapel ok-er, aber ungesehener Serien verschwindet. Mit der Show ist nichts falsch, mir hat sie nur zu wenig Neues und Außergewöhnliches.

→ »How to Live with Your Parents (For the Rest of Your Life)« bei TVRage und in der Wikipedia
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→ Metacritic-Score: 48

Red Widow

Red WidowSorry. Riesen Backlog. Aufholen!
Marta Walraven möchte nichts mehr mit der Mafia-Kriminalität ihrer Familie zu tun haben. Aber just als der Entschluss gefallen ist, den ganzen Kram hinter sich zu lassen, wird ihr Mann bei einem Drive-By-Shooting vor der Haustür getötet. Wie es scheint, haben er und ihr Bruder Kokain vom falschen Mafia-Boss gestohlen. Und die Schuld, das zurückzubringen, lastet nun auf ihr. Problem: Das Kokain ist verschwunden. Und der Mafia-Boss charmant.

Kein großes Review hier, die Serie läuft so lange, die acht Folgen sind ja fast schon rum.

»Red Widow« ist ABCs »The Mob Doctor«. Frau wird aus ihrem Vorstadtleben rausgebracht um für die Mafia schlimme Dinge zu machen.

Die ABC-Serie ist dabei nicht schlecht. Eine starke Frau im Zentrum, mit Vorliebe für rote Kleidung, die versucht Trauer und verschiedene Schichten von Verantwortung zu jonglieren. Das ist ok-ish.
Aber, für meinen Geschmack, nicht ausreichend gut, als dass ich die Show wochenweise verfolgen würde. Versteht mich nicht falsch: Da gibt’s keine groben handwerklichen Fehler oder Storylines, die wesentlich hanebüchener sind als bei anderen Serien. Mich stört auch nicht die Übertreibung, die Überdramatisierung, die ›Let’s pack it all into one story‹-Mentalität. Wenn der Rest stimmt, dann könnte ich darüber hinweg sehen.
Aber »Red Widow« ist einfach uninteressant.

→ »Red Widow« bei TVRage und in der Wikipedia
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→ Metacritic-Score: 48

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Zero Hour

Zero HourBitte festhalten für eine wilde Achterbahnfahrt durch historische Verschwörungen.
Laila Galliston kauft auf einem Flohmarkt eine alte Uhr. Dann wird sie entführt — Laila, nicht die Uhr. Ihr Entführer konnte die Uhr nämlich nicht finden. Das tut dann ihr Ehemann. Der betreibt zufällig das »Modern Skeptic«-Magazin und ist natürlich völlig in seinem Element. Eine nähere Untersuchung der Uhr führt einen Diamanten zu Tage, in den eine Landkarte eingraviert ist. Die geheimnisvolle Schrift darauf führt Hank Galliston und seine beiden Angestellten quer um die Welt, auf den Spuren einer alten Verschwörung von Christen, Nazis und anderen Psychopathen.

»Zero Hour« ist ganz schön harter Tobak. Nicht im guten Sinne.

Bis auf eine Ausnahme ist alles schlecht an der Serie. Die Darsteller sind hölzern, die Charaktere schlecht geschrieben und schlecht gespielt. Dialoge sind platt. Zufälle gibt es selbst für so eine Mystery-Show zu häufig, die Nazi-Christen-Rückblenden sind lächerlich.
»Zero Hour« ist eine Show, die man im Unterricht als Negativbeispiel zeigen sollte — wie man eben nicht eine TV-Serie macht.

Das einzige, was einen dazu bewegen könnte, die Serie nach dieser Warnung (undoder der Eigensichtung der ersten Episode) weiter zu schauen: Das romantische Indiana-Jones-Verlangen nach Rätselraten und Abenteuer, was nun wirklich viel zu lang nicht mehr bedient wurde. »Zero Hour« führt einen wild durch Ort, Zeit und Mythologie mitten rein in Verschwörungen und Geheimorden. Eine Schatzsuche. Mit dickem Dan-Brown-Einschlag.
Aber selbst da, Spoiler-Hover, Hallo? Neu-Bartholomäus, Arktis-Nazi-U-Boote, Schloss Neuschwanstein, deutsche Geheimbund-Uhrmacher? WTF is happening? Das ist doch wirklich mal zuviel des Guten. Und die meinen das noch nicht mal ironisch, oder mit zwinkerndem Auge, oder so… Nein!

Leid tut es mir für Michael Nyqvist, der für seine erste US-Serien-Rolle ganz schön ins Klo gegriffen hat. Was allerdings den Ersteller der Show, Paul Scheuring, dazu bewogen hat, nach Prison Break so einen Quatsch zu machen — das weiß man nicht.

Wenigstens ist’s schnell vorbei. Ich kann mir nicht vorstellen, dass »Zero Hour« noch viele Folge überlegt.

→ »Zero Hour« bei TVRage und in der Wikipedia
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→ Metacritic-Score: 39
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Malibu Country

Anstelle auf der Pressekonferenz neben ihrem Mann zu stehen und so zu tun, als ob alles nach seinen Affären gut wäre, packt Reba ihre Sachen und zieht mit Kindern und Mutter nach Malibu. Einmal quer durch’s Land — vom konservativen Süden der USA in den offeneren Westen. Ein Neuanfang.
Angekommen, gilt es, sich zurechtzufinden und Rebas Musikkarriere wiederzubeleben.

Traue nie einer Serie, deren Hauptcharakter den gleichen Namen wie die Darstellerin hat. Es bewahrheitet sich wieder ein mal.

In Malibu Country spielt Reba McEntire die Hauptrolle. Und ihr selbst für südstaatliche Verhältnisse extremer Akzent ist nicht das einzige was nervt. Nein, außerdem nervt: Die gesamte Show.
Voller unlustiger Lacher, blöder und platter Klischees, schrecklich gezeichneter Charakteren. Und sowieso. Alles.

Die Anfangsszene als Hommage an den Beginn von »The Good Wife« fand ich ja noch ganz amüsant. Aber der Effekt war Nanosekunden groß — denn dann kamen die Konservenlacher und die Show rann ihres Weges.

Bitte nicht, danke.

→ Malibu Country bei TVRage und in der Wikipedia
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→ Metacritic-Score: 41

(Außerdem, wie »The New Normal« ist das denn bitte schön?! Mit Kind und Mutter in den modernen Westen des Landes ziehen, nachdem einen der Mann betrogen hat. ALT.)
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Last Resort


Die USS Colorado, das größte aller amerikanischen Atom-U-Boote, über- bzw. unterquert gerade mit lauter Musik den Äquator, als plötzlich das Fax anspringt. Kein gutes Zeichen. Über das Fax kommt der Befehl, Atomraketen auf Pakistan zu schießen. Allerdings kommt der Befehl nicht über die übliche Kommunikationsleitung, sondern über ein antarktisches Notfallnetzwerk. Seltsam. Captain Chaplin ruft in Washington an, um eine Bestätigung über den Atomangriff auf Pakistan zu erhalten. Und wird daraufhin seines Amtes entledigt. Als dann auch noch der neue Schiffskommandant nach einer Bestätigung verlangt, wird das U-Boot kurzerhand mit Raketen beschossen. Von der eigenen, amerikanischen Flotte.
U-Boot und Besatzung überleben den Angriff trotz Aufschlag auf dem Meeresgrund und gehen auf einer nahen, französischen Insel mit NATO-Stützpunkt an Land. Kurze Zeit später sind amerikanische Bomber unterwegs – Ziel: die Insel. Also schickt der Captain selbst etwas auf den Weg. Eine Rakete mit nuklearem Sprengkopf – Ziel: Washington.

Shawn Ryan (»The Chicago Code«, »The Shield«) versammelt die Belegschaft eines Body-Building-Studios und (gefühlt) die Hälfte der Schauspieler, die letzte Saison arbeitslos geworden ist, steckt sie in ein TARDIS-artiges U-Boot (»it’s bigger on the inside«), schießt ein paar Atomraketen quer durch die Welt und lässt das TARDIS-U-Boot auf der »Lost«-Insel stranden, auf der es mittlerweile trotz NATO-Superradar kriminell geworden ist.

»Last Resort« ist bisher so ziemlich die dickste Serie, die diese Saison gestartet ist. Große Kulissen, schnelle und actionreiche Handlung, riesiger Cast, 24-eske Regierungsverwicklungen auf NATO-Maßstab. Die Show ist eine Art Serien-gegossener Militär-Action-Film. Und trotz der üblichen Action-Genre-Ungereimtheiten und Übersimplifizierungen gefällt mir die Show.

Man muss über die durchwachsenen CGI-Szenen hinwegsehen können, über die dargestellte »Ich spreche nicht, ich hau‘ direkt drauf«-Mentalität. Über die patriotischen Momente (die sich allerdings für so eine Militärshow tatsächlich im Rahmen halten), die typischen Appelle an den Stolz. Die mitunter platten Dialoge und teils äußerst gradlinig verlaufenden Untergeschichten.

Aber wenn man das schafft, dann gibt’s da eine Show, in der gibt’s ein großes U-Boot (ich finde ja, es sollte viel mehr große U-Boote im TV geben!), einen Atomkrieg, Verschwörungen und Action. Und eine Schauspielerriege, die durchaus ansehbar und fähig ist.
»Last Resort« ist keine tiefsinnige und bis ins Detail gut gemachte Serie, wie sie vielleicht »The Good Wife« oder, Genre-näher, »Game Of Thrones« ist. Aber eine schnelle, fette Show mit großem Budget, die Spaß macht. Eine Popcorn-Show, gewissermaßen.
Zumindest kann sie das werden! Denn dieser Zustand muss erst einmal über die Pilotepisode hinweg bestehen bleibt. Wie wir wissen, ist das Budget einer ersten Folge immer um einiges höher als das der folgenden – und wenn unter dem fehlenden Budget die falschen Teile der Show leiden, dann bleibt irgendwann nur ein dummes, überverschwörtes Militärpatriotendrama mit schlechten Actionszenen.

Fassen wir also zusammen: »Last Resort« gefällt Andi erstmal gut, muss sich aber noch beweisen. Wird aber wohl nie eine tiefsinnige Show werden.

→ »Last Resort« bei TVRage und in der Wikipedia
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(Ich brauche übrigens auch mein persönliches U-Boot mit Anti-Magnetismus-Gerät. Ich sammele von nun an Spenden.)
Achja, und nächste Doppelstunde klären wir, was es dieses Jahr mit diesen »Charakter stehen in Gruppe«-Serien-Postern auf sich hat und gehen auf Spurensuche, welche Geschichtsdetails in ihnen versteckt sind.

Apartment 23

Apartment 23„The Bitch from Apartment 23“. Nennen wir die Dinge beim Namen. Nur weil ABC nicht den Mut hatte, den ursprünglichen Titel beizubehalten, müssen wir uns ja hier nicht unnötig züchtig geben.
In der neuen Comedy bricht Kleinstadtmädchen June (Dreama Walker, „The Good Wife“) ihr schön geplantes Leben in New York City zusammen, bevor es überhaupt angefangen hat. Job weg, Traumwohnung weg, Geld weg – denn das hat sich gleich mal die Mitbewohnerin in der Notwohnung erschummelt, die namensgebende „Bitch from Apartment 23“. Krysten Ritter hat als Chloe endlich die Hauptrolle, die sie sich mit ihren zahlreichen komisch-quirligen Rollen von „Gilmore Girls“ bis „Veronica Mars“ verdient hat. Und hier ist sie nicht das good girl, sondern haut auf den Putz: verdient ihr Geld mit Drogen und der überhöhten Miete, die sie ihren Mitbewohnerinnen abknüpft – und jene wechselte die Trickbetrügerin bislang wie die Unterwäsche, denn in Nullkommanix wurden die Neuen aus dem Haus gemobbt. Nur hat sie, ihr könnt’s euch schon denken, die Rechnung ohne June gemacht, die zwar wie ein good girl daherkommt, aber es faustdick hinter den Ohren hat.

Die beiden Hauptfiguren entwickeln in der Pilotfolge eine schöne Dynamik, aber mit Krysten Ritter kann man auch eigentlich jeden paaren, und es wird schon hinhauen. Die eigentliche Comedy in der Comedy kommt aber aus einer unorthodoxen Ecke. Den dritten im Bunde spielt James Van der Beek, bekannt für immer und ewig als Dawson aus „Dawson’s Creek“. Er gibt Chloes besten Freund: James Van der Beek, eine Version seiner selbst – und sorgt für die meisten Lacher, wenn er seine Flannellhemd-Vergangenheit ausschlachtet („Dawson’s Creek“) oder sich von einer nur mit Schlagsahne bekleideten Frau verführen lässt („Varsity Blues“). Paula Coles „I don’t wanna wait“ erklingt, der Titelsong der 90er-Teenie-Soap, und das geneigte Publikum lacht.

Da liegt auch schon die Krux: Für alle, die diese Anspielungen verstehen, hat „Apartment 23“ was quasi Einzigartiges zu bieten. Nicht-Dawson-Kenner allerdings dürften es schwer haben, der Serie etwas abzugewinnen. Zumal in der ersten Episode nicht ganz klar wird, was denn die zukünftige Konstellation und das Ziel sein werden: Wird Chloe weiter versuchen, June rauszuekeln? Wird es um den schlechten Einfluss des bad girls auf June gehen? Wird June die „Bitch“ bekehren? Und welche Rolle spielt James Van der Beek als James Van der Beek? Selbst für Hardcore-Fans dürften sein anhaltendes Sich-selbst-durch-Kakao-Ziehen irgendwann langweilig werden.

Also: für besagte (sicherlich nicht kleine, aber doch sehr begrenzte) Zielgruppe ein sehr guter Auftakt. Wie es weitergeht, wird entscheidend dazu beitragen, ob die Comedy sich halten kann.

GCB

GCBNachdem ihr Mann verunglückt ist, muss Amanda mit ihren Kindern die kalifornische Villa verlassen. Er betrieb ein Schneeballsystem und schuldete vielen Leuten viel Geld.
Am Boden (verhältnismäßig wenig) zerstört zieht die Witwe zurück zu ihrer Mutter nach Highland Parks (nähe Dallas, Texas) – ein Örtchen voller Superreicher. Direkt wird sie mit den scheinheiligen Freundinnen ihrer Schulzeit konfrontiert, die ihr, der damaligen »Queen Bitch«, das Leben schwer machen. Ehe sie sich versieht ist sie mitten drin, im Intrigengeflecht der christlichen Südstaatenfreunde.

»GCB« hieß früher mal »Good Christian Belles« und davor »Good Christian Bitches«. Und erinnert etwas an die Texasversion von »Desperate Housewives«, in der die Wisteria Lane durch die Kirche ersetzt wurde.

Keine Serie für mich. Nervt mich nämlich an allen Ecken. Die Darsteller: Einzig die Hauptdarstellerin ist einigermaßen ertragbar. Der Rest ist auf- und abgedreht und überspitzt – aber nicht in einer guten Art und Weise. Die Story: Mysteriöse Spender, schwule Ehemänner, Teleskope zur Nachbarschaftsbespitzelung, Kaufhaus-hinausstürmende Intrigenhandlanger. Albern. Und am Schlimmsten: Kirche. In einer ironischen Version der Serie in einer Parallelwelt wäre das Motiv der Kirche eine interessante Gipfelung der hinterhältigen Oberflächlichkeit der Südstaatenkleinstadt. Aber bei »GCB« funktioniert’s nicht – für mich jedenfalls.

Es bleibt eine Serie, die vermutlich bei Intrigenserienliebern gut ankommt. Bei mir nicht so, das Nerv-Interessant-Verhältnis ist zu groß.

→ »GCB« bei TVRage
→ Trailer

(Ich glaube ja, dass vieles dessen, was mich nervt, humoristisch und ironisch gemeint ist. Aber das kommt nicht so ganz rüber.)

CyberChimps