Atlantis

AtlantisJason ist auf der Suche nach seinem Vater. Letzterer ist vor einiger Zeit irgendwo mitten im Meer verschwunden. Und wie das Schicksal so spielt: Auch Jason verschwindet mitten im Meer. Sein U-Boot wird, kurz nachdem er die lateinischen Buchstaben »Atlantis« auf dem Meeresgrund gesehen hat, von einem weißleuchtenden Strudel angezogen.
Kurze Zeit später findet er sich, nackt, an einem Strand wieder. Ein Strand, der zum griechischem Ort Atlantis gehört. Dort ist das Leben noch so, wie damals, als die Griechen ihre Hochzeit hatten. Kerzen, Kutten und Krieger. Jason scheint zeitgesprungen zu sein. Mitten ins sagenumwobene Atlantis, samt allerlei Sagengestalten, die ihm die Suche nach seinem Vater schwer machen.
Außerdem ist er Neo der Auserwählte.

»Atlantis« füllt die Lücke, die »Merlin« mit dessen Einstellung letztes Jahr im herzen britischer Fantasyfreunde hinterlassen hat. Anstelle der Smallville-eske Origin-Geschichte von König Arthur, Magier Merlin, Drachen und Hexen geht’s dieses Mal um die griechische Mythologie. Oder besser: Einmal quer durch die griechische Mythologie. Ohne Rücksicht auf Verluste.

Mein Fall ist »Atlantis« nicht.
Die Produktion fühlt sich billig an — was vielleicht unvermeidbar ist, wenn man ein Statisten-intensives Kostümdrama mit einem BBC-Budget machen muss? Die Charaktere sind entweder oberflächlich, geistlos, uninteressant oder all das zusammen. Alles wirkt, als hätte man Hercules und Xena aus den 90ern erweckt, die Hauptdarsteller verjüngt und die Animatronics-Monster1 durch CGI-Monster ersetzt, dabei aber aus Geldgründen auf vernünftiges Shading und Reflexionsrendering verzichtet.
Und jetzt: die Geschichte. OMG. Mindestens ist dieses Durcheinanderwürfeln von (nicht nur) griechischen Sagen befremdlich. Möchte man weiter gehen, könnte man es sogar als Beleidigung an die klugen Denker von damals bezeichnen. Puh. Ich verstehe die Idee von »Atlantis«, aber das wirkt so hirnlos rumgesprungen… Hey, ein Höhlenminotauros! Lasst ihm uns opfern! Mit schwarzen Steinen! Und, Mystery, Luke, ich kenne deinen Vater!

Puh. Nee Danke. Vielleicht mag für den etwas Fantasybegeisterteren »Atlantis« ein spaßiges Adventure durch die griechische Welt sein.
Für mich war es schrecklich.

→ »Atlantis« in der Wikipedia und bei TVRage
Trailer
→ Metacritic-Score: -, Tomatometer: –
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  1. Oder verwechsele ich da jetzt was? 

CyberChimps