Reviewshorts Frühling 2014

Der Frühling. Die Vögel singen, die Bäume grünen; das Wetter ist scheiße wie immer. Zum Glück gibt’s Serien, die uns über Platzregen, Heuschnupfen und blendendes Sonnenlicht hinweg trösten.

Leider fehlte mir vor lauter Frühlingskonferenzstress die Zeit, über die neugestarteten Serien ausführlich zu schreiben.

Damit wir hier bei Newshows unserem Bildungsauftrag dennoch gerecht werden können, folgt nun eine Reihe kurzer Meinungen zu unberückblickten Shows. Sortiert von gut nach schlecht.

Growing Up Fisher

Growing Up FisherTolle, leider nach zwölf Folgen abgesetzte Serie über eine etwas seltsame Familie namens Fisher. Besonderheit der Show: Der Vater, gespielt von J. K. Simmons, ist blind. Das führt zu vielen ganz eigenartigen, aber tollen Situationen. Aber auch darüber hinaus ist das Familien-Show-Setting von »Growing Up Fisher« toll. Die Selbstfindungsversuche der frisch getrennten Mutter Fisher, das Aufwachsen von Sohn Fisher und das Erwachsenwerden von Tochter Fisher. Eine ehrliche Familienserien mit viel Humor und Originalität.
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Believe

BelieveSerie um ein Kind mit übernatürlichen telekinetischen Fähigkeiten und eine Gruppe, die sie vor einer geheimen Regierungsorganisation retten möchte. Produziert von Alfonso Cuarón (Gravity), J.J. Abrams und Bryan Burk. Ebenfalls bereits abgesetzt. Gefiel mir allerdings ganz gut. Das Mysterium um Bo, die Interaktion mit dem Fall der Woche. Die böse Seite der Macht. Und everything’s connected. Etwas auf die Nerven ging mir das ewige Vater-Tochter-Gespiele.
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Black Box

Black BoxCatherine Black ist weltbekannte Neurologin – und selbst, im Geheimen, manisch-depressiv. Eigentlich hat sie das alles ganz gut unter Kontrolle, bis sie ihre Medikamente aussetzt und beginnt, seltsame Dinge zu machen. Zeit, ihre Fälle-der-Woche-Patienten zu behandeln hat sie natürlich trotzdem. Intensive Show über bipolare Störung mit toller Hauptdarstellerin.
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Mind Games

Mind GamesMit Hilfe psychologischer Manipulation möchten die Brüder Edwards ihren Klienten zum Erfolg, welchem auch immer, verhelfen. Clark Edwards (Steve Zahn) ist dabei das Genie im Ensemble, Ross Edwards (Christian Slater) der praktische Umsetzer. Ist ebenfalls bereits abgesetzt (war aber eigentlich klar, Christian Slater spielt schließlich mit). Gefiel mir, weil: Steve Zahn, Psycho-Manipulation als Idee ist interessant, viele Leichen im Serienkeller.
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Resurrection

ResurrectionABC sieht tote Menschen. Oder ehemals Tote. Denn bei »Resurrection« taucht ein kleiner Junge auf, der schon lange für tot gehalten wurde. Und Foreman möchte das Geheimnis klären. Hat mir bei der Pilotepisode ganz gut gefallen, war aber leicht triefend in Latentmystery (Oh, was passiert hier? Oh, dramatischer Shot! Oh, ein überraschtes Gesicht). Kann man aber anschauen.
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Deadbeat

deadbeatTyler Labine (z.B. Reaper) spielt ein ziemlich abgefucktes Medium, das für Kunden Kontakt mit Verstorbenen aufnimmt. Auch wenn seine Methoden bescheuert sind, er scheint Erfolg bei der Kommunikation mit dem Drüben zu haben. »Deadbeat« wurde von Hulu geordert und, ganz im Netflix-Stil, auf einmal online veröffentlicht. Die Show macht keinen Hehl daraus, dass sie den ganzen Kram nicht so ernst nimmt – beim Plot der Pilotepisode sollte das offensichtlich werden. Aber die Story ist ganz amüsant. Schön bescheuert.
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Remedy

RemedyKanadische Serie um eine Familie, die geschlossen in einem Krankenhaus arbeitet. Oben steht Familienvater Allan (Enrico Colantoni) als Medizinischer Chef des Krankenhauses. In der Pilotepisode kommt der lang verloren geglaubte Sohn zurück ins Krankenhaus und wirbelt da ein bisschen die eingefahrenen Verhältnisse auf. Die Show gefiel mir ganz gut. Lockere Story scheint sich abzuwechseln mit etwas tiefergehenden Strängen. Und Enrico Colantoni kann man ja auch stundenlang beim Spielen zuschauen. Aber: Krankenhausserie. Und so nett das alles auch aussieht, für mich nicht einzigartig genug zum weiterschauen.
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Salem

SalemJohn Alden kommt nach Jahren des Kämpfens im Krieg zurück in seine Heimatstadt Salem. Es ist Ende des 17. Jahrhundert und so einiges scheint sich geändert zu haben. Seine ehemalige Geliebte, zum Beispiel, vor ein paar Jahren noch ein fröhliches Mädchen, ist auf einmal furchtbar dunkel geschminkt und lacht gar nicht mehr. Was John nicht weiß: Das liegt daran, dass jene Mary ihre Seele an den Teufel verkauft hat und jetzt die mächtigste Hexe Salems ist. Und darum geht’s in Salem. Vor hübscher Kulisse kämpft das Dorf mit und gegen Hexen. Das ist ganz hübsch anzusehen und etwas weniger bescheuert als True Blood und American Horror Story in letzter Zeit, aber im Detail dann auch storymäßig doch etwas dünn. Kann man anschauen, wenn man auf Hexenkram steht, wenn man’s nicht tut ist’s dann doch manchmal etwas weit hergeholt.
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The Smoke

The Smoke»Chicago Fire« in der britischen Version. Mehr Charaktertiefe, mehr Verletzungen, mehr Drama; mehr Dreck, mehr Filmkörnung. Aber leider auch mehr langweilig und blaaaaa. Da ändert auch das große Geheimnis um das initiale Ereignis nichts… Ich hätte es schön gefunden, wenn »The Smoke« gefallen hätte, ging aber nicht. Fand ich einfach zu uninteressant. (Ging wohl noch mehr Zuschauern so – die Serie wurde nach der ersten nicht um eine zweite Staffel verlängert.)
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About A Boy

About A BoySerie zum Buch von Nick Hornby. Über die Partnerschaft eines Playboy-igen Mitdreißigers und dem Sohn von von nebenan. Nervt ein bisschen, besonders wenn man Buch und Film schon kennt. Funktioniert für mich nicht als Serie1. Ist allerdings von NBC für eine zweite Staffel verlängert worden…
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Friends With Better Lives

Friends With Better LivesSchlimme Multi-Kamera-Sitcom mit Lough Track. Über sechs Freunde, die in unterschiedlichen Positionen im Leben sind. Inklusive »Let’s cancel this show«-James-Van-Der-Beek, dessen Charakter sich gerade von seiner Frau trennt, das aber noch nicht so richtig verarbeitet hat. Wie gesagt: Schlimm. Das Promobildchen rechts ist noch das coolste an der Show.
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Bad Teacher

Bad TeacherSchreckliche und peinliche Serien-Adaption des Cameron-Diaz-Films. Gleiches Strickmuster: Versnobbte Schönheit kriegt durch Hochstapeln einen Job als Lehrerin an einer Schule. Möchte eigentlich mit nichts und niemanden etwas zu tun haben sondern nur den nächstreichsten Vater abschleppen, wird dann aber doch immer mehr involviert in das Geschehen ihrer Schüler. Ich hab’s kaum ausgehalten. Puh. Ist zum Glück gecancelt.
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  1. Viel habe ich davon allerdings auch nicht geschaut. 

Bad Teacher

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Frisch betrogen und getrennt vom reichen Ehemann will Meredith (Ari Graynor) eigentlich nur eins: den nächsten reichen Ehemann, der sie aushält und es ihr ermöglicht, weiter ihr bequemes Leben zwischen Kosmetik und Nagelsalon zu leben. Und so landet sie mit gefälschtem Lebenslauf als Lehrerin an einer Schule – weniger des Geldes wegen als mehr wegen der geschiedenen, vermögenden Daddys a.k.a. potentieller reicher Ehemänner.

Dem Film „Bad Teacher“ mit Cameron Diaz, der als Grundlage fungiert, konnte ich seinerzeit nichts abgewinnen, die CBS-Comedy hat mir immerhin ein, zwei Lacher in ihrer Pilotepisode beschert. Grundsätzlich möchte ich eine Serie mögen, in der Ryan „Dick Casablancas“ Hansen aus „Veronica Mars“ mitspielt. Neben dem haben noch Sara Gilbert („Roseanne“) und Kristin Davis („Sex and the City“) Hauptrollen. Eigentlich also nicht schlecht besetzt aus Serienjunkie-Sicht.

Und trotzdem hat es noch nicht gefunkt. Das mag an der Golddigger-Prämisse liegen. Es ist zwar ziemlich klar, dass Meredith sich mehr und mehr zur echten Beschützerin der Mädchen an ihrer Schule und weg von der geldhungrigen Trophy Wife entwickeln wird, aber selbst wenn das nur eine halbe Staffel dauert und es ja auch eine komödiantische Überzeichnung ist, will und werde ich meine Zeit nicht auf die Darstellung eines solchen Frauenbildes verwenden.

Sorry, Dick!

→ „Bad Teacher“ in der Wikipedia und bei TVRage

Trailer

→ Metacritic-Score: 51, Tomatometer: 58%

CyberChimps