Ironside

IronsideRobert Ironside ist knallharter Ermittler in New York. Seit zwei Jahren sitzt er im Rollstuhl. Aber das mindert in keiner weise seine Möglichkeit, clever die vorgesetzten Fälle zu lösen. Sein dreiköpfiges Team von Protégées unterstütz ihn dabei tatkräftig.
Den Auftaktfall bildet der vermeintlichen Selbstmord einer Investment-Bänkerin. Aber nicht alles ist so klar, wie es anfangs zu sein scheint.

»Ironside« ist eine Wiederauflage der 60er-70er-Jahre-Serie gleichen Namens. Auch da ging es um einen Polizisten im Rollstuhl. Mehr kenne ich über die Originalserie allerdings nicht, so dass die folgenden Zeilen ohne Vergleich auskommen müssen. (Das müsstet ihr dann nachholen. In den Kommentaren zum Beispiel!)

Wie ist »Ironside«? Leider nicht allzu gut.
Robert Ironside wird uns als schicksalsgeschlagener, aber tougher Charakter präsentiert. Den Verlust seiner Möglichkeit zu Gehen scheint er überwunden zu haben. Er scheint sogar Stärke daraus gewonnen zu haben. Seinem ehemaligen Kollegen, der damals beim folgenschweren Schuss dabei war, steht er zur Seite und fordert ihn, selbstlos und hart, auf, endlich mit seinem Leben weiterzumachen. Er ist ein Draufgänger und wickelt hübsche Frauen um den Finger. Und dann flippt er beim Gewichtheben aus? Und geht im Befragungsraum völlig unmenschlich mit mutmaßlichen Tätern um?
Die Figur ist konfus geschrieben. In einem Moment kalkulierend, intelligent und allen anderen zwei Schritten voraus. Dann flippt er aus, lässt nichts an sich ran, ist übermäßig aggressiv und brutal. Dann ist er wieder der coole Typ, den sein Rollstuhl eigentlich überhaupt nicht interessiert.
Vielleicht soll uns das, was ich hier als konfus identifizieren, auch die Ambivalenz des Hauptcharakters zeigen. Vielleicht. Wenn dem so ist, dann ist das, für mich zumindest, nicht gelungen. Um solche Entwicklungen in einem Charakter aufzuzeigen braucht es Zeit und Tiefe — und beides kann uns die Pilotepisode bezogen auf Ironside nicht geben.

Ein kleiner Lichtblick, aber letztendlich auch arg klischeeig ist das Team, was Ironside umgibt. Alle scheinen fähig, in Windeseile NSA-Computer zu hacken und dabei mit den Füßen ein dreidimensionales Sudoku zu lösen. Und das alles als linke Hände von Ironside. Hm.

Der Fall der Woche zum Auftakt war OK. Die Autoren wollen uns die Cleverness Ironsides zeigen. Der Mann, der selbst bei Offensichtlichem weiter ermittelt bis er die Hintermänner der Tat gefunden hat. Und Mentalist-artig schon bei der Mitte der Ermittlungen weiß, wer der Bösewicht ist.
Die Hintergrundgeschichte zu Ironsides Unfall war ordentlich und lässt erkennen, dass die Autoren prinzipiell verstehen, eine Spannungskurve zu benutzen. Das ist doch was.

In den USA gibt es eine Kontroverse darüber, dass der Schauspieler, der den Rollstuhlfahrer Robert Ironside spielt (Blaire Underwood), gar nicht selbst im Rollstuhl sitzt. Ja, kann man tatsächlich doof finden. Da fehlt sicherlich an Authentizität in der Rolle — vielleicht auch Respekt. Die Begründung der Produzenten dafür, ist, dass man wegen der Vor-Unfall-Flashbacks jemanden brauchte, der des Laufens fähig ist. Auch das kann man verstehen. Vielleicht hätte man in Zeiten von CGI mit Body-Doubles auch einen Rollstuhlfahrer wieder laufen lassen können, aber das hätte sicherlich wieder ordentlich was gekostet.
Ich bin da nicht allzu böse drüber, keinen Rollstuhlfahrer für die Hauptrolle in »Ironside« genommen zu haben.
Was das allerdings bewirkt hätte, wäre die Rollstuhl-bezogene Glaubwürdigkeit der Serie etwas anzuheben. Zählt doch einfach mal die Rollstuhlrampen oder -lifte in der Show… Ja, selbst Ironsides Wohnung scheint keine zu haben.

»Ironside« hat zum Auftakt zu wenig Tiefe und zu viel Klischee. Der Hauptcharakter ist zu unstringent geschrieben. Der Fall der Woche ist ok.
Für mich hat das Thema rollstuhlfahrender Ermittler Potenzial. Immer noch. Ich werde die Show noch weiterverfolgen.
Vielleicht machen die Autoren ja noch was draus. Aber ich befürchte…

→ »Ironside« in der Wikipedia und bei TVRage
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→ Metacritic-Score: 44, Tomatometer: 17%
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Lucky 7

Lucky 7Da passt man kurz nicht auf und, zack, ist’s passiert. Herrje.
Die sieben Mitarbeiter einer Tankstelle im New Yorker Queens kaufen seit Jahren jede Woche ein Ticket für die Lotterie. Diese Woche, endlich, haben sie Glück und gewinnen den Jackpot.
Mit dem Geld kommen die Veränderungen: Keine krummen Geschäfte mehr, um über die Runden zu kommen. Keine langweiligen Überstunden in der Werkstatt. Kein Wohnen bei den Eltern, weil das Geld für die Miete von eigenen vier Wänden nicht reicht.
Aber als der Anwalt von der Lotterie-Gesellschaft in die Tankstelle eintritt, beginnen auch die ersten Probleme. Geld versaut, lernen wir gemeinsam mit den glücklichen Sieben ziemlich schnell…

Herzlichen Glückwunsch, »Lucky 7«, du bist die erste Absetzung dieser Saison. Vor »Dads«!
Das hat die Serie nicht verdient.
Und deswegen, post mortem, der Vollständigkeit halber, hier meine kurze Meinung zu »Lucky 7«. In Vergangenheitsform. Für’s Logbuch. Ihr wisst schon.

»Lucky 7« fand ich ziemlich langweilig1.
Die Story pendelte zwischen schon gesehen, natüüürlich und ORLY?. Um das etwas auszuführen:

  • schon gesehen: Ich wurde das Gefühl nicht los, dass ich viele Aspekte der Show schon in anderen Serien oder Filmen aufgetischt bekommen habe. Vermutlich kommt das mit der Prämisse, die ich eigentlich toll finde, die aber vielleicht einfach nicht genug Tiefe für die zwölfunddreißigste Show hinterlässt?
  • natüüürlich: Damit meine ich die augenbrauenhochziehende Erwärtungsmäßigkeit der nächsten Szene. Natürlich trifft er die falsche Entscheidung. Natürlich geht der Raub schief. Natürlich… Ihr wisst schon. Drama. Aber platt.
  • ORLY?: Das sind die Parts, die eben dann doch aus dem 0815-Korsett ausbrechen. Dann aber völlig übertrieben sind. Das Ausziehen der Ehefrau. Die falschen Freunde in der geheimen Wahl. Sowas.

Ich bin nicht überrascht, dass »Lucky 7« abgesetzt wurde. Die Show hatte zu wenig Neues und auch zu wenig interessant Aufgewärmtes um mir zu gefallen.

Ein positiver Aspekt noch zum Schluss: Die Kameraarbeit. Mir gefielen die künstlerischen Zwischenszenen sehr. Die Slow-Motion-Aufnahmen, die der Serie ein bisschen Film-Schliff gaben. Um die tut’s mir tatsächlich etwas leid.

Wir lernen also, auch eine Steven-Spielberg-Assoziation (durch sein Amblin-Television-Produktionsstudio) und schöne Bilder mit ok-en Schauspielern können über ausgelutschte Prämisse und lahme Umsetzung nicht hinwegtrösten.
Vielleicht wäre das in Zukunft besser geworden — so ein Ensemble von mehr oder minder sieben Hauptdarstellern bietet schließlich großes Potenzial für Geschichten. Aber erfahren werden wir’s wohl nie.

→ »Lucky 7» in der Wikipedia und bei TVRage
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→ Metacritic-Score: 49, Tomatometer: 29%
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  1. Disclaimer: Ich habe nur die Pilotfolge gesehen. 

We Are Men

We Are MenNachdem Carter in bester Hollywood-Film-Manier von seiner Braut am Altar stehen gelassen wird, zieht er in einen Apartment-Komplex ein. Dort freundet er sich bald mit der lokalen Gang von Ex-Ehemännern an. Dazu gehört der etwas ältere Frank, der schon vier Ehen hinter sich hat, aber immer noch mit einer großen Portion Charme Frauen um den Finger wickelt; außerdem Stuart, der keine Gelegenheit auslässt, sein T-Shirt auszuziehen, bei seiner momentanen zweiten Scheidung von der gleichen Frau ausgenommen wird, wie bei der ersten, und deswegen so lange seine Besitztümer versteckt; und Gil, den seine Frau bei der vermutlich unerfüllendsten Affäre aller Zeiten erwischt hat.
Zusammen versuchen sie das Single-Dasein so interessant wie möglich zu gestalten und stehen sich mit Rat und Tat zur Seite. Eine Band of Brothers.

»We Are Men« ist ziemlich egal.
Auf der positiven Seite heißt das: Die Comedy ist nicht so schrecklich wie »Dads«. Yay!
Auf der negativen Seite allerdings: Sie reißt mich weder mit Witzen, noch mit besonders cleverer Geschichte von meinem Liegestuhl.

Das Thema bringt natürlich einiges an chauvinistischem Potenzial mit sich. Männer, im Rudel, die ihr erfrischendes Single-Dasein feiern und auf der Dauerjagd nach der nächsten Frau sind. Tatsächlich ist es in der Praxis in der Serie nicht ganz so schlimm. Ertragbar.
Die Vor-dem-Altar-Stehengelassen-Szene , auch die zweite, ist ganz schön kitschig und doof. Und klischeeig. Aber das haben wir mit der Pilotepisode dann hoffentlich hinter uns gelassen.

Potenzial haben allerdings die Hauptdarsteller. Kal Penn und Tony Shalhoub mag ich, Jerry O’Connell passt ziemlich gut in die Rolle.

Mein Kompromiss: Noch ein-zwei Folgen gebe ich »We Are Men« die Chance, sich zu entwickeln, bevor ich es wegen zu hoher Egalheit mit Hang zum Doofismus absetze.

→ »We Are Men« in der Wikipedia und bei TVRage
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→ Metacritic-Score: , Tomatometer:
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Back in the Game

Back in the GameNachdem sie sich von ihrem Ehemann getrennt hat, zieht Terry mit ihrem Sohn zusammen bei ihrem Vater ein. Jahrelang hatte sie die elterliche Obsession mit Baseball hinter sich gelassen, aber jetzt, als ihr Sohn beschließt, das Kinderteam des örtlichen Baseball-Clubs zu besuchen, ist sie wieder mitten drin im Geschehen. Terry ist ehemalige Profi-Softball-Spielerin und so übernimmt sie bald den Job der Trainerin des B-Teams der Little League — ein Team voller Baseball-unfähiger, tollpatschiger Außenseiter, die es nicht unter die Fittiche des arroganten Hauptteams geschafft haben. An ihrer Seite immer ihr Vater, ein ehemaliger Baseballstar, der jetzt allerdings nur noch Bier trinkt und an allem und jedem rumkritisiert.

»Back in the Game« ist nach »How To Live With Your Parents« die zweite Show in letzter Zeit™, bei der ein frischgeschiedenes Elternteil wieder bei seinen Eltern einzieht. »How To Live With Your Parents« war albern und stark überspitzt (besonders wegen der komischen Hippie-Großeltern), »Back in the Game« ist da etwas bodenständiger. Und hat also großen Twist eben Baseball als Thema.

Eine Comedy über eine hübsche junge Frau, die Baseball spielt und sich unter den blöden Chauvinisten behaupten muss. »Back in the Game« klingt nach der amerikanischen Serie schlechthin.

Und tatsächlich ist die Show gar nicht so schlecht. Seit »Psych« mag ich Hauptdarstellerin Maggie Lawson ganz gerne. Sie liefert auch hier einen guten Job ab.
Die Dynamik zwischen Mutter, Sohn und Großvater ist ein bisschen seltsam, aber letztendlich ok. Natürlich ist der Sohn schon völlig Erwachsen und fällt die klügsten Entscheidungen aller Hauptcharaktere. Jap.

Auch wenn ich nichts für Baseball übrig habe, reicht es, um die typische Underdog-Story auch für mich Europäer interessant zu machen.
Kleines Highlight ist die reiche Gigi, die bei »Back in the Game« wohl für die überzogenen Späße und Situationsrettungen zuständig ist. Super!

»Back in the Game« ist keine Comedy, bei der man nicht mehr aus dem Lachen herauskommt. Aber sie ist solide und macht Spaß.

→ »Back in the Game« in der Wikipedia und bei TVRage
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→ Metacritic-Score: , Tomatometer:
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Camp

CampAls das Little Otter Family Camp diesen Sommer seinen urlaubenden Familien die Pforten öffnet ist etwas anders als die Jahre zuvor. Camp-Leiterin Mack ist geschieden von ihrem Ehemann und muss den Laden nun alleine stemmen.
Während sie folgenweise in neue Probleme stolpert (die sie, natürlich, zuverlässig in den letzten sieben Minuten eben jener Folge wieder löst) verfolgen wir die unterschiedlichen, jugendlichen Betreuer des Camps, wie sie ihren Sommer miteinander verbringen.

»Camp« erinnert stark an »Beaver Falls«, der britischen E4-Serie, die letztes Jahr nach der zweiten Staffel abgesetzt wurde1. Ein Sommer-Camp und die verschiedenen Betreuer und Bewohner, die allesamt zu unterschiedlichen Graden bescheuert sind.

Die Show ist mit Sicherheit kein intellektuell hochwertiges, vielschichtiges Drama. Sie erzählt die Geschichte eines Sommer-Camps und so fühlt sie sich auch an. Leichte Unterhaltung für sommerliche Sonnentage.
Im besten Fall ist das kurzweilig, durchschnittlich ist das eher stumpf — mitunter auch doof.

Kann man allerdings gucken, wenn man nichts anderes übrigt oder man keine Lust auf schwermütigen Drama-Kram hat.
Muss man allerdings auch nicht.

→ »Camp« in der Wikipedia und auf TVRage
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→ Metacritic-Score: 50


  1. WAS? Letztes Jahr? Wie die Zeit vergeht! 

Welcome to the Family

Welcome to the Family

Junior Hernandez (Joseph Haro) will bei der Abschlussfeier gerade zu seiner großen Rede als Klassenbester ansetzen, da setzt eine kleine Nachricht den Vorfreuden auf die Zukunft als Elitestudent ein jähes Ende: Seine Freundin Molly (Ella Rae Peck) ist schwanger. Wie’s der Zufall so will, treffen sich just an diesem Tag die Väter der beiden (Ricardo Chavira aus „Desperate Housewives“ und Mike O’Malley aus „Glee“) erstmals und geraten gleich aneinander. Blöd, dass sich ihre Familien, die durch den ungeplanten (aber für zwei Teenager kurioserweise keinen Moment hinterfragten) Nachwuchs zusammengeworfen werden, plötzlich arrangieren müssen.

„Welcome to the Family“ wird donnerstags auf NBC laufen in der neuen TV-Season und kann momentan schon vorab auf Hulu gesehen werden. Sagen wir’s so: Ich hätte mir einen besseren Start in meine persönliche Saison 2013/2014 aussuchen können als diese Comedy. Die Pilotepisode hat zwar ein paar einsame gute Momente und wird gegen Ende auch definitiv besser, doch die Charaktere wirken unausgegoren. Und obwohl die Darsteller größtenteils gut sind und auch bei mir einen guten Ruf haben, klickt es einfach nicht.

Kann sein, dass ich dem Ganzen noch eine Chance gebe –  dann aber nur der serienaffinen Besetzung wegen, denn Story und Setting sind auf den ersten Blick ziemlich… gääääähn.

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King & Maxwell

King & MaxwellSean King und Michelle Maxwell waren beide mal beim Secret Service. Aus unterschiedlichen Gründen hat das allerdings für beide nicht so recht geklappt — sie wurden gefeuert. Jetzt haben sie eine Privatdetektei und ermitteln auf eigene Faust.
In ihrem ersten Fall übernehmen sie den Klienten eines befreundeten, aber toten, Anwalts. Der vertrat einen vielfachen Mörder, der eigentlich durch und durch schuldig aussieht. Aber schnell stellt sich heraus, dass der Anwaltfreund Ungereimtheiten im Fall gefunden hat — und auf einmal alles gar nicht mehr so klar aussieht.
Nebenbei manövrieren sie auch um ihre ehemaligen Kollegen aus dem Staatsdienst herum, die ihnen unangenehm nah auf die Pelle rücken.

»King & Maxwell« liest sich auf dem Papier Bildschirm eigentlich ganz vielversprechend. Privatdetektive mit unterschiedlichen Stärken, tough und auch mal den Gesetzesbogen für den Klienten überspannend. Dabei knistert es auch mitunter mal zwischen den beiden.

Aber leider fehlt der Show ein wichtiges Element, damit das auch klappt: Chemie. Denn die beiden Hauptcharaktere haben keine. Und damit fällt das ganze Konzept zusammen.
Maxwell und King sind stählern hölzern geschrieben und haben keine charmante Interaktion miteinander. Erst am Ende der ersten Folge, als King Maxwell auf das Durchkreuzen seines Plans anspricht, merkt man, wie das hätte sein können. Vielleicht wird das mit der Zeit besser, vielleicht müssen ja auch die Schauspieler und die Drehbuchautoren mit einander warm werden. Aber die erste Episode war kühl. Die Dialoge übrigens auch.

Gut gefiel mir der Twist am Ende der Episode, der die Geschichte etwas aufwertet. Einen Twist gibt’s auch am Ende der zweiten Episode, vielleicht hat das also System bei der Show?
Man merkt leider, dass die Show auf TNT läuft — der Production Value ist hier und dort doch etwas niedrig. Außerdem, was soll dieser seltsame FBI-Ermittler!? Und was ich vom Buchhalter halten soll, das weiß ich auch nicht…

Also: »King & Maxwell« hat Potenzial, aber (noch) stimmt die Chemie der Charaktere nicht. Und das ist ein zentrales Element der Geschichte. Ohne das fällt auf einmal auf, dass alles andere eher mittelmäßig ist.

→ »King & Maxwell« in der Wikipedia und bei TVRage
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→ Metacritic-Score: 56
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How to Live with Your Parents (For the Rest of Your Life)

How to Live with Your Parents (For the Rest of Your Life)Polly ist die Verantwortungslosigkeit ihres Manns satt. Sie verlässt ihn und zieht mit ihrer Tochter wieder bei ihren Eltern ein. Die günstigste Lösung. Finanzkrise und so.
Auch sechs Monate später versucht Polly den Kuppelungsversuchen ihrer tiefenentspannten Eltern stand zu halten, versucht, ihren anhänglichen Ex-Mann aus dem Weg zu gehen — und dabei die beste, mögliche Mutter zu sein.

Sarah Chalke spielt die Hauptrolle in »How to Live with Your Parents (For the Rest of Your Life)« (und ja, ich schreibe das jetzt immer aus). Ihr wisst schon, Elliot aus »Scrubs«. Jedenfalls ist es die Rolle, die ich auch noch dauernd bei Polly sehe – aber vielleicht braucht das einfach etwas.
Neben der Hauptdarstellerin hat »How to Live with Your Parents (For the Rest of Your Life)« noch mehr im Cast zu bieten. Elizabeth Perkins und Brad Garrett spielen die Eltern Pollys. Die Charaktere sind an allen Ecken übergeschrieben, viel zu übertrieben und gezielt bescheuert – aber trotzdem tragen sie, sozusagen als Untergestell, die Serie und damit die Komik mit.

»How to Live with Your Parents (For the Rest of Your Life)« hat Anleihen von »The New Normal«, ist dabei thematisch aber viel klassischer angesiedelt: Junge Mutter sucht Mann für’s Leben und kämpft dabei mit den Besonderheiten ihrer Umstände.

Die Serie ist so schlecht nicht. Tatsächlich habe ich ein paar mal gelacht. Wenn ich hoffentlich irgendwann mal über den Scrubs-Breakeven-Point komme, dann ist Sarah Chalke auch völlig ok — immerhin ist sie eine tolle Schauspielerin. Der »Meet the Fockers«-eske Humor der Eltern ist ebenfalls ok.
Tatsächlich glaube ich aber, dass »How to Live with Your Parents (For the Rest of Your Life)« bei mir im digitalen Stapel ok-er, aber ungesehener Serien verschwindet. Mit der Show ist nichts falsch, mir hat sie nur zu wenig Neues und Außergewöhnliches.

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→ Metacritic-Score: 48

Red Widow

Red WidowSorry. Riesen Backlog. Aufholen!
Marta Walraven möchte nichts mehr mit der Mafia-Kriminalität ihrer Familie zu tun haben. Aber just als der Entschluss gefallen ist, den ganzen Kram hinter sich zu lassen, wird ihr Mann bei einem Drive-By-Shooting vor der Haustür getötet. Wie es scheint, haben er und ihr Bruder Kokain vom falschen Mafia-Boss gestohlen. Und die Schuld, das zurückzubringen, lastet nun auf ihr. Problem: Das Kokain ist verschwunden. Und der Mafia-Boss charmant.

Kein großes Review hier, die Serie läuft so lange, die acht Folgen sind ja fast schon rum.

»Red Widow« ist ABCs »The Mob Doctor«. Frau wird aus ihrem Vorstadtleben rausgebracht um für die Mafia schlimme Dinge zu machen.

Die ABC-Serie ist dabei nicht schlecht. Eine starke Frau im Zentrum, mit Vorliebe für rote Kleidung, die versucht Trauer und verschiedene Schichten von Verantwortung zu jonglieren. Das ist ok-ish.
Aber, für meinen Geschmack, nicht ausreichend gut, als dass ich die Show wochenweise verfolgen würde. Versteht mich nicht falsch: Da gibt’s keine groben handwerklichen Fehler oder Storylines, die wesentlich hanebüchener sind als bei anderen Serien. Mich stört auch nicht die Übertreibung, die Überdramatisierung, die ›Let’s pack it all into one story‹-Mentalität. Wenn der Rest stimmt, dann könnte ich darüber hinweg sehen.
Aber »Red Widow« ist einfach uninteressant.

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→ Metacritic-Score: 48

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Golden Boy

Golden BoyAls Walter Clark seinen Polizistenkollegen nach einer Schießerei selbstlos rettet, wird er sogleich zu einem kleinen Helden der Stadt. Das gibt ihm eine Gelegenheit, um voller Selbstvertrauen einen Platz als Detective einzufordern. Und das klappt sogar.
Sein Partner und Mentor wird Don Owen, mit dem er sogleich beginnt, trickreich Fälle zu lösen. Immer über seine Schulter schaut Detective Arroyo, der ganz und gar nicht begeistert ist, so einen jugendlichen Tunichtgut in seinem Revier zu haben. Er setzt alles daran, Clark Steine in den Weg zu legen und ihn zu diskreditieren.
Dass das zumindest langfristig nicht klappt erfahren wir durch Zwischensequenzen, in denen wir Clark sieben Jahre später als New York Citys jüngsten Police Commissioner aller Zeiten sehen und in denen er über sein Leben reflektiert.
Außerdem gibt’s noch eine Schwester, um die Clark sich kümmern muss.

»Golden Boy« ist eine solide Crime-Drama-Serie — eine weitere in der langen Liste. Allerdings hat »Golden Boy« natürlich ein paar Alleinstellungsmerkmale.

Da ist zum Beispiel der Hauptcharakter des jungen, aufstrebenden Golden Boys Clark. Gut besetzt und gut geschrieben. Ein intelligenter Karriere-Typ, der verschiedene Probleme gleichzeitig jongliert. Die weise Vaterfigur Owen passt zum Jugendlichen hervorragend — die komödiantischen Elemente, wenn Clark Owen aus seiner eingestaubten Welt zu holen versucht, sind durchaus spaßig. Chi McBride spielt als Owen die gleiche Rolle, die er schon in einigen anderen Serien aufgeführt hat. Was nicht unbedingt schlecht ist — tatsächlich passt er hier besser rein als in »Human Target«.

Dann ist da der Antagonist, Arroyo, der ziemlich klar und offensichtlich alle schmierigen, bösen Eigenschaften in Personalunion vereint. Das ist ziemlich klassisch, aber hinreichend ok.

Die Vorausblenden in die Zukunft sind ein nettes Feature und geben stückchenweise Hinweise auf zukünftige Entwicklungen der Geschichte. Macht neugierig (nicht »Lost«-Vorausblenden-Neugierig, aber immerhin). Das ist eine nette Idee, aber nicht nötig um »Golden Boy« zu einer guten Serie zu machen. Die Show zieht ihre Stärken, so finde ich zumindest, aus den Charakteren und den Interaktionen zwischen ihnen. Die Fälle sind ebenfalls gut geschrieben — aber das gilt ja häufig für Crime-Procedurals.

Also: »Golden Boy« ist eine Crime-Serie der interessanteren Sorte, die ihre Stärken in den Charakteren hat.

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→ Metacritic-Score: 63

(Erinnert sich noch jemand an »Golden Boy«, das Anime? Rückblickend war das ganz schön crazy stuff.)

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CyberChimps