Newshows.de-Blogparade: 2013 in Serienkrams

Das (Serien)Jahr neigt sich gen Ende und auch wenn wir in unserem Podcast in den letzten Monaten immer viel über gute und schlechte Serien gesprochen haben, lassen wir uns die Gelegenheit nicht nehmen, noch mal mit Stil und ohne Tonprobleme auf das Jahr zurückzublicken.
Welche Serien waren besonders gut, welche brauchen dringend eine Überarbeitung? Andi und ich haben dabei die Fragen übrigens separat voneinander beantwortet – dass wir so oft das Gleiche sagen, ist wohl ein Zeichen dafür, dass wir zuviel gepodastet haben…

Dies ist eine Blogparade, das heißt alle, die möchten, sind aufgefordert, sich die Fragen zu schnappen, ggf. zu erweitern und einen eigenen Rückblick auf das Serienjahr 2013 zu posten. Backlink auf unseren Beitrag nicht vergessen, wir sammeln dann an dieser Stelle weiter unten alle Artikel, die bis 5. Januar eingehen. Viel Spaß!

Achtung: Genereller Spoileralarm in diesem Beitrag.

Was war für dich die Serien-Überraschung des Jahres?

Andi: »The Americans«. Hatte ich überhaupt nicht auf dem Schirm. Aber fand ich toll. Auch, wegen der »Based on Actual Events«-igkeit. Außerdem überraschend: »Orphan Black« und »Orange is the New Black«. Und irgendwie »The Bridge (US)«.
Caro: Mit Abstand „Orphan Black“

Welche alte Serie hat dich 2013 besonders überzeugt?

Andi: »The Good Wife«. Weil die Serie, immer noch, alles richtig gemacht und furchtbar toll anzusehen ist. 2013 kam dann ein weiterer Aspekt der Tollheit hinzu: »The Good Wife« scheut sich nicht davor, tiefsitzende und konsequenzenreiche Veränderungen zu machen. Hach. <3
Caro: Wer unsere Podcasts hört, kennt meine Antwort(en) hierauf sicher schon: „The Good Wife“, dicht gefolgt von „Person of Interest“

Welche neue oder alte Serie war für dich der Flop des Jahres?

Andi: Vermutlich »Dads«? Aber da war die Erwartung schon ordentlich runtergeschraubt, bevor’s überhaupt los ging. »Sean Saves the World« war auch äußerst schlecht. Etwas mehr erhofft hatte ich mir von »Lucky 7«, weil mir die Prämisse und die assoziierten Namen gefielen. Von den alten Serien habe ich, wiedermal, »American Horror Story« abgesetzt. Wie auch in Staffel zwei fing’s toll an, wurde dann aber viel zu schnell viel zu langweilig und abgedreht.
Caro: An die neuen Serien hatte ich weitestgehend keine Erwartungen, die hätten enttäuscht werden können. „Hart of Dixie“ fand ich in der neuen Season bislang sehr, sehr langweilig und sehr, sehr albern. Aber ich habe Hoffnung für den zweiten Teil der Staffel.

Worüber hat dein innerer Serienjunkie 2013 richtig laut gelacht?

Andi: Der »Ring Bear« von »How I Met Your Mother«. Jedes Mal. Außerdem: Vieles bei »Brooklyn Nine-Nine«.
Caro: Über all die Schnippsel, wann immer einer der Charaktere von „Parks & Recreation“ in die Kamera guckt und ohne Worte so viel sagt.

Was hat dich besonders schockiert?

Andi: Dass »Dads« nur so halb und knapp abgesetzt wurde. Ich kann nicht verstehen, wie man sowas ausstrahlen kann.
Caro: Das Ende von Tara Knowles in „Sons of Anarchy“. Nicht so sehr, dass sie gehen musste, aber wie.

…und was besonders überrascht?

Andi: Dass mir der »The Mentalist 2.0« bisher ganz toll gefällt. Weil das aber auch erst zwei Folgen sind: Wie nach interessanter Prämisse, »Under the Dome« ziemlich schnell langweilig wurde.
Caro: Der Gamechanger in „Once Upon a Time“. Zum zweiten Mal innerhalb von dreieinhalb Staffeln erfindet sich die Serie einfach mal komplett neu, den Mut muss man erst mal haben!

…und welche Storyline besonders bescheuert?

Andi: Alles bei der letzten Staffel »Arrested Development«. Allerdings ein positives bescheuert, natürlich. Negativ bescheuert ist »True Blood«, die von Staffel zu Staffel bescheuerter wird.
Caro: Das Drama mit Maggies Haaren in „The Newsroom“, das zwar erklärt wurde, aber doch nur wirkte, als wollten sie es uns leicht machen, die Timelines auseinander zu halten.

Welcher Darsteller und welche Darstellerin hat 2013 besonders gerockt?

Andi: Keine Frage: Tatiana Maslany in »Orphan Black«. Wenn ihr jemals dachtet: »Hey, der Schauspieler da spielt den Zwilling seines Standardcharakters aber toll«, dann habt ihr vermutlich noch nicht Maslanys Hauptcharaktere in »Orphan Black« gesehen. Ja, sogar noch besser als die verschiedenen Versionen Anna Torvs *livia in »Fringe«.1
Caro: Zwei Worte: Tatiana. Maslany. Einfach nur wow! (Bonuserwähnung für Julianna Margulies und Josh Charles, die das Hin und Her zwischen Lieben und Hassen in „The Good Wife“ mit so vielen Nuancen gespielt haben, toll!)

Wer hat 2013 vorherige Rollen vergessen gemacht hat?

Andi: Lizzy Caplan hat in »Masters of Sex« endlich die Bühne bekommen, die sie verdient. Und tatsächlich sehe ich Jesse Spencer immer weniger in seiner »House M.D.«-Rolle (das war auch schon vom Beginn »Chicago Fire«s wenig).
Caro: Jesse Spencer ist jetzt Lt. Casey in „Chicago Fire„, seine Rolle in „House“ ist vergessen. Hätte ich nicht gedacht, dass ihm das gelingt. Aber dann wiederum habe ich ja auch lange „Chicago Fire“ unterschätzt.

Unwichtigster Charakter einer Serie?

Andi: Laurel aus »Arrow« nervt. Die könnte gut und gerne rausgeschrieben werden. Aber vermutlich braucht es einen tiefverletzten Liebeseckpunkt im The-CW-Universum.
Caro: Der Neuankömmling mit dem Alkoholproblem in „The Walking Dead“, gefolgt von Matt in „Vampire Diaries“, dem sie auch diese Season wieder keine wirklich bedeutsame Storyline gegeben haben.

Bei welcher Serie sollte man unbedingt genauer auf den Soundtrack achten?

Andi: »Treme«. Weil die Musik Teil der Geschichte ist. Sonst: Siehe nächste Kategorie.
Caro: „Sons of Anarchy“ hat großartige musikalische Momente, „The Carrie Diaries“ macht wegen des Achtziger-Jahre-Soundtracks einfach Spaß, aber umgehauen hat mich musikalisch in diesem Jahr vor allem eine Szene aus „Person of Interest“.

Welche Serie hat die beste Kamera- und Szenenarbeit?

Andi: »The Good Wife«!
Caro: Darf ich schon wieder „The Good Wife“ nennen? Ja? Dann: „The Good Wife“!

Welche Serie konntest du auch 2013 nicht absetzen, obwohl sich alle deiner Körperteile gegen sie wehren?

Andi: »The Big Bang Theory«. Mich stört alles an der Show, trotzdem schaue ich immer weiter.
Caro: „Revenge“. Der Racheplan von Emily Thorne zieht sich inzwischen wie Kaugummi, aber nach ein paar Wochen Pause habe ich dann doch wieder angefangen.

Stell dir vor, du bist Showrunner einer aktuell laufenden Serie und bekommst die Order, die Serie in eine völlig andere Richtung weiterzuführen. Welche Serie passt du wie an?

Andi: Ich wünsche mir ja, generell, mehr Crossovers! Castle löst einen Mordfall und zufällig steht der Hauptverdächtige auf Reddingtons Blacklist. Der wird dann gefasst, gemeinsam mit der tollpatschigen Hilfe des 99. Reviers aus Brooklyn. Es stellt sich allerdings heraus, dass er nur eine Marionette eines viel psychopathischeren Verbrechers war, den nur Patrick Jane geniereich fängt. Vor Gericht muss dann Alicia Florrick den Verbrecher verteidigen. Zählt das als Anpassung? Alternativ: The Newsroom geht bankrott. Will McAvoy nimmt sich vor, endlich aktiv zu werden in der Politik. Die Republikaner dahin zu führen, wo sie sein sollten. Er nimmt ein paar seiner Newsroom-Kollegen mit.
Caro: Wenn ich die finale Staffel „Mad Men“ übernähme, würde ich Don Draper zum arbeitslosen Hausmann degradieren, dessen Ehefrau (wer auch immer das gerade ist, ich persönlich hab die Serie abgesetzt) nun das Geld verdient und der seine kreative Energie mit Origamikunst ausleben würde. Würde niemand gucken wollen, aber geschähe der Figur nur Recht.

Was wünschst du dir vom Serienjahr 2014?

Andi: Serien, die auch die Details vernünftig hinkriegen und den Zuschauer nicht für dumm verkaufen. Serien, die sich was trauen und aus den üblichen Konzepten rausbrechen. Science Fictions!
Caro: Ein zufriedenstellendes Serienfinale von „Sons of Anarchy“, in dem Jax die Wahrheit erfährt und Gemma erwürgt. Oder so ähnlich.

Blogparadler

Folgende Blogger haben schon bei unserer Blogparade mitgemacht. Husch, husch, du willst doch auch…!


  1. Ich werde in Zukunft allerdings abstreiten, zu irgendeinem Zeitpunkt gesagt zu haben, »Fringe« sei nicht das beste in welcher Kategorie auch immer. 

Super Fun Night

superfunnight

Manchmal möchte man einfach wissen, ob eine Serie so schlecht ist, wie der Trailer es vermuten lässt, oder? Was so ziemlich der einzige Grund ist, warum ich verspätet „Super Fun Night“ eine Chance gegeben habe.

Die Fox-Comedy ist so eine Art Spielwiese für die australischen Schauspielerin/Sängerin/Komikerin Rebel Wilson. War sie im Film „Pitch Perfect“ noch ein kleiner, aber stimmgewaltiger Teil eines insgesamt sehr gelungenen Casts und Films, versucht sie sich mit „Super Fun Night“ als Schöpferin, Autorin, Executive Produzentin und Hauptdarstellerin gleichzeitig. Was bei der Senderschwester Mindy Kaling („The Mindy Project“) bestens funktioniert, wirkt bei Wilson ziemlich halbgar und alles andere als fun. Es soll wohl eine Serie sein, die sich in jeder Folge dem Wochenendprogramm der Clique rund um Kimmie Boubier, ihren britischen Schwarm, ihre Freundinnen und die Rivalin aus der Firma widmet.

Die gute Nachricht: Die Serie ist nicht so platt, körperbezogen und auf schnelle Lacher aus, wie der Trailer es vermuten lässt. Und wie Rebel Wilson als Autorin mit dem Thema Übergewicht umgeht, finde ich grundsätzlich charmant. Doch so schön es auch ist, dass hier nicht ein Dickenwitz den nächsten jagt – das lässt die eh schon öde Serie irgendwie feige wirken. Weil zu merken ist, wie sie immer wieder irgendwelche Uraltlacher aus dieser Ecke andeuten, dann aber doch dem Niveau zuliebe kneifen – aber eben auch so gar nichts anderes zu bieten haben.

Persönlich finde ich selbst mein ruhiges Programm der letzten zwei Freitagabende – Einrichtung neuer Sicherheitssoftware und Steuern bei Rotwein und „Dawson’s Creek“ – mehr fun als das, was diese Gruppe an ihrem Freitagabend erlebt…

→ „Super Fun Night“ in der Wikipedia und bei TVRage
→ Trailer
→ Metacritic-Score: 41, Tomatometer: 33%

Newshows Check-up #8

Newshows Check-up
In der achten Folge unseres Podcasts erfüllen wir Zuschauerwünsche und proben den Joss-Whedon-Fangirl-Gesang. Außerdem vergessen wir die Zeit.
Wir werden immer besser, unsere Hangout-Qualität leider immer katastrophaler. Bitte nehmt doch gleich die Audioversion; zu der kann man auch super Sport machen, ließen wir uns sagen:

Wollt ihr es euch dennoch antun, uns anzugucken, dann ist hier das Video:

Links:

Zuschauerpost

Zuschauer haben wir auch: @julianwki guckte diese Folge am Dienstagabend live

Zuschauer haben wir auch: @julianwki guckte diese Folge am Dienstagabend live (Foto: CC NY)


  1. Bevor ihr meckert, dass wir ’nen Sprung in der Platte haben – über „The Good Wife“ kann man sogar 100.000 Mal sprechen! 

Ground Floor

Ground FloorBrodys Leben ist fest auf Erfolg getrimmt: Erfolgreich in Havard studiert, jetzt erfolgreicher Geld-Manager, jongliert locker Millionenbeträge seiner Kunden. Er macht das so gut, dass sein Chef ihn als seinen persönlichen Protégée sieht.
Brody ist zufrieden. Stress, Druck, frühes Aufstehen scheinen genau sein Ding zu sein.
Bis er Jenny kennenlernt. Im Gegensatz zu ihm (oberstes Stockwerk) hat sie ihr Büro im Erdgeschoss des Hochhauses. In der Gebäudeverwaltung. Und da ist das Leben direkt einige Etagen relaxter. Natürlich verliebt sich Brody in Jenny und muss jetzt neben seiner Karriere auch noch ein Privatleben jonglieren. Neben Jenny involviert das noch einen ernsthaften Kampf der Kulturen: Die durchgestressten Anzugträger von oben gegen die lebensfrohen Freizeitarbeiter von unten.

»Ground Floor« ist die neue Comedy von »Scrubs«-Erfinder Bill Lawrence. Und das merkt man hinten und vorne. Am Beeindruckendsten: Lawrence hat es geschafft, Dr. Cox aus »Scrubs« eine neue Rolle als Top-Manager zu organisieren. Dr. Cox merkt man kaum an, dass er mal Arzt gelernt hat. Vokabular, Gestik — der gesamte Stil! — passen wunderbar zu Brodys Boss Mansfield.
Die restlichen Charaktere und Darsteller gefallen mir auch: Der hin und her gerissene Brody (Skylar Astin), die völlig andere, trotzdem charmante Ground-Floor-Jenny (Briga Heelan, bei der oben im Foto zufälliger weise gerade der Ventilator anging). Auch die restlichen Charaktere sind wunderbar over the top — einzig Threepeat ist ganz schön creepy.

»Ground Floor« hat ein paar großartige Lacher, ist zwischendurch aber auch hart am »Cheeeesy«-Ausrufereflex. Tatsächlich hat mich die Pilotepisode erst im Laufe der Zeit überzeugt, weiterzuschauen. Der Anfang war zu austauschbar.
Aber mir gefällt’s gut!
Zumindest so lange die nette Liebesgeschichte mit bescheuerten Witzen und bierernstem Mansfield noch über den Laugh Track hinwegträgt. Der ist nämlich hart.

→ »Ground Floor« in der Wikipedia und bei TVRage
Trailer
→ Metacritic-Score: 63, Tomatometer: 73%

(Im Ernst: John C. McGinley hat eigentlich immer einen sehr eigenen Schauspielstil. Aber hier bei »Ground Floor« ist er wirklich sehr Dr.-Cox-ig. Sehr.)
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Newshows Check-up #7

Newshows Check-up
Unsere Podcast-Frequenz hat die Beitrags-Frequenz eingeholt. Oh, oh!
Willkommen zu einer etwas chaotischen, aber nicht weniger charmanten und dieses Mal vor allem redjohnblutroten Ausgabe unseres Check-ups. Hier gibt’s die Audioversion und unter dem Video findet ihr wie gewohnt eine Liste mit Zeitmarken und weiterführenden Links.

Mehr zum Podcast:

Außerdem: Sorry, für die doofe Google+-Aufnahme. Das nervt uns so wie euch.

Newshows Check-up #6

Newshows Check-up
Da sind wir schon wieder, mit einer neuen Folge unseres brillanten, hochwertig produzierten, lupenrein argumentierten Kritiker-Podcasts. Heute debattieren und philosophieren wir unter anderem über fehlende Funken in „The Michael J. Fox Show“ und „The Millers“, Doppelgänger und überflüssige Soapelemente. Und wir finden natürlich auch einen Weg, erneut über „The Good Wife“ zu sprechen. ‚Cause we can.

Dieses Mal haben wir keine Kosten und Mühen gescheut und haben parallel zum Google+-Hangout das Audio unabhängig mitgeschnitten. Ohne blöde Artefakte wegen schlechter Bandbreite zum Google-Server. So gut klangen wir noch nie. Hört uns entweder am Ende des Beitrags, in eurem Lieblings-Podcast-Player mit dem Podcast-Feed oder direkt als Mp3.

Nach dem Video, wie gewohnt, die Details zu 1×06.

This week on Newshows Check-up:

Wir freuen uns über euer Feedback. Und gerne auch Hassmails an Alice/O2 in Hamburg, die leider derzeit meine2 Wohnung so unfassbar schlechtes Internet zu liefern scheinen, dass ihr mich vermutlich gar nicht verstanden habt. Sorry vielmals dafür!


  1. Oder so ähnlich. 

  2. Also Caros. 

Almost Human

Almost HumanDas Jahr 2048. John ist vor ein paar Wochen aus dem Koma erwacht. Hinein kam er, als er mit seinem Polizei-Team in einen Hinterhalt der Gangstertruppe geraten ist, die er gerade hochnehmen wollte. Gegen alle Vernunft versuchte er, seinen Partner aus Schusslinie zu retten. Aber die Aktion ging nach hinten los: Sein Partner starb, er selbst verlor ein Bein. Und fiel ins Koma. Für 17 Monate.
Als John wieder fit genug ist, um seinen Job als Detective anzutreten, hat sich einiges verändert: Waren die humanoiden Androiden vor zwei Jahren noch ein unterstützendes Gimmick der Polizeiarbeit, sind sie mittlerweile Pflicht. Jeder Menschencop braucht einen Androidenpartner an seiner Seite. John, der nicht viel für Regeln, Statistik und Herzlosigkeit im Allgemeinen übrig hat, findet das ziemlich doof — und muss bald die Standard-Android-Ausführung an seiner Seite wechseln. Gegen Dorian. Eigentlich schon eingemottet im Lager, ist er ein älteres Alternativmodell. Sein Problem: Manche hielten ihn für eigenwillig und fehlerhaft. Er hat eine künstliche Seele.
Umso besser passt Dorian zu Johns, dem er sogar bei seinen gesetzesdehnenden Ermittlungen hilft. Die involvieren Verschwörungen, Verräter und gleich in der Pilotepisode mal eben die Rettung des gesamten Polizeireviers. Was für eine Rückkehr.

»Almost Human« ist die neue Serie von J. H. Wyman, Bryan Burk und J.J. Abrams1. Kommen euch die Namen bekannt vor? Das Team hat bis Anfang dieses Jahres die beste Science-Fiction-Show der jüngeren Zeit gemacht: »Fringe«.2
Es freut mich euch mitteilen zu dürfen: »Almost Human« ist das neue »Fringe«. Nein, Scherz. So gut ist die Pilotepisode nun doch nicht — und dafür wäre es auch viel zu früh. Aber es gibt gewisse Parallelen die mich zu folgender, dieses Mal ernst gemeinter Aussage hinreißen lassen: »Almost Human« ist die junge, mehr Classic-Sci-Fi-eske Cop-Show-Version von »Fringe«. In der Zukunft.

Wir haben ein starkes Hauptdarsteller- und Hauptcharaktere-Gespann, von denen einer irgendwie anders, aber beide irgendwie besonders sind. Wir haben interessante Nebencharaktere, ebenfalls gespielt von fähigen Menschen.3 Wir haben, so scheint es zumindest in der Pilotepisode, wichtige Fälle der Woche, die clevere Detektivarbeit erfordern. Außerdem ein folgenübergreifender Plot, der andeutet, voller Verschwörungen tief in die Struktur der Gesellschaft zu gehen. Einen gezeichneten Hauptcharakter, der beim Lösen seiner persönlichen Dämonen in eben jene Verschwörung hinein stolpert und irgendwie darin verwickelt ist. Außerdem schon in der Pilotepisode einen Haufen Andeutungen zur Etablierung von Erde2048– und USA2048-Hintergrundgeschichte.
Klingt ähnlich, oder?

Auch wenn ich euch das hier als offensichtliche »Fringe«-Kopie verkaufe: So ist das nicht. Ganz und gar nicht. »Almost Human« benutzt die obigen Eigenschaften, die sich vermutlich auch in einigen anderen Shows finden lassen, sehr subtil und gekonnt.
Und hat dabei einen Haufen Zukunfts-Cop-Serie-Elemente, die es so nicht bei »Fringe« und, soweit ich weiß, auch bei keiner anderen TV-Serie in letzter Zeit gab. Allen voran natürlich die Tatsache, dass einer der Hauptcharaktere ein Androide ist. Der Spin, der mich am meisten am Konzept »Almost Human« begeistert. Ist auch in der Pilotepisode gut umgesetzt. Einzige Gefahr, die ich sehe: Dorian wird zur Alllösungswaffe, der beliebig neue Features bekommt, wann immer es die Storyline erfordert. Abwarten.
Auch die dystopische Zukunft4 ist interessant und (abseits der Androide) gar nicht so realitätsfern gezeichnet. Gefällt.

»Almost Human« legt einen tollen Start hin und etabliert eine interessante Geschichte und Zukunft. Die Show ist das einzige an klassischem Science Fiction, was das alleingelassene Fanherz im Moment auf den großen Kanälen mit großem Budget sehen kann — und tritt nicht nur an der Stelle in die Fußstapfen von »Fringe«. Auf jeden Fall einer der besseren Neustarts der Saison, muss sich aber noch Beweisen, ob die Tiefe der Welt das hält, was das Produzententeam vermuten lässt. Wenn das stimmt, dann können wir auch über die schlecht gerenderten Polizeiautos hinweg sehen.

Jedenfalls: Ansehen!
Science Fiction, Hurra!

→ »Almost Human« in der Wikipedia und auf TVRage
Trailer
→ Metacritic-Score: 61, Tomatometer: 66%
(Und wenn ihr die visuelle Ähnlichkeit zu »Fringe« ebenfalls im Set-Design wieder findet, könnt ihr mir hier erzählen, an welchen Stellen…)
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  1. Yay, Abrams, und so. 

  2. Zusammen mit Roberto Orci, der jetzt »Sleepy Hollow« macht. 

  3. Minka Kelly steht die etwas weniger offensive Sexyness im Vergleich zu »Charlie’s Angels« übrigens viel besser. 

  4. Für mich ist eine Zukunft, wie sie dort mit all der Überwachung und Polizeiallanwesenheit gezeichnet ist, eine Dystopie. 

The Tomorrow People

The Tomorrow PeopleStephen hat seine persönliche psionische Pubertät. Man kennt das ja: Der eigene Körper ändert sich und, zack, kann man sich wild durch die Welt teleportieren. Eine verwirrende Zeit. Auch für Stephen. Um so froher ist er, als er feststellt, dass er nicht alleine ist mit den fetzigen Fähigkeiten. Es gibt eine ganze Gruppe, die Tomorrow People, die probieren ihr Leben als nächste Menschen-Evolutionsstufe friedfertig zu leben. Unglücklicherweise lässt man sie nicht: Jedikiah hält die Genveränderungen der Morgenmenschen für schadhaft und möchte sie rückgängig machen. Natürlich zu ihrem eigenen Schutz und nicht aus irgendwelchen dunklen Nazimotiven. Nahein!

Alles wichtige hat Caro schon zu »The Tomorrow People« erzählt: Die Show ist nicht gut.
Aber ich sehe das etwas differenzierter als sie. Und, Spoiler, bei mir würde der Stoff vielleicht zu einem Guilty Pleasure reichen.

Superhelden-Geschichten sind ja der Shit in den letzten Jahren1. Verschiedene Batman- und Superman-Inkarnationen gab’s schon seit den 50ern und 60ern. Aber dann kam der Maguire-schen Spider-Man und kratzte an der 1-Milliarde-US-Dollar-Umsatzmarke. X-Men-Filme (teils auch schon vorher) folgten, DCs Zugpferd Batman wurde dunkler wiederbelebt und übersprang mit seinem zweiten Teil 2008 als erste Comic-Verfilmung obige milliardärische Marke, Superman erhielt ebenfalls verschiedene Wiederbelebungsversuche. Mit Green Lantern, Watchmen, Constantine; Iron Man, Hulk, Captain America wurde ein Haufen vorher TV-medial nicht vertretener Superhelden in Kinogeschichte gegossen — und diese sechs sind nur wenige der 70 Superheldenstreifen seit 2000.2 Vorläufiges Highlight: Der Marvel-Meta-Helden-Film »The Avengers«, der letztes Jahr mal locker 1,5 Mrd. US-Dollar einspielte.
The CW hatte von Beginn der Superheldenära ein Bein in der Tür. 2001 starteten mit »Smallville« die Soap-Geschichte der wilden Jugendjahre Supermans. Im Vergleich zu den Heldenshows anderer Networks ziemlich solide und erfolgreich — zumindest die ersten acht Staffeln.
Seit letztem Jahr läuft eine neue DC-Superhelden-Serie auf The CW: »Arrow«. Eine meiner momentanen Lieblingsserien.
Einer der Erfinder von Arrow, Greg Berlanti, hat dann dieses Jahr eben »The Tomorrow People« auf The CW untergebracht. Die Serie beruht, im Gegensatz zu »Smallville« oder »Arrow«, nicht auf Comic-Büchern, sondern auf einer britischen Serie aus den Siebzigern.

Soweit zum Background. Warum ihr das jetzt wissen musstest? Und warum das wichtig ist für meine Thetomorrowpeopledifferenziertheit?

Weil »The Tomorrow People« ein furchtbar gradliniges, allumfassendes Superheldenstück ist. Die Show wirkt wie ein taktisch platziertes Filmmanöver, bei dem eine Klasse eifriger Studenten die oben genannten 70 Superheldenfilme analysiert und in Matrizen eingeteilt, die vorherrschenden 20 Motive daraufhin sorgfältig ausgewählt und dann mit einer beliebigen Geschichte umhüllt hat. Jede Facette der Geschichte ist hochgradig kalkuliert eingesetzt worden. »The Tomorrow People« ist ein Superhelden-Best-Of.

Ein paar Beispiele, in Klammern ein paar — nicht alle — Stichworte und Motive.

  • Unsere Welt ist nicht so wie sie scheint. Im Unter- und Hintergrund versteckt sich hinter den kulissenhaften Fassaden von dem, was man gemeinhin als Alltag bezeichnet, eine eigene Welt, die furchtbar wichtig und dramatisch ist. (Abenteuer; Kreis der Wissenden; Verschwörung)
  • Die Tomorrow People sind eine ausgewählte, vielleicht etwas elitäre Gruppe von besonderen Menschen. Eigentlich möchten sie nur demütig ihr Ding machen, pazifistisch keiner Fliege etwas zu Leide tun und nur für Weltfrieden und Selbstschutz durch die Gegend teleportieren. (Subkultur & -gesellschaft; Jeder ist besonders; Tomorrow People = die Guten)
  • Wäre da nicht der Bösewicht. Aus Motiven, die selbst ein Vorschulkind als böse identifizieren würde, möchte er die armen, pazifistischen Tomorrow People ausrotten. Der Nazi-Vergleich oben war kein Witz: Aus Jedikiahs Sicht ist die superheldige Genveränderung der Tomorrow People nicht positiv oder neutral, nein, es ist der Untergang der Menschenrasse3. Und gehört gestoppt. (Jedikiah & Co = die Bösen; Sowas von die Bösen; Historisches Analogon)
    Was es noch schlimmer macht: Unsere4 Tomorrow People konnten sich nicht aussuchen, dass sie besonders sind. Sie sind es einfach (Schicksal). Und trotzdem jagt Jedikiah sie erbarmungslos. (Identifizierung; Hilflosigkeit)
    Natürlich scheint Jedikiah dafür Unmengen Ressourcen und Geld zu haben, bedient sich moderner / Zukunfts-Medizin (Jemand hat »Gen« gesagt!), ist immer fesch frisiert, bis oben hin zugeknöpft und trägt schwarz. (Technologiefeindlichkeit; Vorurteile; Bösewicht-Metaphern (Farbe, Abgeklärtheit))
  • Auch wenn wir prinzipiell auf der Seite der Tomorrow People stehen, genauer identifizieren wir uns mit dem Helden der Geschichte: Stephen. Aus dessen Sicht wird die Geschichte erzählt. Wir erleben nicht nur, wie Stephen sich vom Normalo zum Supermenschen mausert, wir bekommen auch Stück für Stück raus, dass Stephen besonders — der Auserwählte — ist. Auch hier: Stephen kann nichts für seine Neo-igkeit5. Das passiert einfach so. Aber gleichzeitig verweigert er sich auch nicht vor seinem Schicksal, er nimmt es an und macht das beste daraus. Gemeinsam mit Stephen sind wir etwas besonders. (Personifizierung/Identifizierung; Der Auserwählte)
  • Es seien noch erwähnt: Stephen, der sich unter den Tomorrow People beweisen muss; das sich anbahnende Liebesdreieck; der Hardlinder unter den Tomorrow People; der Twist, bei dem Stephen seine familiäre Verbindung zu Jedikiah untersucht und undercover ins Nest der Bösen einsteigt.

Die Liste ist hochgradig unvollständig. Ihr könnt Szenen-weise durch »The Tomorrow People« gehen und in jeder Einstellung ein Motiv aus einem Filmlehrbuch finden.

Man könnte denken: Wenn das alles so durchgeplant ist, dann ist die Show vermutlich auch gut?

Nein! Denn was die Macher bei ihrer ganzen Kalküligkeit vergessen haben: Die ganzen Elemente und Motive kennen wir schon. Allein 70 Superheldenfilme! Und der Gut-vs.-Böse-Kampf ist ja nicht ausschließlich darauf beschränkt.
Leider ist »The Tomorrow People« zu offensichtlich. Zu zaunpfahlwinkig.
Dazu kommt noch: Auch zu gradlinig. Es fehlen die Kanten, die Alleinstellungsmerkmale, die Besonderheiten. The-CW-hübsche Darsteller und Darstellerinnen, knackige Bilder und Lehrbuch-inszenierte, aber mittelmäßige Stories reichen nicht mehr.

Mir zumindest nicht.

(Das Gros der Zuschauerschaft scheint das anders zu sehen: Von »The Tomorrow People« wurde eine komplette 22-Episoden-Staffel geordert.)

TL;DR: »The Tomorrow People« hat alles, was eine moderne Superheldengeschichte haben sollte. Ist dabei aber leider viel zu glatt, zu durchinszeniert und zusätzlich noch langweilig.

→ »The Tomorrow People« in der Wikipedia und bei TVRage
Trailer
→ Metacritic-Score: 50, Tomatometer: 45%
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  1. In den letzten dreizehn Jahren, um das mal beliebig einzugrenzen. 

  2. Wer mag kann aus dieser Wikipedia-Liste gerne mal das erfolgreichste Jahr ausrechnen. 

  3. Entschuldigt das Vokabular. 

  4. Nur, damit klar wird, auf welcher Seite wir in der Geschichte stehen. 

  5. Dies ist eine »The Matrix«-Anspielung. Just to be perfectly clear. 

Newshows Check-up #5

Newshows Check-up
Eine neue Folge Podcasterei deluxe ist da. Wir sprachen dieses Mal unter anderem über die Schizophrenie von „Homeland“1, unser Vertrauen in „The Good Wife“2 und lachten uns gemeinsam über die neue Comedy-Serie „Brooklyn Nine-Nine“ schlapp.

Unterm Video findet ihr wie gewohnt Zeitmarken der einzelnen Serien samt Links zu den Reviews. Die Audio-Version gibt’s in Mp3 (auch, wie immer, am Ende des Beitrags) und natürlich im Podcast-Feed.

Viel Vergnügen!

This week on Newshows Check-up:

Und sonst so? Wie war’s? Mal von der grausamen, artefaktverseuchten Übertragungsqualität auf Caros Seite abgesehen4? Wovon wollt ihr mehr, worauf könnt ihr verzichten? Und warum sah das eigentlich so komisch aus dieses Mal5?


  1. Ein Stilmittel? 

  2. Inklusive einer spannenden Theorie von Andi. 

  3. /deutsche! Das ZDF hat mitproduziert. 

  4. Sorry dafür. 

  5. Ernsthaft: Hat jemand eine Ahnung, was Google+ da gemacht hat? 

Sean Saves the World

Sean Saves the WorldSeans Leben hat sich in der letzten Woche geändert: Seine Teenage-alte Tochter ist bei ihm eingezogen. Eigentlich lebte Ellie bei ihrer Mutter. Von der hatte sich Sean vor einiger Zeit getrennt, als er heraus fand, dass er eigentlich schwul ist. Aber jetzt ist Ellies Mutter weg — und Ellie bei Sean.
Auch wenn er keine Ahnung hat, wie das genau funktioniert, möchte Sean ein guter Vater sein. Er bemüht sich sichtlich, hat sogar Bücher zu lesen versucht!
Ein großes Problem hat er allerdings: Einen neuen Boss. Der macht ihm sein Leben auf der Arbeit nicht gerade leicht. Hohe Anforderungen, Überstunden und sowas. Man kennt das als aufstrebender Abteilungsleiter.
Das kollidiert mit seinem Plan, viel für seine Tochter da zu sein. Und so muss Sean immer häufiger seine Mutter um Hilfe bitten, die (so wie eigentlich alle) ganz schön seltsam ist…

»Sean Saves the World« hat Sean Hayes in der Hauptrolle. Und, ja, Obacht: was bringe euch immer fleißig bei? Traut keiner Serie, bei der der Hauptcharakter so heißt wie der Schauspieler. Autobiografiealarm!
Auch hier bewahrheitet sich die Regel wieder. »Sean Saves the World« ist eine Midlife-Coming-Of-Age-Serie, bei der der Hauptdarsteller dauerhaft nervös auf Ecstasy1 von einem unsicheren Scherz zum nächsten springt.

Dabei wird die Folge im Laufe der Zeit tatsächlich etwas besser. Die Eingangsszene war die schlimmste: Lough Track, doofer Dialog, dumme Slap-Stick-Witze. Danach wird’s besser: Sean’s Boss ist so überzeichnet, dass er schon wieder an der Grenze zu ok kratzt. Und Sean Hayes Mit-»Smash«-Darstellerin Megan Hilty ist auch ein Lichtblick.
Die Mutter allerdings nervt dann wieder so, wie in jeder anderen Serie dieser und letzter Saison, bei der Eltern als dritte Generation einer Comedy involviert sind. Bitte, liebe Programmverantwortlichen, lasst doch peinliche (Groß-)Eltern aus euren neuen Shows. Kthxbai.

»Sean Saves the World« hat ein blödes Thema, einen mir zu nervösen Hauptdarsteller mit meist unterdurchschnittlich lustigen Witzen. Allein die Nebendarsteller wären Grund, weiter zu schauen. Wenn ich nicht schon einige Serien dieser Art in der aktuellen Saison auf dem Ablagestapel liegen hätte…
Aber vielleicht habt ihr ja weniger?

→ »Seans Saves the World« in der Wikipedia und bei TVRage
Trailer
→ Metacritic-Score: 43, Tomatometer: 22%
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  1. Oder sowas. Ich hab ja eigentlich gar keine Ahnung. 

CyberChimps