Newshows Check-up #4

Newshows Check-upKein Jahr, sondern gerade mal zwei Wochen bis zu unserer nächsten Podcast-Episode! Check-up #4 ist da! Hurra!

Caro und ich sprechen für sieben Minuten über unsere alten Lieblingsshows, sieben Minuten über Neustarts und tauschen uns danach kurz über furchtbar interessante Serien-Neuigkeiten aus.

Diese Folge wurde wieder über Google+-Hangouts erstellt — qualitativ ist also alles noch beim Alten. Sorry. Aber wir haben ein paar Ideen zur Verbesserung, die wir auch irgendwann™ umsetzen werden! Echt jetzt.
Zu allem Überfluss hat Google auch noch die ersten 1,56 Sekunden der Einführung verschluckt. Meh.

Dafür gibt’s jetzt, by public demand, auch ein Spoiler-Ende-Schild. Immerhin etwas.

Die Audioversion dieses Podcasts wurde durch Auphonic gejagt. Klingt erstaunlich gut!

Inhaltsverzeichnis (in eckigen Klammern findet ihr Sprungmarken zu der Stelle im Videopodcast).

Was sagt ihr? Sind wir langsam / endlich der beste Podcast der Welt? Nein? Was fehlt? Was geht besser? Wie findet ihr mein Astronautenfaultier?


  1. Korrektur meinerseits: Anna Faris is nicht die Saturday-Night-Live-Frau, die ich meinte. Ich hatte »Parks & Recreation«s Amy Poehler im Kopf. 

The Tomorrow People

tomorrowpeople
„That sounds awful“, sagt Stephen zu den Tomorrow People, nachdem sie dem Newcomer von ihren Superkräften (die drei Ts! Telepathie, Telekinese, Teleportation) und denen, die sie jagen, erzählt haben. Ach, hätte das mal jemand den Machern dieser CW-Serie gesagt…

Die hübschen „Teenies“1, die in einem „runtergekommenen“ Lager irgendwo in ’nem alten Bahntunnel leben2, suchen quasi ihren Messias. Der angeblich tot ist, aber – siehe da – Stephens Vater ist/war, weswegen Stephen, der gerade erst seine Kräfte entdeckt, sich unbedingt ihrem kleinen Club anschließen soll. Und im Hintergrund geht es noch – da tritt dann der vermeintlich böse Genetiker-Onkel auf den Plan – um den Kampf zwischen Mensch und dieser neuen Superspezies.

Nachdem die Tomorrow People („Den Namen haben wir uns nicht ausgedacht!“ Nee, ist klar) gefühlt die erste halbe Stunde damit verbracht haben, in einem Monolog nach dem anderen ihre Superkräfte und Superprobleme zu erklären3 und Stephen das Alles „awful“ nennen darf, habe ich schon gar nicht mehr wirklich hingeguckt.

Die Story an sich ist nicht schlecht, aber sie ist grauenhaft umgesetzt, die Charaktere werden stümperhaft eingeführt, die Teleportationseffekte wirken wie aus dem Film „Jumper“ geklaut – und der war schlecht. Warum macht Mark Pellegrino („Lost“) bei so was mit? Oder Sarah Clarke („24“)? Selbst von Peyton List („Mad Men“) ist man inzwischen Besseres gewohnt. Nicht mal Guilty-Pleasure-Potential sehe ich hier. Next!

→ „The Tomorrow People“ in der Wikipedia und bei TVRage
→ Trailer
→ Metacritic-Score: 49, Tomatometer: 43%


  1. gespielt von typischen CW-Gesichtern Ende 20 

  2. wo alles total fancy aussieht, aber sie trotzdem behaupten, wie Ratten zu leben. Is‘ klar! 

  3. Wenn ihr so lange erklären müsst, dann stimmt was mit euren Skripten nicht, kapiert das doch endlich! 

The Michael J. Fox Show

The Michael J. Fox ShowVor fünf Jahren wurde Mike mit Parkinson diagnostiziert. Er beendete seinen Job als Nachrichtensprecher, mit der Krankheit war Nachrichtensprechen nicht wirklich möglich. Positiver Nebeneffekt: Er hatte wieder mehr Zeit für seine Familie.
Jetzt, fünf Jahre später, geht Mike zurück zum Fernsehen. Und seine Familie ist froh, ihn endlich aus den vier Wänden zu haben. Aber die Rückkehr zur alten Arbeitsstelle ist alles andere einfach als Parkinson-Kranker.

Die Hauptrolle in »The Michael J. Fox Show« spielt Arnold Schwarzenegger Michael J. Fox. Surprise! Die Show ist auch in gewisser weise autobiografisch: Fox wurde 1991 die Parkinson-Krankheit diagnostiziert und beendete die Schauspielerei 1999 deswegen. In den Folgejahren kehrte er für Gastrollen in TV-Serien zurück (unter Anderem in »The Good Wife« und »Boston Legal«), bevor er jetzt, 2013, seine eigene Nachrichten-Show bekam.

Aus »The Good Wife« kennen wir bereits, wie es aussieht, wenn Michael J. Fox Parkinson-krank einen Parkinson- neurologisch Kranken spielt — die Serie ist seit 1998 schließlich Pflichtprogramm für alle Newshows-Leser nach §8.1 GuSho. Fox versteckt sich nicht hinter seiner Krankheit (was auch physisch gar nicht geht), sondern benutzt sie offensiv für die Geschichte. Das ist gut! Auch in »The Michael J. Fox Show« witzelt Fox mit den Parkinson-Syndromen rum; sei es aktiv von ihm als Mike erwähnt oder als Mitwirkender bei der Geschichte.
Für uns Zuschauer ist das etwas awkward und befremdlich anzuschauen und bringt uns aus unserer Heileweltkomfortzone. Das ist gut! Wir werden ein bisschen gefordert, sogar moralisch etwas erzogen, und bekommen einen Einblick in das sonst eher vor uns verschlossenes Leben mit Parkinson.

Von einem gesellschaftlichen Standpunkt her ist »The Michael J. Fox Show« wichtig und ganz hervorragend.

Über diese Parkinson-begründeten Eigenschaften hinaus ist die Show etwas… eigenartig.
Der Doku-Stil ist etwas gewöhnungsbedürftig. Die Charaktere sind zu überspitzt. Die Witze sind manchmal etwas platt. Die rumhängende Schwester ist arg Klischee. Und manchmal weiß ich nicht, ob ich über lustige Parkinson-Szenen tatsächlich lachen darf1.
Außerdem ist der Titel der Serie der Name eines Darstellers mit einem »Show«-Appendix. Eigentlich wäre das ein prinzipieller Tabu-Grund2.

»The Michael J. Fox Show« ist, untergründig, eigentlich eine ok-e Serie, die wegen der Parkinson-Thematik zu einer guten wird. Die Parkinson-Momente sind befremdlich, aber fordernd und deswegen gut.
Schauen.

→ »The Michael J. Fox Show« in der Wikipedia und bei TVRage
Trailer
→ Metacritic-Score: 64, Tomatometer: 71%
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  1. Ja, ich darf! Verdammtes Über-Ich! 

  2. Empirisch ermittelt. 

Trophy Wife

Trophy Wife on ABC

Nach Karriefrau (Diane Buckley) und Esotherikerin (Michaele Watkins), drei Kindern und vielleicht ein bisschen Midlife Crisis verliebt sich Pete (Bradley Whitford) in die deutlich jüngere, impulsive und fun loving Kate (Malin Ackermann). Zeitsprung, ein Jahr später, beiden sind verheiratet1 und im neuen Familiengefüge hat Kate ihren Platz noch nicht so richtig gefunden. Die Ex-Frauen beäugen sie misstrauisch, der Ehemann ist nur eine geringe Hilfe und dass sie ständig versucht, cool und hip und die beste Freundin der Kids zu sein, hilft nicht gerade beim Einleben.

In der neuen Comedy-Serie „Trophy Wife“ – zum dämlichen Namen gleich noch zwei, drei Worte – beweist ABC wieder mal sein Händchen für außergewöhnliche Familienkonstellationen und Generationenkomik. In „Modern Family“ funktioniert das ja schon hervorragend und mit der inzwischen dritten ausgestrahlten Folge findet auch die „Trophy Wife“ als weitere moderne Familie ihre trotzdem ganz eigene Stimme. Ich stehe ja generell auf popkulturelle Anspielungen und mag, wie sie hier noch durch den Generationenkonflikt weiter ausgereizt werden. Zum Beispiel als Kate gegenüber Teenager Hillary Will Smith erwähnt. Und sie so: „Who? Oh, yeah, Jaden Smith’s dad.“

Eins noch, damit der Titel der Serie keine Irritationen aufkommen lässt: Kate ist eben nicht die klassische Trophäe, ein gut aussehendes Accessoire am Arm eines für was auch immer kompensieren wollenden älteren Herrn. Wie Andi schon schrieb, ist der Name dämlich. Aber die Serie nicht.

→ „Trophy Wife“ in der Wikipedia und bei TVRage
→ Trailer
→ Metacritic-Score: 63, Tomatometer: 74%2


  1. Diese Amis immer mit ihren Blitzhochzeiten… 

  2. Der Tomatoscore ist übrigens seit der Pilotepisode deutlich gestiegen – ich bin also nicht die einzige, die eine Verbesserung sieht. 

Newshows Check-up – Podcast #3

Newshows Check-upNach fast einem (!) Jahr ist es wieder so weit: Podcast-Time bei Andi und Caro. Mit neuer Energie, einem neuen (kürzeren) Format und dank Herbst-Season 2013 vielen neuen Serien sind wir wieder da. Und das jetzt häufiger!1

Wir haben unseren Podcast neu betitelt. Er heißt jetzt »Check-up«. Klingt gut, was? Erst geht’s für ein paar Minuten um neugestartete Serien, dann um unsere Lieblingsrückkehrer. Zum Ende schließlich eine freie Themenrunde (um es mit Domian zu sagen23).

Neben einer Videoversion gibt es auch ein Audio am Ende dieses Beitrags. Der entsprechende Podcast-Feed ist http://newshows.de/feed/podcast.

Sprungmarken direkt zu den Serien im Podcast:

Wie hat’s euch gefallen? Funktioniert das neue Format? Haben wir zu viel geredet? Oder zu wenig? Oder so oder so nur Unsinn? Gackert Caro zuviel? Und sitzt Andi komisch? Wollt ihr mehr Spoiler? Mehr ältere Serien? Einen Newshows-Koala? Wollt ihr Vampire bannen? Oder Lachtracks? Wünscht ihr mehr hochtrabende Analyse? Sind wir euch oberflächlich genug? Sollen wir Sternchen vergeben? Oder besser ganz die Klappe halten? Sagt uns eure Meinung!

Weiterführende Links zu diesem Podcast:


  1. Hoffentlich. 

  2. Kennt man Domian außerhalb NRWs? 

  3. Ja, Andi, kennt man. 

Hello Ladies

Hello LadiesStuart ist Engländer. Engländer, der in Los Angeles lebt. Und dort nach der großen Liebe sucht. Dabei stellt er sich äußerst tollpatschig an, ist mitunter peinlich und, generell, trying too hard. Bei all der Verzweiflung und Zurückweisung, die er so auf seinem Weg einsteckt, ist er aber immer frohen Mutes und wartet auf die nächste Gelegenheit, sich zu beweisen.

Ich weiß nicht, ob mir das entsprechende Spaßgen von »Hello Ladies« fehlt. Aber die Show ist furchtbar unlustig. Die Momente, in denen ich lachte, sind an einer Hand abzählbar.
Anstelle in Spaß ist »Hello Ladies« ein Dauertraining in Fremdschämen. Nicht etwa in einer Art, wie bei den »Hangover«- oder (frühen) »Scary Movie«-Filmen, bei denen man irgendwo noch verstehen kann, wie andere Leute darüber lachen können. Bei »Hello Ladies« fehlt mir jede Ahnung dafür, wie irgendwer das lustig finden könnte.

Die Produktionsqualität ist hervorragend (HBO halt), Stephen Merchant macht seine Sache des verlorenen, großen Engländers hervorragend, Christine Woods als weiblicher Serienpart ist auch toll anzusehen.

Aber ich möchte nicht anderen Leuten beim Blamieren zu sehen.

→ »Hello Ladies« in der Wikipedia und bei TVRage
Trailer
→ Metacritic-Score: 58, Tomatometer: 45%
(Das lustigste und originellste an der Serie ist der Titel und wo er her kommt.)
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Ironside

IronsideRobert Ironside ist knallharter Ermittler in New York. Seit zwei Jahren sitzt er im Rollstuhl. Aber das mindert in keiner weise seine Möglichkeit, clever die vorgesetzten Fälle zu lösen. Sein dreiköpfiges Team von Protégées unterstütz ihn dabei tatkräftig.
Den Auftaktfall bildet der vermeintlichen Selbstmord einer Investment-Bänkerin. Aber nicht alles ist so klar, wie es anfangs zu sein scheint.

»Ironside« ist eine Wiederauflage der 60er-70er-Jahre-Serie gleichen Namens. Auch da ging es um einen Polizisten im Rollstuhl. Mehr kenne ich über die Originalserie allerdings nicht, so dass die folgenden Zeilen ohne Vergleich auskommen müssen. (Das müsstet ihr dann nachholen. In den Kommentaren zum Beispiel!)

Wie ist »Ironside«? Leider nicht allzu gut.
Robert Ironside wird uns als schicksalsgeschlagener, aber tougher Charakter präsentiert. Den Verlust seiner Möglichkeit zu Gehen scheint er überwunden zu haben. Er scheint sogar Stärke daraus gewonnen zu haben. Seinem ehemaligen Kollegen, der damals beim folgenschweren Schuss dabei war, steht er zur Seite und fordert ihn, selbstlos und hart, auf, endlich mit seinem Leben weiterzumachen. Er ist ein Draufgänger und wickelt hübsche Frauen um den Finger. Und dann flippt er beim Gewichtheben aus? Und geht im Befragungsraum völlig unmenschlich mit mutmaßlichen Tätern um?
Die Figur ist konfus geschrieben. In einem Moment kalkulierend, intelligent und allen anderen zwei Schritten voraus. Dann flippt er aus, lässt nichts an sich ran, ist übermäßig aggressiv und brutal. Dann ist er wieder der coole Typ, den sein Rollstuhl eigentlich überhaupt nicht interessiert.
Vielleicht soll uns das, was ich hier als konfus identifizieren, auch die Ambivalenz des Hauptcharakters zeigen. Vielleicht. Wenn dem so ist, dann ist das, für mich zumindest, nicht gelungen. Um solche Entwicklungen in einem Charakter aufzuzeigen braucht es Zeit und Tiefe — und beides kann uns die Pilotepisode bezogen auf Ironside nicht geben.

Ein kleiner Lichtblick, aber letztendlich auch arg klischeeig ist das Team, was Ironside umgibt. Alle scheinen fähig, in Windeseile NSA-Computer zu hacken und dabei mit den Füßen ein dreidimensionales Sudoku zu lösen. Und das alles als linke Hände von Ironside. Hm.

Der Fall der Woche zum Auftakt war OK. Die Autoren wollen uns die Cleverness Ironsides zeigen. Der Mann, der selbst bei Offensichtlichem weiter ermittelt bis er die Hintermänner der Tat gefunden hat. Und Mentalist-artig schon bei der Mitte der Ermittlungen weiß, wer der Bösewicht ist.
Die Hintergrundgeschichte zu Ironsides Unfall war ordentlich und lässt erkennen, dass die Autoren prinzipiell verstehen, eine Spannungskurve zu benutzen. Das ist doch was.

In den USA gibt es eine Kontroverse darüber, dass der Schauspieler, der den Rollstuhlfahrer Robert Ironside spielt (Blaire Underwood), gar nicht selbst im Rollstuhl sitzt. Ja, kann man tatsächlich doof finden. Da fehlt sicherlich an Authentizität in der Rolle — vielleicht auch Respekt. Die Begründung der Produzenten dafür, ist, dass man wegen der Vor-Unfall-Flashbacks jemanden brauchte, der des Laufens fähig ist. Auch das kann man verstehen. Vielleicht hätte man in Zeiten von CGI mit Body-Doubles auch einen Rollstuhlfahrer wieder laufen lassen können, aber das hätte sicherlich wieder ordentlich was gekostet.
Ich bin da nicht allzu böse drüber, keinen Rollstuhlfahrer für die Hauptrolle in »Ironside« genommen zu haben.
Was das allerdings bewirkt hätte, wäre die Rollstuhl-bezogene Glaubwürdigkeit der Serie etwas anzuheben. Zählt doch einfach mal die Rollstuhlrampen oder -lifte in der Show… Ja, selbst Ironsides Wohnung scheint keine zu haben.

»Ironside« hat zum Auftakt zu wenig Tiefe und zu viel Klischee. Der Hauptcharakter ist zu unstringent geschrieben. Der Fall der Woche ist ok.
Für mich hat das Thema rollstuhlfahrender Ermittler Potenzial. Immer noch. Ich werde die Show noch weiterverfolgen.
Vielleicht machen die Autoren ja noch was draus. Aber ich befürchte…

→ »Ironside« in der Wikipedia und bei TVRage
Trailer
→ Metacritic-Score: 44, Tomatometer: 17%
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Atlantis

AtlantisJason ist auf der Suche nach seinem Vater. Letzterer ist vor einiger Zeit irgendwo mitten im Meer verschwunden. Und wie das Schicksal so spielt: Auch Jason verschwindet mitten im Meer. Sein U-Boot wird, kurz nachdem er die lateinischen Buchstaben »Atlantis« auf dem Meeresgrund gesehen hat, von einem weißleuchtenden Strudel angezogen.
Kurze Zeit später findet er sich, nackt, an einem Strand wieder. Ein Strand, der zum griechischem Ort Atlantis gehört. Dort ist das Leben noch so, wie damals, als die Griechen ihre Hochzeit hatten. Kerzen, Kutten und Krieger. Jason scheint zeitgesprungen zu sein. Mitten ins sagenumwobene Atlantis, samt allerlei Sagengestalten, die ihm die Suche nach seinem Vater schwer machen.
Außerdem ist er Neo der Auserwählte.

»Atlantis« füllt die Lücke, die »Merlin« mit dessen Einstellung letztes Jahr im herzen britischer Fantasyfreunde hinterlassen hat. Anstelle der Smallville-eske Origin-Geschichte von König Arthur, Magier Merlin, Drachen und Hexen geht’s dieses Mal um die griechische Mythologie. Oder besser: Einmal quer durch die griechische Mythologie. Ohne Rücksicht auf Verluste.

Mein Fall ist »Atlantis« nicht.
Die Produktion fühlt sich billig an — was vielleicht unvermeidbar ist, wenn man ein Statisten-intensives Kostümdrama mit einem BBC-Budget machen muss? Die Charaktere sind entweder oberflächlich, geistlos, uninteressant oder all das zusammen. Alles wirkt, als hätte man Hercules und Xena aus den 90ern erweckt, die Hauptdarsteller verjüngt und die Animatronics-Monster1 durch CGI-Monster ersetzt, dabei aber aus Geldgründen auf vernünftiges Shading und Reflexionsrendering verzichtet.
Und jetzt: die Geschichte. OMG. Mindestens ist dieses Durcheinanderwürfeln von (nicht nur) griechischen Sagen befremdlich. Möchte man weiter gehen, könnte man es sogar als Beleidigung an die klugen Denker von damals bezeichnen. Puh. Ich verstehe die Idee von »Atlantis«, aber das wirkt so hirnlos rumgesprungen… Hey, ein Höhlenminotauros! Lasst ihm uns opfern! Mit schwarzen Steinen! Und, Mystery, Luke, ich kenne deinen Vater!

Puh. Nee Danke. Vielleicht mag für den etwas Fantasybegeisterteren »Atlantis« ein spaßiges Adventure durch die griechische Welt sein.
Für mich war es schrecklich.

→ »Atlantis« in der Wikipedia und bei TVRage
Trailer
→ Metacritic-Score: -, Tomatometer: –
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  1. Oder verwechsele ich da jetzt was? 

Lucky 7

Lucky 7Da passt man kurz nicht auf und, zack, ist’s passiert. Herrje.
Die sieben Mitarbeiter einer Tankstelle im New Yorker Queens kaufen seit Jahren jede Woche ein Ticket für die Lotterie. Diese Woche, endlich, haben sie Glück und gewinnen den Jackpot.
Mit dem Geld kommen die Veränderungen: Keine krummen Geschäfte mehr, um über die Runden zu kommen. Keine langweiligen Überstunden in der Werkstatt. Kein Wohnen bei den Eltern, weil das Geld für die Miete von eigenen vier Wänden nicht reicht.
Aber als der Anwalt von der Lotterie-Gesellschaft in die Tankstelle eintritt, beginnen auch die ersten Probleme. Geld versaut, lernen wir gemeinsam mit den glücklichen Sieben ziemlich schnell…

Herzlichen Glückwunsch, »Lucky 7«, du bist die erste Absetzung dieser Saison. Vor »Dads«!
Das hat die Serie nicht verdient.
Und deswegen, post mortem, der Vollständigkeit halber, hier meine kurze Meinung zu »Lucky 7«. In Vergangenheitsform. Für’s Logbuch. Ihr wisst schon.

»Lucky 7« fand ich ziemlich langweilig1.
Die Story pendelte zwischen schon gesehen, natüüürlich und ORLY?. Um das etwas auszuführen:

  • schon gesehen: Ich wurde das Gefühl nicht los, dass ich viele Aspekte der Show schon in anderen Serien oder Filmen aufgetischt bekommen habe. Vermutlich kommt das mit der Prämisse, die ich eigentlich toll finde, die aber vielleicht einfach nicht genug Tiefe für die zwölfunddreißigste Show hinterlässt?
  • natüüürlich: Damit meine ich die augenbrauenhochziehende Erwärtungsmäßigkeit der nächsten Szene. Natürlich trifft er die falsche Entscheidung. Natürlich geht der Raub schief. Natürlich… Ihr wisst schon. Drama. Aber platt.
  • ORLY?: Das sind die Parts, die eben dann doch aus dem 0815-Korsett ausbrechen. Dann aber völlig übertrieben sind. Das Ausziehen der Ehefrau. Die falschen Freunde in der geheimen Wahl. Sowas.

Ich bin nicht überrascht, dass »Lucky 7« abgesetzt wurde. Die Show hatte zu wenig Neues und auch zu wenig interessant Aufgewärmtes um mir zu gefallen.

Ein positiver Aspekt noch zum Schluss: Die Kameraarbeit. Mir gefielen die künstlerischen Zwischenszenen sehr. Die Slow-Motion-Aufnahmen, die der Serie ein bisschen Film-Schliff gaben. Um die tut’s mir tatsächlich etwas leid.

Wir lernen also, auch eine Steven-Spielberg-Assoziation (durch sein Amblin-Television-Produktionsstudio) und schöne Bilder mit ok-en Schauspielern können über ausgelutschte Prämisse und lahme Umsetzung nicht hinwegtrösten.
Vielleicht wäre das in Zukunft besser geworden — so ein Ensemble von mehr oder minder sieben Hauptdarstellern bietet schließlich großes Potenzial für Geschichten. Aber erfahren werden wir’s wohl nie.

→ »Lucky 7» in der Wikipedia und bei TVRage
Trailer
→ Metacritic-Score: 49, Tomatometer: 29%
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  1. Disclaimer: Ich habe nur die Pilotfolge gesehen. 

The Originals

theoriginals

Der machthungrige Werwolf-Vampir-Mischling Klaus aus der titelgebenden Original Family, den ersten Vampirfamilien, kehrt in (s)eine frühere Heimat New Orleans zurück. Hier hat inzwischen sein früherer Schützling Marcel die Macht übernommen – eine Position, die Klaus ihm nur zu gerne strittig machen würde. Den König der Stadt wollen auch die Hexen von New Orleans entthronen, die Marcel und seine Banden klein und machtlos halten. Ihnen kommt Werwölfin Hayley gerade recht, die nach einem One Night Stand Klaus‘ Kind erwartet und das perfekte Druckmittel zu sein scheint, ihn zu ihrem Alliierten im Kampf gegen Marcel zu machen.

„The Originals“ ist ein Spin-off der erfolgreichen, ebenfalls beim kleinen Sender The CW ausgestrahlten Serie „The Vampire Diaries“ und die Prämisse klingt für Nicht-Eingeweihte jetzt vielleicht erst mal ein wenig albern. Ist sie auch ein bisschen, selbst wenn man sie schon kennt. Gut denkbar, dass diese Serie auch nur (oder zumindest vor allem) für Fans der alten funktioniert.

Denn die Familie um Klaus Mikaelson, die hier im Zentrum steht, kennt man aus der großen Schwesternserie schon seit einiger Zeit, hat in zahlreichen Flashbacks ihre Vergangenheit erzählt bekommen und auch andere Seiten des egozentrischen Klaus gesehen. In die Pilotepisode von „The Originals“ haben sie nun versucht, möglichst viel davon reinzuquetschen, was die Dreiviertelstunde total überladen hat und obendrein für jemanden, der den ursprünglichen Back-Door-Pilot in „Vampire Diaries“ kennt, langweilig machte.

Ob mit oder ohne Vorkenntnissen, weiß ich nicht, ob ich mir diese Serie auf Dauer antun kann. In „Vampire Diaries“ wurde die Figur des Klaus dermaßen aufgebläht in den vergangenen Jahren, dass ich persönlich froh bin, ihn dort los zu sein. Aber auch das Original war anfangs mehr Guilty Pleasure und hat sich erst gegen Ende der ersten Staffel als wirklich spannende, gut gemachte Serie erwiesen. Gut Ding will also vielleicht auch in New Orleans Weile haben. Mal schauen.

→ „The Originals“ in der Wikipedia und bei TVRage
Trailer
→ Metacritic-Score: 52, Tomatometer: 53%

CyberChimps