UnReal

Unreal Lifetime Serie

„Everlasting“ heißt die Show in der neuen Serie „UnReal“, die nicht zufällig an „Der Bachelor“ erinnert. Lifetime bringt mit dem neuen Format die Hintergründe von Reality-Fernsehen ans Licht. Im Zentrum: Rachel (Shiri Appleby), eine der Produzentinnen bei „Everlasting“, die nach einer Auszeit wieder in den Job einsteigt. Was bei ihrem letzten Mal am Set schief gegangen war, wird peu à peu aufgedeckt – Chefin Quinn (Constance Zimmer) jedenfalls wollte ihren „Pitbull“ unbedingt zurück haben. Und gleich die erste Folge, die auch den Anfang der „Everlasting“-Staffel markiert, wird klar, wieso.

„UnReal“ hat mich gleich mit dem Trailer reingezogen durch zwei Dinge: die Aussicht, eine Persiflage oder zumindest ein aufdeckendes Stück Fernsehen über verhasstes Reality TV zu sehen, und Shiri Appleby. Ich habe die Darstellerin, die die Hauptrolle in dieser Serie spielt, schon in so einigen Rollen gesehen, angefangen mit „Roswell“, einer meiner ersten Serien-Obsessionen, die ich auch in Online-Foren ausleben konnte. Und doch habe ich sie noch nie in einer so undurchschaubaren Rolle gesehen wie die der Rachel in „UnReal“: wie sie zwischen der von ihrem Job angeekelten Feministin und der manipulativen, fast diabolischen Produzentin balanciert und es trotzdem schafft, dass sie am Ende der Folge nicht selbst als die Böse da steht – Hammer!

Auch die Background-Geschichte der Serie packt mich als Medienkritikerin: Eine der beiden Schöpferinnen, Sarah Shapiro, war einst Sklavin beim „Bachelor“ und erzählte jüngst in einem Interview, dass sie erst aus ihrem Vertrag gekommen sei, als sie drohte, sich umzubringen. Das ist sicher zum Teil nur gute PR für die Serie, man kann trotzdem davon ausgehen, dass „UnReal“ Shapiros Abrechnung mit ihrer Reality-Zeit ist.

Dass sie sich für „UnReal“ mit Marti Noxon zusmmengetan hat, tut sein Übrigens – Noxon ist bekannt geworden an der Seite von „Buffy“-Schöpfer Joss Whedon. Ihr neuester Wurf ist allerdings ziemlich düster im Vergleich zu den mit viel Witz gefüllten Serien des Whedonverse oder der im Frühjahr gestarteten Dramedy „Girlfriends‘ Guide to Divorce“, die ich ja ebenfalls sehr empfehlen kann.

Trotzdem: Beide Daumen hoch für „UnReal“! Die Pilotepisode war ein guter Start, düster, aber auf den Punkt, dramatisch und trotzdem mit einer medienkritischen Ebene – und ich bin gespannt, wie es weitergeht!

→ „UnReal“ in der Wikipedia und bei TVRage
Trailer
→ Tomatometer: 91%, Metacritic-Score: 77

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