Limitless

LimitlessBrian Finch ist 28 Jahre alt. Aber hat irgendwie verpasst, Erwachsen zu werden. Sein großer Durchbruch sollte seine Band werden. Aber mittlerweile spielt er alleine in leeren Clubs. Wenn er abends mit Eltern und Geschwistern am Esstisch sitzt, wird ihm klar, dass er nichts vorzuzeigen hat. Sein Leben ist mittelmäßig. Bestenfalls. Sein aktueller Aushilfsjob bringt ihn zu einer Finanzfirma, bei der er zufällig einen alten Bekannten trifft. Der hilft ihm mit einer kleinen Pille: NZT. Eine Droge, die Brian 100 % seines Gehirns ausnutzen lässt. Und High-auf-NZT-Brian ist ein ziemlich cleverer Fuchs. Er bringt seinen Aushilfsjob in Windeseile zu Ende und gräbt sich in die mysteriöse Krankheit seines Vaters ein. Schnell wird der NZT-Drogenboss schlechthin, Senator Morra, auf ihn aufmerksam. Nur mit dessen Hilfe kann Brian die Nebenwirkungen von NZT unterdrücken und weiter großartig auf NZT sein. Brian muss allerdings stillschweigen bewahren. Schwierig, da er, nach kurzem Mordverdachtsintermezzo, vom FBI zum NZT-Versuchskaninchen auserkoren wird und in Zukunft mit seiner Partnerin Rebecca Harris komplizierte Mordfälle löst.

NZT? 100 % Gehirnfähigkeit? Kommt bekannt vor? Korrekt: Limitless ist die Serie zum gleichnamigen Film aus dem Jahr 20111. 2011 spielte Bradley Cooper die Hauptrolle, jetzt tut es Jake McDorman, den man aus »Greek«, »Shameless (US)« oder »Manhattan Love Story« kennen könnte. Bradley Cooper spielt seinen Charakter aus dem Film in Gastrollen; die Serie erzählt die Geschichte des Films weiter – aus der Sicht des NZT-Patrick-Jane Brian Finch. Und das klappt erstaunlich gut. Ich hatte damit gerechnet, dass die Film-Adaption ein langweiliger Abklatsch ist; eben so, wie es allzu häufig der Fall ist. Aber »Limitless«, also die Serie, funktioniert ganz hervorragend. Und das nicht zuletzt dank des Hauptdarstellers. Jake McDorman macht sein Ding nämlich ganz vorzüglich und porträtiert den verspielten Finch, als habe er nie etwas anderes gemacht.2 Jennifer Carpenter sieht auch gut aus in einer Rolle, bei der das Vokabular nicht ausschließlich aus »Fuck« und Consorten besteht.

Warum ich aber über »Limitless« schreibe, obwohl die Serie schon über die Hälfte der bestellten Episoden ausgestrahlten hat? Weil, nach kurzer Selbstfindungsphase in den ersten Folgen, die Form der Show so furchtbar toll ist. Die Serie ist, mehr oder weniger, aus der Ich-Perspektive des Hauptcharakters erzählt. Und weil der, wie eingangs erwähnt, einen verspielten Geist hat, sind auch die Episoden von »Limitless« mit tollen Gimmicks gespickt. Beispiel? In einer Folge ist in Finchs Hirn ein Kinder-Fernseh-Charakter zu Gast; also darf Finch keine bösen Worte aussprechen. Dementsprechend dreht sich die Folge um einen Serienumarmer, von dem sämtliche Charaktere bierernst sprechen (Ich-Perspektive!). Toll!

»Limitless« ist ein Krimi der etwas anderen Art, füllt bei mir zum Teil die The-Mentalist-Lücke und hat dank verspieltem Team hinter der Kamera immer etwas besonders zu bieten.
Schaut das!

→ »Limitless« in der Wikipedia (US)
Trailer
→ Tomatometer: 59 %, Metacritic-Score: 57
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  1. Der übrigens eine Buchadaption war. 

  2. Lustiger weise ist McDroman’s Finch eine Art Kreuzung aus »Greeks« Cappie und Evan. 

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