Mr. Robot

Mr. RobotElliot ist Programmierer in einer IT-Sicherheits-Beratungs-Firma. Zumindest bei Tag ist er da der junge Hotshot, für den kein Problem zu kompliziert ist. Nachts führt er eine Art Doppelleben: Er hackt sich durch die Gegend und liefert Kleinkriminelle der Polizei aus. Elliot ist Einzelgänger und tut sich schwer mit Interaktion mit anderen. Außerdem ist er depressiv und glaubt, Menschen zu halluzinieren. Als er Mr. Robot kennenlernt, der Anführer einer Untergrund-Hacker-Gruppe, wird sein kleines Hackerleben auf die nächste Stufe gehoben. Er soll ihm dabei helfen, den CTO des größten Technologiekonzerns der Welt (die Evil Group) für einen Hack verantwortlich zu machen — fälschlicherweise natürlich.

»Mr. Robot« ist großartig. Ich mag Rami Malek und den Hauptcharakter, den er spielt. Eine Art Dexter für Computerkriminelle, der seine AFK-Interaktionen nicht durch Empathie sondern durch Gelerntes zur Schau bringt.
Der Fall der Woche im Auftakt der Serie ist spannend erzählt und macht Spaß auf die nächsten Folgen, in der wir hoffentlich mehr über die Verschwörung erfahren und darüber, dass Mr. Robot gar nicht echt, sondern eine andere Persönlichkeit von Elliot ist. Außerdem ist dieses Anonymous-eske »Wir sind das Volk 2.0«-David-gegen-Goliath-Ding natürlich immer spannend.

Was an »Mr. Robot« fast noch toller als die Serie an sich ist: Wir sind wohl angekommen in einem Zeitalter, in dem sich das US-TV endlich traut, spannende Computer-involvierende Geschichten zu erzählen, die nicht totaler Crap sind. Und in denen Computer und Hacken und Blackhats und insert random slang word here nicht nur Plotvehikel für die Schlechtheit der Gesellschaft sind. »Mr. Robot« zeigt sogar noch mehr: Geschichten mit Computern können klug, ausgetüftelt und mehrdimensional sein. Andere Beispiele: »Silicon Valley« ist lustig, seltsam, aber technisch-akkurates Porträt des Silicon-Valley-Hypes. Kein boiling down der Technikmaterie. Ebenso »Halt and Catch Fire«, das die Beginne des goldenen Personal-Computer-Zeitaltars dramatisch erzählt. Aber auch hier: Die Show schafft es gleichzeitig spannend und technisch korrekt zu sein. »Person of Interest« schlägt in die gleiche Kerbe, ist aber etwas breitenpublikumgestriegelt. Negativbeispiele seien auch noch erwähnt: »Scorpion« und »CSI: Cyber«, die beim Niveau in den 90ern hängen geblieben sind und eigentlich eine Beleidigung der Zuschauer sind.

Jedenfalls: Der Computerjunkie in mir freut sich, dass mit »Mr. Robot« ein intelligentes, spannendes und unterhaltsames Drama an den Start geht1. Ihr solltet es ebenfalls gucken – auch, falls ihr nicht so Computer-begeistert sein solltet wie ich. Denn auch dann ist »Mr. Robot« ein tolles Stück modernes Fernsehen.

→ »Mr. Robot« in der Wikipedia und bei TVRage
→ Tomatometer: %, Metacritic-Score: (Bisher ist nur Preview der Piloten veröffentlicht. Die Serie startet erst noch.)
Trailer
Lesen Sie weiter


  1. Habt ihr schon die Episodentitel gesehen? Hihi. 

Mr. Robot

Mr. Robot

Am Tag angestellt bei einer IT-Sicherheitsfirma, in der Nacht hackender Rächer auf der Jagd nach Verbrechern – diese Prämisse hätte ganz schön nach hinten losgehen können. Doch das USA Network hat nicht umsonst den Slogan „Characters Welcome“ und hat mit der Hauptfigur in „Mr. Robot“ wieder ein gutes Händchen bewiesen: Elliot (Rami Malek) stolpert eines Tages bei einem Job-Notfall über Code, der extra für ihn im System hinterlassen wurde. Eine anonyme Hackergruppe, angeführt vom mysteriösen Mr. Robot (Christian Slater), rekrutiert den jungen Hacker für ihren Kampf gegen ein übermächtiges Konglomerat.

In einem völlig anderen Metier als sonst gelingt dem USA Network eine spannende Charakterstudie vor dem Hintergrund von Kapitalismuskritik. Rami Malek ist äußerst überzeugend als soziophober Elliot und bekommt gleich in der Pilotepisode eine ganz schöne Bandbreite an Emotionen zu spielen – für eine Figur, die mit Emotionen nicht so gut klar kommt. Denn Elliot entspricht nur vordergründig dem Klischee des Hackers, der keine Sozialkontakte pflegt und im Keller hockt. Seine nächtlichen Ausflüge, bei denen er – überhaupt nicht so pathetisch, wie es klingt – Verbrecher mit seinen Hacks zur Strecke bringt, offenbaren eine vielschichtige emotionale Welt, die zu entdecken ich mich freue.

Der Plot und der Hauptdarsteller versprechen Gutes! Außerdem gefällt mir die unaufgeregte Cinematographie von „Mr. Robot“ und das Voice over, in dem wir Maleks Stimme überwiegend hören, ist eines der gelungensten der letzten Jahre, schon allein, weil es häufig im Kontrast steht zu dem, was wir sehen.

Bleibt zu hoffen, dass die Christian-Slater-Serien-werden-abgesetzt-Pechsträhne ein Ende hat…

→ „Mr. Robot“ in der Wikipedia und bei TVRage
Trailer

CyberChimps