Newshows.de-Blogparade: 2013 in Serienkrams

Das (Serien)Jahr neigt sich gen Ende und auch wenn wir in unserem Podcast in den letzten Monaten immer viel über gute und schlechte Serien gesprochen haben, lassen wir uns die Gelegenheit nicht nehmen, noch mal mit Stil und ohne Tonprobleme auf das Jahr zurückzublicken.
Welche Serien waren besonders gut, welche brauchen dringend eine Überarbeitung? Andi und ich haben dabei die Fragen übrigens separat voneinander beantwortet – dass wir so oft das Gleiche sagen, ist wohl ein Zeichen dafür, dass wir zuviel gepodastet haben…

Dies ist eine Blogparade, das heißt alle, die möchten, sind aufgefordert, sich die Fragen zu schnappen, ggf. zu erweitern und einen eigenen Rückblick auf das Serienjahr 2013 zu posten. Backlink auf unseren Beitrag nicht vergessen, wir sammeln dann an dieser Stelle weiter unten alle Artikel, die bis 5. Januar eingehen. Viel Spaß!

Achtung: Genereller Spoileralarm in diesem Beitrag.

Was war für dich die Serien-Überraschung des Jahres?

Andi: »The Americans«. Hatte ich überhaupt nicht auf dem Schirm. Aber fand ich toll. Auch, wegen der »Based on Actual Events«-igkeit. Außerdem überraschend: »Orphan Black« und »Orange is the New Black«. Und irgendwie »The Bridge (US)«.
Caro: Mit Abstand „Orphan Black“

Welche alte Serie hat dich 2013 besonders überzeugt?

Andi: »The Good Wife«. Weil die Serie, immer noch, alles richtig gemacht und furchtbar toll anzusehen ist. 2013 kam dann ein weiterer Aspekt der Tollheit hinzu: »The Good Wife« scheut sich nicht davor, tiefsitzende und konsequenzenreiche Veränderungen zu machen. Hach. <3
Caro: Wer unsere Podcasts hört, kennt meine Antwort(en) hierauf sicher schon: „The Good Wife“, dicht gefolgt von „Person of Interest“

Welche neue oder alte Serie war für dich der Flop des Jahres?

Andi: Vermutlich »Dads«? Aber da war die Erwartung schon ordentlich runtergeschraubt, bevor’s überhaupt los ging. »Sean Saves the World« war auch äußerst schlecht. Etwas mehr erhofft hatte ich mir von »Lucky 7«, weil mir die Prämisse und die assoziierten Namen gefielen. Von den alten Serien habe ich, wiedermal, »American Horror Story« abgesetzt. Wie auch in Staffel zwei fing’s toll an, wurde dann aber viel zu schnell viel zu langweilig und abgedreht.
Caro: An die neuen Serien hatte ich weitestgehend keine Erwartungen, die hätten enttäuscht werden können. „Hart of Dixie“ fand ich in der neuen Season bislang sehr, sehr langweilig und sehr, sehr albern. Aber ich habe Hoffnung für den zweiten Teil der Staffel.

Worüber hat dein innerer Serienjunkie 2013 richtig laut gelacht?

Andi: Der »Ring Bear« von »How I Met Your Mother«. Jedes Mal. Außerdem: Vieles bei »Brooklyn Nine-Nine«.
Caro: Über all die Schnippsel, wann immer einer der Charaktere von „Parks & Recreation“ in die Kamera guckt und ohne Worte so viel sagt.

Was hat dich besonders schockiert?

Andi: Dass »Dads« nur so halb und knapp abgesetzt wurde. Ich kann nicht verstehen, wie man sowas ausstrahlen kann.
Caro: Das Ende von Tara Knowles in „Sons of Anarchy“. Nicht so sehr, dass sie gehen musste, aber wie.

…und was besonders überrascht?

Andi: Dass mir der »The Mentalist 2.0« bisher ganz toll gefällt. Weil das aber auch erst zwei Folgen sind: Wie nach interessanter Prämisse, »Under the Dome« ziemlich schnell langweilig wurde.
Caro: Der Gamechanger in „Once Upon a Time“. Zum zweiten Mal innerhalb von dreieinhalb Staffeln erfindet sich die Serie einfach mal komplett neu, den Mut muss man erst mal haben!

…und welche Storyline besonders bescheuert?

Andi: Alles bei der letzten Staffel »Arrested Development«. Allerdings ein positives bescheuert, natürlich. Negativ bescheuert ist »True Blood«, die von Staffel zu Staffel bescheuerter wird.
Caro: Das Drama mit Maggies Haaren in „The Newsroom“, das zwar erklärt wurde, aber doch nur wirkte, als wollten sie es uns leicht machen, die Timelines auseinander zu halten.

Welcher Darsteller und welche Darstellerin hat 2013 besonders gerockt?

Andi: Keine Frage: Tatiana Maslany in »Orphan Black«. Wenn ihr jemals dachtet: »Hey, der Schauspieler da spielt den Zwilling seines Standardcharakters aber toll«, dann habt ihr vermutlich noch nicht Maslanys Hauptcharaktere in »Orphan Black« gesehen. Ja, sogar noch besser als die verschiedenen Versionen Anna Torvs *livia in »Fringe«.1
Caro: Zwei Worte: Tatiana. Maslany. Einfach nur wow! (Bonuserwähnung für Julianna Margulies und Josh Charles, die das Hin und Her zwischen Lieben und Hassen in „The Good Wife“ mit so vielen Nuancen gespielt haben, toll!)

Wer hat 2013 vorherige Rollen vergessen gemacht hat?

Andi: Lizzy Caplan hat in »Masters of Sex« endlich die Bühne bekommen, die sie verdient. Und tatsächlich sehe ich Jesse Spencer immer weniger in seiner »House M.D.«-Rolle (das war auch schon vom Beginn »Chicago Fire«s wenig).
Caro: Jesse Spencer ist jetzt Lt. Casey in „Chicago Fire„, seine Rolle in „House“ ist vergessen. Hätte ich nicht gedacht, dass ihm das gelingt. Aber dann wiederum habe ich ja auch lange „Chicago Fire“ unterschätzt.

Unwichtigster Charakter einer Serie?

Andi: Laurel aus »Arrow« nervt. Die könnte gut und gerne rausgeschrieben werden. Aber vermutlich braucht es einen tiefverletzten Liebeseckpunkt im The-CW-Universum.
Caro: Der Neuankömmling mit dem Alkoholproblem in „The Walking Dead“, gefolgt von Matt in „Vampire Diaries“, dem sie auch diese Season wieder keine wirklich bedeutsame Storyline gegeben haben.

Bei welcher Serie sollte man unbedingt genauer auf den Soundtrack achten?

Andi: »Treme«. Weil die Musik Teil der Geschichte ist. Sonst: Siehe nächste Kategorie.
Caro: „Sons of Anarchy“ hat großartige musikalische Momente, „The Carrie Diaries“ macht wegen des Achtziger-Jahre-Soundtracks einfach Spaß, aber umgehauen hat mich musikalisch in diesem Jahr vor allem eine Szene aus „Person of Interest“.

Welche Serie hat die beste Kamera- und Szenenarbeit?

Andi: »The Good Wife«!
Caro: Darf ich schon wieder „The Good Wife“ nennen? Ja? Dann: „The Good Wife“!

Welche Serie konntest du auch 2013 nicht absetzen, obwohl sich alle deiner Körperteile gegen sie wehren?

Andi: »The Big Bang Theory«. Mich stört alles an der Show, trotzdem schaue ich immer weiter.
Caro: „Revenge“. Der Racheplan von Emily Thorne zieht sich inzwischen wie Kaugummi, aber nach ein paar Wochen Pause habe ich dann doch wieder angefangen.

Stell dir vor, du bist Showrunner einer aktuell laufenden Serie und bekommst die Order, die Serie in eine völlig andere Richtung weiterzuführen. Welche Serie passt du wie an?

Andi: Ich wünsche mir ja, generell, mehr Crossovers! Castle löst einen Mordfall und zufällig steht der Hauptverdächtige auf Reddingtons Blacklist. Der wird dann gefasst, gemeinsam mit der tollpatschigen Hilfe des 99. Reviers aus Brooklyn. Es stellt sich allerdings heraus, dass er nur eine Marionette eines viel psychopathischeren Verbrechers war, den nur Patrick Jane geniereich fängt. Vor Gericht muss dann Alicia Florrick den Verbrecher verteidigen. Zählt das als Anpassung? Alternativ: The Newsroom geht bankrott. Will McAvoy nimmt sich vor, endlich aktiv zu werden in der Politik. Die Republikaner dahin zu führen, wo sie sein sollten. Er nimmt ein paar seiner Newsroom-Kollegen mit.
Caro: Wenn ich die finale Staffel „Mad Men“ übernähme, würde ich Don Draper zum arbeitslosen Hausmann degradieren, dessen Ehefrau (wer auch immer das gerade ist, ich persönlich hab die Serie abgesetzt) nun das Geld verdient und der seine kreative Energie mit Origamikunst ausleben würde. Würde niemand gucken wollen, aber geschähe der Figur nur Recht.

Was wünschst du dir vom Serienjahr 2014?

Andi: Serien, die auch die Details vernünftig hinkriegen und den Zuschauer nicht für dumm verkaufen. Serien, die sich was trauen und aus den üblichen Konzepten rausbrechen. Science Fictions!
Caro: Ein zufriedenstellendes Serienfinale von „Sons of Anarchy“, in dem Jax die Wahrheit erfährt und Gemma erwürgt. Oder so ähnlich.

Blogparadler

Folgende Blogger haben schon bei unserer Blogparade mitgemacht. Husch, husch, du willst doch auch…!


  1. Ich werde in Zukunft allerdings abstreiten, zu irgendeinem Zeitpunkt gesagt zu haben, »Fringe« sei nicht das beste in welcher Kategorie auch immer. 

Newshows Check-up #5

Newshows Check-up
Eine neue Folge Podcasterei deluxe ist da. Wir sprachen dieses Mal unter anderem über die Schizophrenie von „Homeland“1, unser Vertrauen in „The Good Wife“2 und lachten uns gemeinsam über die neue Comedy-Serie „Brooklyn Nine-Nine“ schlapp.

Unterm Video findet ihr wie gewohnt Zeitmarken der einzelnen Serien samt Links zu den Reviews. Die Audio-Version gibt’s in Mp3 (auch, wie immer, am Ende des Beitrags) und natürlich im Podcast-Feed.

Viel Vergnügen!

This week on Newshows Check-up:

Und sonst so? Wie war’s? Mal von der grausamen, artefaktverseuchten Übertragungsqualität auf Caros Seite abgesehen4? Wovon wollt ihr mehr, worauf könnt ihr verzichten? Und warum sah das eigentlich so komisch aus dieses Mal5?


  1. Ein Stilmittel? 

  2. Inklusive einer spannenden Theorie von Andi. 

  3. /deutsche! Das ZDF hat mitproduziert. 

  4. Sorry dafür. 

  5. Ernsthaft: Hat jemand eine Ahnung, was Google+ da gemacht hat? 

The Bridge

The BridgeAuf einer Brücke zwischen El Paso (Texas) und Juárez (Mexiko) liegt eine Leiche. Mitten auf der Grenze; mitten auf der Linie, die die zwei Länder trennt. Bei genauerer Betrachtung stellt sich heraus: Die Leiche ist zweigeteilt. Oberkörper und Unterkörper passen nicht zusammen, sondern sind von zwei unterschiedlichen Personen.
Sonya Cross (El Paso PD) und Marco Ruiz (Chihuahua-State-Kommissar) sind für die Ermittlungen zuständig. Nach anfänglicher Revierverteidigung ermitteln sie erst weniger, dann immer mehr zusammen. Eine Hälfte des Körpers gehört einer amerikanischen Richterin, die andere Hälfte einer Leiche, die man vor Monaten mit 22 anderen toten Körpern in einem mexikanischen Haus gefunden hatte.
Während Cross und Ruiz den Spuren nachgehen, stellt sich heraus, dass der Mörder auf die ungleich verteilte Kriminalität zwischen Mexiko und den USA aufmerksam machen möchte. Wenige Mordfälle nördlich der Grenze, Tausende südlich. Er scheint dabei nicht vor extremen Methoden zurückzuschrecken.
Während all dem nehmen wir auch noch an zwei weiteren Geschichten teil: Ein zwielichtiger, fieser Steven Linder, der mexikanische Mädchen entführen und umzubringen scheint. Und Charlotte Millwright, deren Mann soeben gestorben ist und die sich nun mit dessen grenzübergreifenden Geschäften herumschlagen muss.

»The Bridge« ist das US-Remake der Dänisch-schwedischen Serie »Bron« (bei der auch das ZDF mitproduziert hat), in der es um eine Leiche auf der Øresund-Brücke zwischen Dänemark und Schweden geht. Ohne das Original gesehen zu haben, passt das Leiche-auf-Grenzlinie-Setting ganz hervorragend auf den nordamerikanischen Kontinent. Prostitution, Drogen, Kartelle, Kriminalität, Armut, Chancenlosigkeit – alles Probleme, die es in nur wenigen Kilometer Entfernung der Grenze gibt, oder eben nicht. Und ein Serienmörder, der mit brutalen Methoden darauf aufmerksam macht.
Eigentlich passt die Geschichte des Brückenmords da doch wie die Faust auf’s Auge, oder?

Eine Hauptrolle, die des mexikanischen Ermittlers, spielt in »The Brdige« der mexikanische Schauspieler Demián Bichir. Und das tut er ganz hervorragend. Man kauft ihm die Persönlichkeit, die Wärme, mit der er, im Gegensatz zu seiner amerikanischen Kollegin, ermittelt vollständig ab. Good Cop.
Die El-Paso-Kommissarin wird gespielt von Diane Kruger, deren Sonya Cross am Asperger-Syndrom leidet. Das merkt man nicht nur während der Ermittlungen (sie hält sich starr an Vorschriften, ist kaum Team-geeignet, ermittelt locker Nächte durch) sondern auch im Privaten (generelle Seltsamkeit, offensive Direktheit (»Sex?«)). Der Charakter ist zuerst relativ seltsam, aber man steigt mit den Folgen langsam dahinter und wird warm mit ihr. Comic-Relief-Momente sind natürlich vorprogrammiert.

Die Geschichte um »The Bridge« ist spannend und hat vermutlich mehr Realitätsbezug als ich mir vorstellen mag. Der Serienmörder weiß zu überraschen. Auch die Seitengeschichten sind gut erzählt.1

»The Bridge« gefällt mir gut. Die Story ist dunkel und ernst (das merkt man auch an der Filmtechnik und an den Tönungen der Bilder), trotzdem spannend und unterhaltsam. Die Darsteller sind hervorragend.
Gucken!

→ »The Bridge« in der Wikipedia und bei TVRage
Trailer
→ Metacritic-Score: 77
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  1. Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob Steven Linder tatsächlich die Frau umgebracht hat. 

CyberChimps