iZombie

iZombieHallo. Mein Name ist Andi und ich schreibe auch auf diesem Blog. Zumindest, wenn ich mich daran erinnere, wie das geht.
Liv Moore hat ein solides Leben. Sie ist Ärztin in einem Krankenhaus, hat tolle Freunde, eine unterstützende Familie und einen hübschen Verlobten. Eines Abends geht sie auf eine Party auf einem Boot, die schnell aus dem Ruder läuft. Nicht Hangover-aus-dem-Ruder, sondern Zombie-aus-dem-Ruder. Liv wacht am nächsten Morgen in einem Leichensack auf und hat den furchtbaren Drang, Gehirn zu essen. Sie ist ein Zombie. Sie krempelt ihr Leben um, trennt sich von Job und Verlobtem und beginnt für das Leichenhaus von Seattle zu arbeiten. Dort entdeckt sie eine Fähigkeit: Wenn sie die Gehirne der Mordopfer, die da so vor ihr auf dem Tisch liegen, isst1, dann kann sie deren letzte Momente vor dem Tod sehen. Liv ist die, vermutlich, erste Zombie-Leichenhaus-Polizeiberaterin der Welt.

»iZombie« ist die freie Adaption des gleichnamigen Vertigo-Comics. »Buuuh! Noch eine Comic-Adaption?!« könntet ihr sagen, »Davon gab’s doch schon genug in den letzten Monaten.« Aber »iZombie« ist anders als Marvel’s The Arrow of SHIELDevil. Die Show ist eher eine Alternative Zombie-Version von »Veronica Mars«, als die X-te Rettung der Menschheit in Superheldenform.

Die Analogie kommt nicht von ungefähr: »iZombie« wird gemacht von »Veronica Mars«-Erfinder Rob Thomas und hat einige Elemente unserer aller Lieblings-Detektivshow von damals™. Eine junge Protagonistin die der Polizei bei Ermittlungen hilft, sich dabei clever anstellt und trotzdem immer mitten ins Geschehen stolpert. Und Voice-Over-Gedanken voller sarkastischem Humor des Hauptcharakters, vermutlich das offensichtlichste Stilmittel von allen. Aber das war’s dann auch mit den Gemeinsamkeiten. Denn, anders als »Veronica Mars«, werden keine Themen von heranwachsenden Teens behandelt, sondern von Twenty-Somethings, deren täglichen sozialen Probleme zwar ähnlich intensiv, aber eben etwas erwachsener gelagert sind. Rob Thomas ist gewissermaßen mit Veronica erwachsen geworden. Und anstelle von Marshmallows gibt’s jetzt Gehirn.

Die Serie ist spaßig! Ein bisschen fies, wenn’s wiedermal ans dinieren von Frontallappen & Co. geht, aber durchweg unterhaltsam. Livs Gegenspieler wird erst in der zweiten Episode so richtig erwähnt und bringt dann auch etwas Langfristigkeit in die Story. »iZombie« ist gleichermaßen ein erfrischender Wechsel in dieser TV-Saison, aber auch ein kleiner Blick zurück als vor zehn Jahren das goldene TV-Zeitalter begann.

→ »iZombie« in der Wikipedia und bei TVRage
→ Tomatometer: 91 %, Metacritic-Score: 74
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  1. Mit viel Tabasco, versteht sich. 

Jane the Virgin

Jane the Virgin
Die Prämisse von „Jane the Virgin“ klingt so bescheuert wie der Titel, aber vertraut mir und lest trotzdem weiter, bitte!

Die 23-jährige Jane (Gina Rodriguez) ist Jungfrau aus religiös-familiären Gründen und lässt es mit ihrem Freund ruhig angehen. Raphael (Justin Baldoni) derweil lebt in einer unglücklichen Ehe und hat gerade eine Krebserkrankung überstanden. Vor Jahren teilten die beiden einen romantischen Moment samt Kuss, aber sahen sich nicht wieder – bis jetzt. Denn ausgerechnet Raphaels vor Liebeskummer zerstreute Schwester, Janes Frauenärztin, befruchtet die Titelfigur beim Praxisbesuch versehentlich mit seinem Sperma. In Janes Lebensplan ist ein Kind noch nicht vorgesehen, doch Raphael hatte seine letzten Schwimmer vor der Behandlung auf Eis legen lassen und hat nur diese eine Chance auf Nachwuchs. Ein Dilemma!

„Jane the Virgin“ hat überwiegend überschwängliche Kritiken erhalten – durchaus verdient: Die CW-Serie besticht durch eine quirlige, sehr natürliche Hauptdarstellerin und alles in allem eine äußerst charmante Mischung aus bodenständiger Dramedy und kitschiger Telenovela mit einem „Fabelhafte Welt der Amélie“-artigen Erzähler.

Wie die Charaktere einander treffen und mit der ungewollten und ungewöhnlichen Schwangerschaft umgehen, und wie die Geschichte dem Publikum näher gebracht wird, hat etwas von im Schnelldurchlauf erzählten französischen Komödien. Für amerikanisches Fernsehen ist dies, soweit ich weiß, mal eine ganz neue Sprache. „Jane the Virgin“ bedient sich in mehreren Genres und ist dabei erfrischend anders. Solltet ihr euch anschauen!

→ „Jane the Virgin“ in der Wikipedia und bei TVRage
→ Tomatometer: 100%, Metacritic-Score: 80
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The Flash

The Flash auf The CW
Barry Allen (Grant Austin) ist gerade noch ein schusseliger, ziemlich durchschnittlicher CSI-Typ, als ein sonderbarer Blitzschlag ihn trifft. Neun Monate später wacht er in den Räumlichkeiten von Star Labs, der inzwischen in Ungnade gefallenen Firma seines wissenschaftlichen Idols Harrison Wells, wieder auf und stellt beim Anblick seines Waschbrettbauches ungläubig fest: „Lightning gave me abs??“ Sein plötzliches Fitnessstudio-artiges Äußeres ist aber noch nicht das Seltsamste: Barry kann sich durch sein bizarres Erlebnis vor allem mit mehr als 200 Meilen pro Stunde bewegen. Knapp 40 Minuten später: Ein Rächer mit Maske und engem Kostüm, im Einsatz für die Bewohner seiner Stadt, ist geboren. Dazu noch das Rätsel um die Ermordung seiner Mutter, als Barry 11 war et voilà: The CW hat yet another Superheldenserie nach Rezept gemixt.

Bis vor einer Stunde kannte ich den DC-Comics-Helden „The Flash“ nur als Sheldon Coopers Kostüm, jetzt habe ich zumindest mal einen Einblick in die Geschichte bekommen. Ohne zu wissen, ob Fans der Comics beim Anblick der CW-Serie eher mit den Augen rollen oder erfreut auf und ab springen, würde ich vermuten, dass die Umsetzung wohl ganz in Ordnung ist.

Mich hat die Pilotepisode jedoch nicht umgehauen. Der Cast ist in Ordnung, die Effekte recht überzeugend für vermutlich kleines Budget und trotzdem fehlt das gewisse Etwas. „The Flash“ kommt wohl eher nicht auf meine regelmäßige Watchlist. Vielleicht bin ich auch einfach eher ein Marvel-Girl.

→ „The Flash“ in der Wikipedia und bei TVRage
→ Tomatometer: 96%, Metacritic-Score: 73
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The Tomorrow People

The Tomorrow PeopleStephen hat seine persönliche psionische Pubertät. Man kennt das ja: Der eigene Körper ändert sich und, zack, kann man sich wild durch die Welt teleportieren. Eine verwirrende Zeit. Auch für Stephen. Um so froher ist er, als er feststellt, dass er nicht alleine ist mit den fetzigen Fähigkeiten. Es gibt eine ganze Gruppe, die Tomorrow People, die probieren ihr Leben als nächste Menschen-Evolutionsstufe friedfertig zu leben. Unglücklicherweise lässt man sie nicht: Jedikiah hält die Genveränderungen der Morgenmenschen für schadhaft und möchte sie rückgängig machen. Natürlich zu ihrem eigenen Schutz und nicht aus irgendwelchen dunklen Nazimotiven. Nahein!

Alles wichtige hat Caro schon zu »The Tomorrow People« erzählt: Die Show ist nicht gut.
Aber ich sehe das etwas differenzierter als sie. Und, Spoiler, bei mir würde der Stoff vielleicht zu einem Guilty Pleasure reichen.

Superhelden-Geschichten sind ja der Shit in den letzten Jahren1. Verschiedene Batman- und Superman-Inkarnationen gab’s schon seit den 50ern und 60ern. Aber dann kam der Maguire-schen Spider-Man und kratzte an der 1-Milliarde-US-Dollar-Umsatzmarke. X-Men-Filme (teils auch schon vorher) folgten, DCs Zugpferd Batman wurde dunkler wiederbelebt und übersprang mit seinem zweiten Teil 2008 als erste Comic-Verfilmung obige milliardärische Marke, Superman erhielt ebenfalls verschiedene Wiederbelebungsversuche. Mit Green Lantern, Watchmen, Constantine; Iron Man, Hulk, Captain America wurde ein Haufen vorher TV-medial nicht vertretener Superhelden in Kinogeschichte gegossen — und diese sechs sind nur wenige der 70 Superheldenstreifen seit 2000.2 Vorläufiges Highlight: Der Marvel-Meta-Helden-Film »The Avengers«, der letztes Jahr mal locker 1,5 Mrd. US-Dollar einspielte.
The CW hatte von Beginn der Superheldenära ein Bein in der Tür. 2001 starteten mit »Smallville« die Soap-Geschichte der wilden Jugendjahre Supermans. Im Vergleich zu den Heldenshows anderer Networks ziemlich solide und erfolgreich — zumindest die ersten acht Staffeln.
Seit letztem Jahr läuft eine neue DC-Superhelden-Serie auf The CW: »Arrow«. Eine meiner momentanen Lieblingsserien.
Einer der Erfinder von Arrow, Greg Berlanti, hat dann dieses Jahr eben »The Tomorrow People« auf The CW untergebracht. Die Serie beruht, im Gegensatz zu »Smallville« oder »Arrow«, nicht auf Comic-Büchern, sondern auf einer britischen Serie aus den Siebzigern.

Soweit zum Background. Warum ihr das jetzt wissen musstest? Und warum das wichtig ist für meine Thetomorrowpeopledifferenziertheit?

Weil »The Tomorrow People« ein furchtbar gradliniges, allumfassendes Superheldenstück ist. Die Show wirkt wie ein taktisch platziertes Filmmanöver, bei dem eine Klasse eifriger Studenten die oben genannten 70 Superheldenfilme analysiert und in Matrizen eingeteilt, die vorherrschenden 20 Motive daraufhin sorgfältig ausgewählt und dann mit einer beliebigen Geschichte umhüllt hat. Jede Facette der Geschichte ist hochgradig kalkuliert eingesetzt worden. »The Tomorrow People« ist ein Superhelden-Best-Of.

Ein paar Beispiele, in Klammern ein paar — nicht alle — Stichworte und Motive.

  • Unsere Welt ist nicht so wie sie scheint. Im Unter- und Hintergrund versteckt sich hinter den kulissenhaften Fassaden von dem, was man gemeinhin als Alltag bezeichnet, eine eigene Welt, die furchtbar wichtig und dramatisch ist. (Abenteuer; Kreis der Wissenden; Verschwörung)
  • Die Tomorrow People sind eine ausgewählte, vielleicht etwas elitäre Gruppe von besonderen Menschen. Eigentlich möchten sie nur demütig ihr Ding machen, pazifistisch keiner Fliege etwas zu Leide tun und nur für Weltfrieden und Selbstschutz durch die Gegend teleportieren. (Subkultur & -gesellschaft; Jeder ist besonders; Tomorrow People = die Guten)
  • Wäre da nicht der Bösewicht. Aus Motiven, die selbst ein Vorschulkind als böse identifizieren würde, möchte er die armen, pazifistischen Tomorrow People ausrotten. Der Nazi-Vergleich oben war kein Witz: Aus Jedikiahs Sicht ist die superheldige Genveränderung der Tomorrow People nicht positiv oder neutral, nein, es ist der Untergang der Menschenrasse3. Und gehört gestoppt. (Jedikiah & Co = die Bösen; Sowas von die Bösen; Historisches Analogon)
    Was es noch schlimmer macht: Unsere4 Tomorrow People konnten sich nicht aussuchen, dass sie besonders sind. Sie sind es einfach (Schicksal). Und trotzdem jagt Jedikiah sie erbarmungslos. (Identifizierung; Hilflosigkeit)
    Natürlich scheint Jedikiah dafür Unmengen Ressourcen und Geld zu haben, bedient sich moderner / Zukunfts-Medizin (Jemand hat »Gen« gesagt!), ist immer fesch frisiert, bis oben hin zugeknöpft und trägt schwarz. (Technologiefeindlichkeit; Vorurteile; Bösewicht-Metaphern (Farbe, Abgeklärtheit))
  • Auch wenn wir prinzipiell auf der Seite der Tomorrow People stehen, genauer identifizieren wir uns mit dem Helden der Geschichte: Stephen. Aus dessen Sicht wird die Geschichte erzählt. Wir erleben nicht nur, wie Stephen sich vom Normalo zum Supermenschen mausert, wir bekommen auch Stück für Stück raus, dass Stephen besonders — der Auserwählte — ist. Auch hier: Stephen kann nichts für seine Neo-igkeit5. Das passiert einfach so. Aber gleichzeitig verweigert er sich auch nicht vor seinem Schicksal, er nimmt es an und macht das beste daraus. Gemeinsam mit Stephen sind wir etwas besonders. (Personifizierung/Identifizierung; Der Auserwählte)
  • Es seien noch erwähnt: Stephen, der sich unter den Tomorrow People beweisen muss; das sich anbahnende Liebesdreieck; der Hardlinder unter den Tomorrow People; der Twist, bei dem Stephen seine familiäre Verbindung zu Jedikiah untersucht und undercover ins Nest der Bösen einsteigt.

Die Liste ist hochgradig unvollständig. Ihr könnt Szenen-weise durch »The Tomorrow People« gehen und in jeder Einstellung ein Motiv aus einem Filmlehrbuch finden.

Man könnte denken: Wenn das alles so durchgeplant ist, dann ist die Show vermutlich auch gut?

Nein! Denn was die Macher bei ihrer ganzen Kalküligkeit vergessen haben: Die ganzen Elemente und Motive kennen wir schon. Allein 70 Superheldenfilme! Und der Gut-vs.-Böse-Kampf ist ja nicht ausschließlich darauf beschränkt.
Leider ist »The Tomorrow People« zu offensichtlich. Zu zaunpfahlwinkig.
Dazu kommt noch: Auch zu gradlinig. Es fehlen die Kanten, die Alleinstellungsmerkmale, die Besonderheiten. The-CW-hübsche Darsteller und Darstellerinnen, knackige Bilder und Lehrbuch-inszenierte, aber mittelmäßige Stories reichen nicht mehr.

Mir zumindest nicht.

(Das Gros der Zuschauerschaft scheint das anders zu sehen: Von »The Tomorrow People« wurde eine komplette 22-Episoden-Staffel geordert.)

TL;DR: »The Tomorrow People« hat alles, was eine moderne Superheldengeschichte haben sollte. Ist dabei aber leider viel zu glatt, zu durchinszeniert und zusätzlich noch langweilig.

→ »The Tomorrow People« in der Wikipedia und bei TVRage
Trailer
→ Metacritic-Score: 50, Tomatometer: 45%
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  1. In den letzten dreizehn Jahren, um das mal beliebig einzugrenzen. 

  2. Wer mag kann aus dieser Wikipedia-Liste gerne mal das erfolgreichste Jahr ausrechnen. 

  3. Entschuldigt das Vokabular. 

  4. Nur, damit klar wird, auf welcher Seite wir in der Geschichte stehen. 

  5. Dies ist eine »The Matrix«-Anspielung. Just to be perfectly clear. 

The Tomorrow People

tomorrowpeople
„That sounds awful“, sagt Stephen zu den Tomorrow People, nachdem sie dem Newcomer von ihren Superkräften (die drei Ts! Telepathie, Telekinese, Teleportation) und denen, die sie jagen, erzählt haben. Ach, hätte das mal jemand den Machern dieser CW-Serie gesagt…

Die hübschen „Teenies“1, die in einem „runtergekommenen“ Lager irgendwo in ’nem alten Bahntunnel leben2, suchen quasi ihren Messias. Der angeblich tot ist, aber – siehe da – Stephens Vater ist/war, weswegen Stephen, der gerade erst seine Kräfte entdeckt, sich unbedingt ihrem kleinen Club anschließen soll. Und im Hintergrund geht es noch – da tritt dann der vermeintlich böse Genetiker-Onkel auf den Plan – um den Kampf zwischen Mensch und dieser neuen Superspezies.

Nachdem die Tomorrow People („Den Namen haben wir uns nicht ausgedacht!“ Nee, ist klar) gefühlt die erste halbe Stunde damit verbracht haben, in einem Monolog nach dem anderen ihre Superkräfte und Superprobleme zu erklären3 und Stephen das Alles „awful“ nennen darf, habe ich schon gar nicht mehr wirklich hingeguckt.

Die Story an sich ist nicht schlecht, aber sie ist grauenhaft umgesetzt, die Charaktere werden stümperhaft eingeführt, die Teleportationseffekte wirken wie aus dem Film „Jumper“ geklaut – und der war schlecht. Warum macht Mark Pellegrino („Lost“) bei so was mit? Oder Sarah Clarke („24“)? Selbst von Peyton List („Mad Men“) ist man inzwischen Besseres gewohnt. Nicht mal Guilty-Pleasure-Potential sehe ich hier. Next!

→ „The Tomorrow People“ in der Wikipedia und bei TVRage
→ Trailer
→ Metacritic-Score: 49, Tomatometer: 43%


  1. gespielt von typischen CW-Gesichtern Ende 20 

  2. wo alles total fancy aussieht, aber sie trotzdem behaupten, wie Ratten zu leben. Is‘ klar! 

  3. Wenn ihr so lange erklären müsst, dann stimmt was mit euren Skripten nicht, kapiert das doch endlich! 

The Originals

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Der machthungrige Werwolf-Vampir-Mischling Klaus aus der titelgebenden Original Family, den ersten Vampirfamilien, kehrt in (s)eine frühere Heimat New Orleans zurück. Hier hat inzwischen sein früherer Schützling Marcel die Macht übernommen – eine Position, die Klaus ihm nur zu gerne strittig machen würde. Den König der Stadt wollen auch die Hexen von New Orleans entthronen, die Marcel und seine Banden klein und machtlos halten. Ihnen kommt Werwölfin Hayley gerade recht, die nach einem One Night Stand Klaus‘ Kind erwartet und das perfekte Druckmittel zu sein scheint, ihn zu ihrem Alliierten im Kampf gegen Marcel zu machen.

„The Originals“ ist ein Spin-off der erfolgreichen, ebenfalls beim kleinen Sender The CW ausgestrahlten Serie „The Vampire Diaries“ und die Prämisse klingt für Nicht-Eingeweihte jetzt vielleicht erst mal ein wenig albern. Ist sie auch ein bisschen, selbst wenn man sie schon kennt. Gut denkbar, dass diese Serie auch nur (oder zumindest vor allem) für Fans der alten funktioniert.

Denn die Familie um Klaus Mikaelson, die hier im Zentrum steht, kennt man aus der großen Schwesternserie schon seit einiger Zeit, hat in zahlreichen Flashbacks ihre Vergangenheit erzählt bekommen und auch andere Seiten des egozentrischen Klaus gesehen. In die Pilotepisode von „The Originals“ haben sie nun versucht, möglichst viel davon reinzuquetschen, was die Dreiviertelstunde total überladen hat und obendrein für jemanden, der den ursprünglichen Back-Door-Pilot in „Vampire Diaries“ kennt, langweilig machte.

Ob mit oder ohne Vorkenntnissen, weiß ich nicht, ob ich mir diese Serie auf Dauer antun kann. In „Vampire Diaries“ wurde die Figur des Klaus dermaßen aufgebläht in den vergangenen Jahren, dass ich persönlich froh bin, ihn dort los zu sein. Aber auch das Original war anfangs mehr Guilty Pleasure und hat sich erst gegen Ende der ersten Staffel als wirklich spannende, gut gemachte Serie erwiesen. Gut Ding will also vielleicht auch in New Orleans Weile haben. Mal schauen.

→ „The Originals“ in der Wikipedia und bei TVRage
Trailer
→ Metacritic-Score: 52, Tomatometer: 53%

Premierendaten der neuen Serien des Herbsts 2013

Bald ist Serienweihnachten! Es startet die Seriensaison 2013-2014 — Mitte September geht’s los. Hier sind die Startdaten (Trailer).

  • 16.9.: Sleepy Hollow (FOX)
  • 17.9.: Dads (FOX), Brooklyn Nine-Nine (FOX)
  • 23.9.: Mom (CBS), The Blacklist (NBC), Hostages (CBS)
  • 24.9.: Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D. (ABC), The Goldbergs (ABC), Trophy Wife (ABC), Lucky 7 (ABC)
  • 25.9.: Back in the Game (ABC)
  • 26.9.: The Crazy Ones (CBS), The Michael J. Fox Show (NBC)
  • 29.9.: Betrayal (ABC), Masters of Sex (Showtime), Hello Ladies (HBO)
  • 30.9.: We Are Men (CBS)
  • 2.10.: Super Fun Night (ABC), Ironside (NBC)
  • 3.10.: The Millers (CBS), Welcome to the Family (NBC), The Originals (The CW), Sean Saves the World (NBC)
  • 9.10.: Tomorrow People (The CW), American Horror Story: Coven (FX), Once Upon a Time in Wonderland (ABC)
  • 17.10.: Reign (The CW)
  • 25.10.: Dracula (NBC)
  • 4.11.: Almost Human (FOX)
  • 8.11.: Enlisted (FOX)

Alles hier nicht aufgelistete gibt’s dann in der Midseason, also im Frühling nächsten Jahres.((Und ich werde das Gefühl nicht los, dass die aktuelle Saison bis dahin ganz schön lahm ist. Aber wir werden sehen.))

Cult

CultIn Cult geht es um den Kult, den Guru Billy Grimm um sich herum aufgebaut hat. Eine waschechte Sekte, mit übersättigten Familienwerten als Deckmantel von Erniedrigung und Psychoterror, die auch vor Gewalt und Mord keine Rücksicht nimmt. Und es geht um Kelly Collins, FBI-Agentin und ehemaliges Mitglied der Sekte, die nach dem Verschwinden ihrer Schwester den Kult ins Ermittlungsvisier nimmt.
Nun, eigentlich stimmt das nicht. Nicht ganz. Denn in Cult geht’s nicht um diesen Kult, es geht um eine TV-Serie, die von diesem Kult handelt. Es geht um den eigenwilligen Reporter Jeff Sefton, dessen Bruder auf einmal verschwindet. Nate Sefton hat eine Drogenkarriere hinter sich und wirkt wie ein schizophrener, introvertierter Nerd. Deswegen misst Jeff seinen Warnungen über den Kult um die Cult-Serie keine Bedeutung bei. Eben, bis Nate verschwindet. In der Produktionsassistentin der Cult-Serie, Skye, findet Jeff eine Kumpanin, der ebenfalls Seltsamkeiten um Umfeld der Serie aufgefallen sind.
Zusammen tauchen sie immer tiefer ein, in ein Netz von blablabla. Ihr wisst schon.

Nur um das noch mal klar zu machen: »Cult« ist eine Serie, in der es um eine Serie namens Cult geht, die von einem Kult handelt, und die Kult-ähnliche Anhänger in der Realität der (äußeren) Serie hat.
Dabei gibt’s jede Menge Parallelen und Anspielungen zwischen »Cult«, der äußeren Serie, und Cult, der inneren Serie-in-Serie. Manche sind offensichtlich, wie die Parallelen zwischen den Handlungen (Ermittlungen gegen den Kult, Schwester/Bruder geht verschwunden, rotes Auto), manche nur, wenn man drauf achtet (»Executive Producer: Steven Rae«).
Manchmal ist das verwirrend, meistens ist das irgendwie weird, zwischendurch aber auch mal ok. Wie auch immer, zumindest ist es neu. Ich kann mich an keine Serie in jüngster Vergangenheit erinnern, die so massiv mit verschiedenen Show-Realitäten gespielt hat.

Wenn auch schon länger in Vorbereitung, ist »Cult« doch auf eine Art The CWs Antwort auf »The Following« (Die Two-Shows-Regel: Es gibt immer zwei Versionen einer Serie). Eine Gruppe von Psychopathen verfolgt einen Kult und mordet in dessen Namen.
»Cult« hat dabei das Mystery-Element etwas aufgeschraubt. Stück für Stück, Folge für Folge, wird die Verschwörungszwiebel ein bisschen weiter gepellt. Natürlich nicht, ohne dass Lost-esk eine neue Facette des großen Rätsels zum Vorschein kommt. Tatsächlich macht »Cult« seine Mystery-Sache gar nicht schlecht. So viele unerwartete Wendungen in so kurzer Serienzeit hatten wir schon lange nicht mehr.

Aber der Plot! Der mag zwar wegen der Serien-in-Serie-Interaktion ganz neat, vielleicht mal für einen kurzen Lidschlag sogar spannend sein — aber im Ganzen wirkt das so weit hergeholt, puh! Und noch nicht mal gut. Eine B-Movie-Horror-Schnitzeljagd in poppigen The-CW-Farben, (noch) ohne irgendwelchen Trash-Charme.
Bei »The Following« mag das zu einem gewissen Maß ähnlich sein — aber immerhin haben dort die Charaktere Tiefe. Während Kevin Bacon von Folge zu Folge damit kämpft, noch eine Stirnfalte mehr in die Kamera zu drücken, schaffen die Hauptdarsteller bei »Cult« es weder durch Schauspielern, noch durch Dialoge irgendeinen Tiefgang in die Show zu bringen. The-CW-typisch furchtbar gut aussehen reicht nicht immer. Ich hatte nicht mit Oscar-würdigen Leistungen gerechnet, aber bitte doch mehr als das.

Halten wir fest: Die Serien-Metaebene macht »Cult« interessant, letztendlich ist die Show aber nicht allzu gut.

→ »Cult« bei TVRage und in der Wikipedia
Trailer
→ Metacritic-Score: 46

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Emily Owens, M.D.

Emily Owens ist gerade-fertig-studierte Ärztin und beginnt ihr erstes praktisches Jahr im Denver Memorial Hospital. Sie hat das große Glück, unter Dr. Gina Bandari zu arbeiten — einer legendären Chirurgin des Krankenhauses. Legendär für ihre fachlichen Arbeiten, aber auch legendär für ihre Unfreundlichkeit und hohen Ansprüche. Natürlich ist sie nicht die einzige frische Ärztin, die gerade im Krankenhaus anfängt. Sie teilt sich ihre Scrubs mit dem hübschen Will, der dieses mal blau statt grün trägt, aber so gar nicht rosa sieht, wenn’s um Emily geht; mit Cassandra, die Emily schon damals in der High School auf dem Kieker hatte; und mit Tyra, die immergut drauf, Tochter des Chefs und lesbisch ist. Komplettiert wird die Jungarztriege von Micah, einer Art Mentor für alle und Arztversion der Rolle, die der gleiche Schauspieler in seinen bisherigen Serien so gespielt hat.
Direkt in der ersten Folge darf Emily einem jungen Mädchen Beistand leisten, tappt in so einige Fettnäpfchen und jongliert nebenher noch das hektische und intrigröse Krankenhausleben.

»Emily Owens, M.D.« passt so wunderbar auf The CW — ich frage mich, wo die Senderverantwortlichen die Roboter gefunden haben, die da die Skripte für Serien rausspucken. Genies.
Aber ernsthaft: Die Show geht über eine quirkige Blondine, Emily, die eigentlich dachte, mit der Ausbildung zur Ärztin das schwierigste hinter sich gebracht zu haben (man denke zurück an’s käsige Intro der Pilotfolge), nur um festzustellen, dass als PJ’lerin der nächste Endgegner auf sie wartet: Schwieriger Boss und wildes Krankenhaussozialleben. Wie wir in unzähligen Voice Overn erfahren, ist Emily total unsicher in allem, was sie tut. Schafft es trotzdem, aus dem Tagtraum heraus ihrem Endboss die Killerdiagnose schlechthin pointiert zu präsentieren. Ambivalenz, olé.
Wie Caro schon bei »The Mindy Project« spekulierte, hat man sich für »Emily Owens, M.D.« vielleicht auch beim deutschen »Doctor’s Diary« inspirieren lassen — oder aber einfach so die unsichere weibliche Ärztin als Serienzentrum für sich entdeckt.

Sie negativ das hier alles klingen mag: »Emily Owens, M.D.« ist so schlecht nicht. Bei gegebener Prämisse sogar erfreulich gut. Die Hauptdarstellerin geht nach einer Zeit auf die Nerven, Justin Hartley sieht auch beim fünften Close Up noch gleich langweilig-handsome aus, ›The Return Of The Highschool Nemesis‹ ist nun wirklich ziemlich over the top — aber zwischendurch gibt’s ein paar beschmunzelbare Situationen. Gute Ideen und vielleicht sogar Ansätze von Krankenhausgeschichten, die wir so noch nicht vollständig auswendig kennen.
Und das ist doch schon mal was.

→ »Emily Owens, M.D.« bei TVRage und in der Wikpedia
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→ Metacritic-Score: 47
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The L.A. Complex

The L.A. ComplexAbby kommt gerade frisch aus Kanada, ihr Auto ist kaputt, sie pleite – und eine Filmrolle findet sie auch nirgends. Nick ist Comedian, leider alles andere als lustig (oder gar erfolgreich), so dass er sich als Kaffeeausschenker über Wasser hält. Alicia tanz, das kann sie auch ganz gut – findet aber auch keine Anstellung und muss sich mit Tanzen im Stripclub ihre Bagels verdienen. Tariq mag Rhythmen und ist Praktikant bei einem Hip-Hop-Produzenten, wo er aber nur für den Kaffee zuständig ist. Raquel (Jewel Staite von Firefly und Stargate: Atlantis) hat ihre beste Zeit hinter sich, ist etwas verbittre und findet einfach keinen neuen Film. Der Ausreißer im Bunde: Connor. Der hat gerade den Piloten einer Krankenhausserie bei einem Sender lanciert und scheint es geschafft zu haben.
»The L.A. Complex« begleitet diese Gruppe von jungen Erwachsenen bei ihrem persönlichen Hollywood-Traum.

Das Interessante: »The L.A. Complex« ist eine kanadische Serie. Die Show hat etwas mehr Abstand beim Abbilden des honigkuchenpferdigen Lebens in Film City. Das merkt man zwischendurch, wenn das typische Happy End oder das typische böse Ende fehlen.
Die Serie geht langsam voran, es wechseln sich Erfolge und Misserfolge ab. Trotzdem bleibt eine gewisse Grundpositivität, die uns Zuschauer verstehen lässt, was die Charaktere zwischen all den Demotivationen antreibt.

Letztendlich ist »The L.A. Complex« eine Art Soap. Oder zumindest ein bisschen soapig. Das muss man mögen. Es gibt da unerfüllte Liebeswünsche, zufällig Situationen und irrationale Handlungen. Aber keine Angst, das ist meilenweit vom Niveau einer echten Soap entfernt.

Mir macht das Zuschauen beim Hollywoodtraumerfüllen und -scheitern erstaunlich viel Spaß. Damit hätte ich absolut nicht gerechnet.
Da die Serie auf dem weltbekannten Sender »MuchMusic« läuft, befürchte ich allerdings, dass es wohl ein guilty pleasure sein wird. Oder was sagt ihr? Die Serie startet in den USA auf The CW in den nächsten Wochen/Monaten.

→ »The L.A. Complex« bei TVRage
→ Trailer

(Außerdem: Bonuspunkte wegen involvierter Meta-Ebene. Eine Serie über das Show-Bizz. Gibt immer plus!)

CyberChimps