The Expanse

The ExpanseDas Sonnensystem im 23. Jahrhundert. Die Menschheit bewohnt nicht mehr nur die Erde, sondern auch Mond und Mars und den Asteroidengürtel jenseits des Marsorbits. Insbesondere Ceres, das größte Objekt des Gürtels, ist Basis für eine ganze Gruppe von Völkern.
Detective Joe Miller arbeitet auf Ceres und bekommt, als Alternative zum tristen Alltag voller Verhaftungen von Aufständischen, eine neue Aufgabe: Er soll die vermisste Julie Mao finden und zurück zu ihren reichen Eltern bringen. Mao wohnt auf Ceres, aber wurde schon länger nicht mehr gesehen. An andere Stelle im Sonnensystem übernimmt Jim Holden gerade das Kapitänsruder des Eisfrachters »Canterbury«, als sie ein Notsignal des kleinen Schiffs »Scopuli« erreicht. Eigentlich sind sie mit ihrer Eislieferung jetzt schon spät dran, aber das Reglement gebietet, einem in Not geratenen Schiff zu helfen. Holden fliegt mit einer kleinen Crew zur »Scopuli«, die aber verlassen zu sein scheint. Gerade, als sie zurück zur »Canterbury« unterwegs sind, taucht ein getarntes Raumschiff auf und zerstört den Frachter. Ein dritter Geschichtsstrang findet auf der Erde statt, die unter UN-Regierung ist. Hier geht UN-Sekretärin Chrisjen Avasarala einer Verbindung der Gürtel-Organisation OPA mit gestohlener Tarntechnologie auf den Grund, um einen Krieg zwischen Mars und Erde und Gürtel zu verhindern… Die Beziehungen sind angespannt.

»The Expanse« ist eine Verfilmung der gleichnamigen Buchserie des Autorenteams James S. A. Corey. Und es ist harter1, realitätsnaher Science Fiction, mit komplizierten und vielschichtigen Geschichten. Mit anderen Worten: »The Expanse« ist großartig und all das, was man als Science-Fiction-Fan in den letzten Jahren im TV vermisst hat.

In Reviews wird die Serie häufig mit »Firefly« oder »Bablyon 5« verglichen. Das stimmt vielleicht, aber wird »The Expanse« nicht gerecht. Die Show hat ihren eigenen Stil, kümmert sich um echte Probleme des interplanetaren Reisens in der nahen Zukunft2 UND hat eine komplexe Verschwörungsstory im Hintergrund. Hard Sci-Fi, gepaart mit Space Opera. Hach!

Der Cast ist so riesig wie die Geschichtsstränge am Anfang verwirrend. Es gibt mindestens drei Schauplätze, die mit Schauspielern bevölkert sind. Ich finde die Crew des Canterbury-Shuttles am interessantesten, hier hat SyFy ein tolles Ensemble mit spannender Chemie gefunden. Den Ceres-Polizisten spielt Thomas Jane (»Hung«), dessen Charakter irgendwo zwischen zwielichtig und gesetzestreu angesiedelt ist. Hat zwar eine seltsame Frisur, gefällt mir aber trotzdem.
Abseits der Hauptgeschichte (Was passierte mit Mao und der »Scopuli«) lungern noch ein Haufen spannender Seitengeschichtsstränge herum, die allesamt genug Stoff für die nächsten zwanzig Staffeln bieten. Hier merkt man die Größe und die Realität des Universums3, das sich die Autoren ausgedacht haben. Keine noch so kleine Facette der Geschichte kommt von mystischer oder außerirdischer Herkunft, sondern alles ist erklär- und fassbar. Ich mag das.

»The Expanse« zeichnet ein realistisches Bild einer nicht allzu fernen Zukunft, hat eine spannende, detaillierte Geschichte, deren Kern eine AU-überquerende Verschwörung zu sein scheint, und hat tolle Schauspieler. Es füllt das Hard-Sci-Fi-liebende Herz.

→ The Expanse in der Wikipedia (US)
Trailer
→ Tomatometer: 73 %, Metacritic-Score: 65
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  1. Ok, sagen wir mittelhart… 

  2. Beispiele? Asteroidenabbau; Beschleunigungskräfte; Wasserknappheit; Schwerelosigkeitstricks. 

  3. Pun intended. 

CyberChimps