Newshows Check-up #6

Newshows Check-up
Da sind wir schon wieder, mit einer neuen Folge unseres brillanten, hochwertig produzierten, lupenrein argumentierten Kritiker-Podcasts. Heute debattieren und philosophieren wir unter anderem über fehlende Funken in „The Michael J. Fox Show“ und „The Millers“, Doppelgänger und überflüssige Soapelemente. Und wir finden natürlich auch einen Weg, erneut über „The Good Wife“ zu sprechen. ‚Cause we can.

Dieses Mal haben wir keine Kosten und Mühen gescheut und haben parallel zum Google+-Hangout das Audio unabhängig mitgeschnitten. Ohne blöde Artefakte wegen schlechter Bandbreite zum Google-Server. So gut klangen wir noch nie. Hört uns entweder am Ende des Beitrags, in eurem Lieblings-Podcast-Player mit dem Podcast-Feed oder direkt als Mp3.

Nach dem Video, wie gewohnt, die Details zu 1×06.

This week on Newshows Check-up:

Wir freuen uns über euer Feedback. Und gerne auch Hassmails an Alice/O2 in Hamburg, die leider derzeit meine2 Wohnung so unfassbar schlechtes Internet zu liefern scheinen, dass ihr mich vermutlich gar nicht verstanden habt. Sorry vielmals dafür!


  1. Oder so ähnlich. 

  2. Also Caros. 

The Michael J. Fox Show

The Michael J. Fox ShowVor fünf Jahren wurde Mike mit Parkinson diagnostiziert. Er beendete seinen Job als Nachrichtensprecher, mit der Krankheit war Nachrichtensprechen nicht wirklich möglich. Positiver Nebeneffekt: Er hatte wieder mehr Zeit für seine Familie.
Jetzt, fünf Jahre später, geht Mike zurück zum Fernsehen. Und seine Familie ist froh, ihn endlich aus den vier Wänden zu haben. Aber die Rückkehr zur alten Arbeitsstelle ist alles andere einfach als Parkinson-Kranker.

Die Hauptrolle in »The Michael J. Fox Show« spielt Arnold Schwarzenegger Michael J. Fox. Surprise! Die Show ist auch in gewisser weise autobiografisch: Fox wurde 1991 die Parkinson-Krankheit diagnostiziert und beendete die Schauspielerei 1999 deswegen. In den Folgejahren kehrte er für Gastrollen in TV-Serien zurück (unter Anderem in »The Good Wife« und »Boston Legal«), bevor er jetzt, 2013, seine eigene Nachrichten-Show bekam.

Aus »The Good Wife« kennen wir bereits, wie es aussieht, wenn Michael J. Fox Parkinson-krank einen Parkinson- neurologisch Kranken spielt — die Serie ist seit 1998 schließlich Pflichtprogramm für alle Newshows-Leser nach §8.1 GuSho. Fox versteckt sich nicht hinter seiner Krankheit (was auch physisch gar nicht geht), sondern benutzt sie offensiv für die Geschichte. Das ist gut! Auch in »The Michael J. Fox Show« witzelt Fox mit den Parkinson-Syndromen rum; sei es aktiv von ihm als Mike erwähnt oder als Mitwirkender bei der Geschichte.
Für uns Zuschauer ist das etwas awkward und befremdlich anzuschauen und bringt uns aus unserer Heileweltkomfortzone. Das ist gut! Wir werden ein bisschen gefordert, sogar moralisch etwas erzogen, und bekommen einen Einblick in das sonst eher vor uns verschlossenes Leben mit Parkinson.

Von einem gesellschaftlichen Standpunkt her ist »The Michael J. Fox Show« wichtig und ganz hervorragend.

Über diese Parkinson-begründeten Eigenschaften hinaus ist die Show etwas… eigenartig.
Der Doku-Stil ist etwas gewöhnungsbedürftig. Die Charaktere sind zu überspitzt. Die Witze sind manchmal etwas platt. Die rumhängende Schwester ist arg Klischee. Und manchmal weiß ich nicht, ob ich über lustige Parkinson-Szenen tatsächlich lachen darf1.
Außerdem ist der Titel der Serie der Name eines Darstellers mit einem »Show«-Appendix. Eigentlich wäre das ein prinzipieller Tabu-Grund2.

»The Michael J. Fox Show« ist, untergründig, eigentlich eine ok-e Serie, die wegen der Parkinson-Thematik zu einer guten wird. Die Parkinson-Momente sind befremdlich, aber fordernd und deswegen gut.
Schauen.

→ »The Michael J. Fox Show« in der Wikipedia und bei TVRage
Trailer
→ Metacritic-Score: 64, Tomatometer: 71%
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  1. Ja, ich darf! Verdammtes Über-Ich! 

  2. Empirisch ermittelt. 

CyberChimps