The Affair

Showtime's "The Affair" 2014
Noah Solloway (Dominic West, „The Wire“) lebt nicht nur scheinbar ein sehr glückliches Leben mit Ehefrau Helen (Maura Tierney) und vier Kindern. Doch als er im Sommerurlaub in den Hamptons Alison (Ruth Wilson) begegnet, bahnt sich eine Affäre an, die nicht nur der neuen Showtime-Serie ihren Namen gibt, sondern offenbar auch tödliche Konsequenzen hat. So erfährt der Zuschauer jedenfalls im Laufe der Pilotepisode, dass Noah und Alison gerade von der Polizei verhört werden und es einen Todesfall gegeben zu haben scheint.

Ganz Beziehungsdrama ist „The Affair“ also doch nicht, was vielleicht nicht schlecht ist – die Verhöre verleihen der Geschichte etwas Folgenschweres und Spannendes. Unabhängig davon gelingt den Produzenten Sarah Treem und Hagai Levi ein feines Stück zwischenmenschlicher Beobachtung mit einem Twist: Die Geschichte wird in jeder Folge aus zwei Perspektiven erzählt, erst aus Noahs, dann aus Alisons.

„The Affair“ lehrt uns, wie unterschiedlich Wahrnehmungen sein können und wie nachvollziehbar für jeden einzelnen seine Handlungen auf Basis dessen, was er für die Wahrheit hält. In Noahs Geschichte ist Alison diejenige, die mit ihm flirtet und die Liaison anbahnt; Alisons Wahrnehmung ist eine andere und beschreibt einen forschen Draufgängertypen, der ihr Affancen macht. Die Wahrheit – ihr könnt’s euch schon denken – liegt wie so oft irgendwo in der Mitte.

Ich bin gespannt, ob wir noch eine neutralere Perspektive zu sehen bekommen. Wenn nicht, ist „The Affair“ nicht weniger reizvoll – und ein bisschen lehrreich für jeden. Die Botschaft, die ich aus der Serie ziehe: Denk öfter mal darüber nach, wie sich etwas für jemand anderen anfühlt, wie andere dein Handeln empfinden und wie unterschiedlich Selbstverständlichkeiten für jeden einzelnen sein können. Ihr seht: Eine Serie, die zumindest mich zum Nachdenken anregt. Ich bleibe erst mal dabei1.

→ „The Affair“ in der Wikipedia und bei TVRage
→ Tomatometer: 96%, Metacritic-Score: 85
Trailer


  1. …und dass Joshua Jackson („Fringe“) mitspielt, schadet definitiv auch nicht… 

CyberChimps