The Astronaut Wives Club

The Astronauts Wives ClubAmerika, Anfang der 60er. Die NASA wählt sieben Astronauten aus, die im Projekt Mercury die ersten Menschen im Weltraum sein sollen. Auch wenn die Sowjetunion sie dabei schlägt, die sieben Kandidaten stehen und werden in den unterschiedlichen Missionen einer nach dem anderen in den Weltraum geschossen. Der Job des NASA-Piloten hört allerdings nicht nach dem Verlassen der Raumkapsel auf – das Space Race ist ein Propaganda-gefülltes Prestige-Objekt, das volle Medienpräsenz aller Beteiligten fordert. Samt Frauen. Denn während die sieben Astronauten an Hotelpools auf ihren Einsatz warten, müssen die Frauen die Moral hoch halten und mit der frisch erworbenen Bekanntheit klarkommen.

»The Astronaut Wives Club« ist gleichzeitig schrecklich und irgendwie ok-ish.

Die Serie ist ok-ish, weil sie tolle Schauspielerinnen und nette 60er-Jahre-Kulisse vereint. Außerdem nimmt man ein wenig am pionierhaften Weltraumerforschen teil, von einem unüblichem Blickwinkel. Die Schwarz-Weiß-Fake-Original-Aufnahmen sind ebenfalls ein netter Touch.

Aber die Serie ist schrecklich, weil sie voller platter und langweiliger Geschichtsstränge ist, die manchmal nur marginal besser sind als die in einer Nachmittagssoap.
Ein weiterer Punkt auf meiner persönlichen »Contra«-Liste: Wieso zeigt mir ein Sender die Kaffeegespräche von Frauen über Religion, während zur gleichen Zeit vielleicht die größten technologischen Sprünge der Menschheit voran getrieben werden? Ich will eine Serie über Mercury, Gemini, Apollo; nicht über Untreue und Alkoholprobleme. Vermutlich bin ich, als Weltraumbegeisterter, einfach nicht die Zielgruppe – aber dass es auch anders geht zeigt z.B. »Manhattan«. Da ist das Nicht-Wissenschaft-Drama mit dem Wissenschaft-Drama besser ausgewogen. Wenn’s nach mir ginge hätten wir zuerst drei Serien, die das Weltraumprogramm beleuchten, bevor dann die durchaus komplizierten und spannenden Verflechtungen der Privatleben beleuchtet werden. Denn tatsächlich waren die Frauen der Astronauten ein wichtiger Teil des US-Space-Race. Aber ich hätte eben gerne zuerst das Race gesehen.

Für mich ist »The Astronaut Wives Club« eine mittelmäßige Serie, nicht besser oder schlechter als die nächste Soap, die ich aber trotzdem schaue, weil Astronauten.

→ »The Astronaut Wives Club« bei TVRage und in der Wikipedia
Trailer
→ Tomatometer: 55 % , Metacritic-Score: 60

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