The Blacklist

The BlacklistElizabeth hat ihren ersten Tag als FBI-Profilerin vor sich. Natürlich verschläft sie. Gehört sich ja so bei großen Tagen. Trotzdem schafft sie es noch fast pünktlich, das Haus zu verlassen. Dort allerdings steht eine Armada schwarzer SUVs und sogar ein Hubschrauber für sie bereit. Sie wird im FBI-Hauptquartier gebraucht. Dringend.
Denn dort hat sich ein paar Stunden zuvor einer der meistgesuchten Verbrecher Amerikas in der Lobby freiwillige den Behörden gestellt. Reddington war jahrelang Besorger und Möglichmacher Nummer Eins des kriminellen Untergrunds. Aber jetzt möchte er die Seite wechseln und dem FBI beim Ermitteln gegen Bösewichte helfen. Seine einzige Forderung: Alle Kommunikation findet zwischen ihm und Elizabeth statt. Sie sei besonders.
Als der Fall der Pilotepisode abgeschlossen ist (blutig, involviert einen Politiker und einen Rucksack) offenbart Reddington seinen Langzeitplan: Er habe eine Liste voller Großkriminelle (die Blacklist) und ist bereit, mit dem FBI zusammen gegen diese Listenplätze zu ermitteln. Genauer: Zusammen mit Elizabeth.

»The Blacklist« startete diese Woche stark auf NBC. 12,58 Millionen Zuschauer. Sogar etwas mehr als die Agenten von S.H.I.E.L.D.1
Und tatsächlich: Die Show gefällt.

Der Spin ist interessant: Ein ehemaliger wichtiger Krimineller, der mit dem FBI zusammen arbeitet. Das kennen wir von »White Collar«, allerdings geht’s bei »The Blacklist« nicht um Kunstraube und andere mordlose Betrügereien. Es geht direkt mit Entführung, Schießereien, Explosionen und Bomben in die Vollen. Außerdem ist im Vergleich zu Neal Caffrey der Hauptcharakter hier wesentlich dunkler angelegt. Sowieso: Die ganze Serie hat einen dunklen, teilweise zu dramatischen Unterton. Es geht eben nicht um das teure, verschwundene Gemälde, sondern direkt um das Überleben tausender Unschuldiger.
Darüber hinaus ist »The Blacklist« das typische wöchentliche Crime-Procedural. Die letzten Szenen der ersten Staffel offenbaren mögliche Episoden-übergreifende Elemente — mal sehen, wie die sich so eingliedern.

Der Hauptcharakter in »The Blacklist«, Raymond Reddington, ist mit Emmy-Gewinner James Spader top besetzt. Ein intelligenter, kalkulierender Krimineller auf dem Weg zur Läuterung. Oder so.
Etwas blass ist da im Vergleich die junge, aufstrebende FBI-Agentin. Megan Boone macht ihre Sache zwar prinzipiell gut, sieht mir aber etwas zu modelhaft kantenlos aus.

Sonst so? Alles solide.
Guter Auftakts-Fall-der-Woche, interessanter Crime-Drama-Spin mit der schwarzen Liste, gute bis ok-e Schauspieler.
Wird weiter geschaut.

→ »The Blacklist« in der Wikipedia und bei TVRage
Trailer
→ Metacritic-Score: 73, Tomatometer: 82%


  1. »The Blacklist« Trivia #431: Der Hauptdarsteller der Show spielt im nächsten »The Avengers«-Film den Bösewichten Ultron. 

CyberChimps