The Carrie Diaries

The Carrie DiariesVergessen wir mal für einen Moment, dass »The Carrie Diaries« die Geschichte von Carrie Bradshaw erzählt. Der Carrie Bradshaw, die – unabhängig davon, wie man die Serie selbst fand – mit »Sex and the City« ein Stück Fernsehgeschichte geschrieben hat. Denn die neue, ausgerechnet bei The CW ausgestrahlte Teenie-Serie über die Jugend der späteren Erfolgsautorin Bradshaw mit dem HBO-Klassiker zu verknüpfen, kann ihr aus so vielen Gründen nur schaden. (Was ein Unsinn dabei herauskommen kann, wenn man das versucht, weil man obendrein nicht unterscheidet zwischen Buchvorlage und daraus entstandener Serie, zeigt zum Beispiel diese Rezension.)

Deswegen lassen wir die Vergleiche, beschweren uns nicht über Logikfehler im Vergleich zwischen »SatC« und dem Prequel (allen voran Carries familiäre Ursprünge), sondern betrachten »The Carrie Diaries« als das, was es ist: eine CW-Serie über Teenager in den Achtzigern. Basierend auf einem Buch, wie man das bei The CW halt so macht.

Die Serie erzählt von Carrie Bradshaw, 16 Jahre, die gerade ihre Mutter verloren hat und zum Start in ein neues Schuljahr neben dem Pauken einen Tag die Woche zum Praktikum nach Manhattan fahren darf. Während sich ihre Freundinnen (und Freunde) daheim in bester Teenie-Manier in Jungs verlieben und ihre Unschuld verlieren, findet Carrie eine andere Liebe: Manhattan. Dort trifft sie außerdem einen neuen Freundeskreis, der ihre wahre Identität nicht kennt; es beginnt – so klingt es jedenfalls am Ende der ersten Episode – ein kleines Doppelleben zwischen High-School-Drama und Big-City-Glitzer, säuberlich notiert in brandneuen Tagebüchern.

Wenn man »The Carrie Diaries« unbedingt mit was anderem vergleichen möchte, kommt dabei wegen der Geheimidentität seiner Protagonistin wohl am ehesten »Jane by Design« in Frage. Dann wiederum habe ich der ABC-Family-Serie seinerzeit keinen zweiten Blick gewidmet, also was soll’s.

»The Carrie Diaries« jedenfalls ist eine solide Teenie-Serie für eben diese Zielgruppe mit okayen Darstellern – was leider bislang auch für AnnaSophia Robb gilt, die noch in »Soulsurfer« so mitreißend war. Musik, Kostüme und Achtziger-Jahre-Sprache waren amüsant, doch storytechnisch gab zumindest die Pilotepisode jetzt keine großen Überraschungen preis. Zumindest hat die Serie aber das Zeug, als heimliches Guilty Pleasure die fast unsehbar gewordenen »Pretty Little Liars« oder (das inzwischen obendrein beendete) »Gossip Girl« zu ersetzen. Wem das genügt, dem seien Carries hanetagebüchenen* Monologe empfohlen. Wer mehr erwartet, greift entweder zur »Sex and the City«-Box – oder schaut lieber »The Vampire Diaries«. Teenies auf CW. Aber mit Biss. Kostüme gibt’s dort auch. Und Tagebücher.

→ »The Carrie Diaries« bei TV Rage und Wikipedia
Trailer
→ Metacritic-Score: 57

* See what I did there? ;)

CyberChimps