The Finder

The FinderWalter Sherman findet alles. Und wenn nicht, dann stirbt er dabei. Schon fast obsessiv muss er die ihm angetragenen Lokalisierungswünsche lösen – wegen des Gehirnschadens, den er aus seiner Militärzeit mitgebracht hat. Unterstützt wird er beim Finden von einem kräftigen Schlägertypen, einer Kleinkriminellen und einer US-Marshall-Dame.
In der ersten Folge tritt ein junger Soldaten an ihn heran, der nicht glauben kann, dass sein Vater (ebenfalls beim Militär) einfach so verschollen sei. Spitzfindiges Kombinieren und ausführliches Suchen inmitten von Gangstern und Drogenbossen findet den verlorenen Vater schließlich tatsächlich – aber war er auch beim Drogenschmuggel beteiligt?

»The Finder« wurde als Backdoor Pilot in der Serie »Bones« eingeführt. Backdoor Pilot heißt in dem Fall: Es gab eine Folge »Bones«, die den Finder zwecks Hilfe aufsuchte. Die Charaktere scheinen gut genug angekommen zu sein, so dass der Einzelfolge eine Bestellung für 13 Episoden einer ersten Staffel folgte. Ich gucke kein »Bones« und habe auch den Backdoor-Piloten nicht gesehen, aber beim »The Finder«-Serienauftakt werden die Figuren nochmal kurz eingeführt, wenn auch etwas schnell und verdichtet.

Ich dachte, »The Finder« könnte die Light-Version eines Serien-gewordenen Indiana Jones werden. Abenteuerliche Suchen nach verlorenen Gegenständen und Personen. Auf der Lore durch die Höhle flüchtend vor der riesigen Steinkugel. Juhu!
Völlig falsch gedacht. »The Finder« ist das ganz und gar nicht. Statt den Akzent auf Abenteuer zu legen, versuchte man sich auf die Charaktere zu konzentrieren und sie besonders »edgy« zu zeichnen. Extrovertiert, eigenwillig, querulent – sogar mit ernsthafter Krankheit! Aber das geht ganz schön in die Hose.
Ein schlechter House, der versucht Fälle in Mentalist-Manier zu lösen. Aber weder mit gut entwickelten Rollen, noch mit (so sieht es zumindest aus) hinreichend guten Schauspielern.
Nicht nur die Charaktere sehen unfertig aus, die ganze Geschichte ist krude, sprunghaft und fühlt sich nicht ganz an.

»The Finder« hat Potenzial (Indy!). Die Produktion sollte sich allerdings nicht nur darauf konzentriert, Bilder in sonniges Florida-orange zu tünchen, sondern lieber noch etwas an den Charakteren und Geschichten feilen. Sonst bleibt die Show arg mittelmäßig.

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