The Following

The FollowingDr. Joe Carroll war Professor für englische Literatur. Sein großes Vorbild: Edgar Allen Poe. Er war Professor, denn im Moment sitzt er in der Todeszelle kurz vor seiner Hinrichtung. Neben seiner professionellen Tätigkeit hatte er auch ein Hobby: Frauen töten. Er ist ein Serienkiller. Allein die manische, aber geniale, akribische Detektivarbeit von FBI-Agent Ryan Hardy brachte ihn 2003 zur Strecke.
Aber jetzt ist Carroll aus dem Gefängnis verschwunden. Mit großem Abtritt. Und, natürlich, wird Ryan Hardy aus seiner alkoholgetränkten Berufsunfähigkeit zurückgeholt, um das FBI beim Fall zu unterstützen. Hardy ist mittlerweile für seine Taten zu einer kleinen Legende geworden.
Was allen Beteiligten nur langsam klar wird: Carroll ist nicht des FBIs größtes Problem. Zumindest nicht Carroll selbst. Denn der hat die frohe Botschaft des Serienmordens aus seiner Zelle herausgetragen (Internet, olé!). Herausgetragen, an eine Gefolgschaft Mörder-Novizen, die für ihn die Abstecherei übernehmen. Carroll ist wieder Professor, Prof. für Serienmord — und seine Schüler lernen blind.

Kevin Bacon kommt mit »The Following« aus dem Kino ins TV. Und hat sich dafür eine hervorragende Show ausgesucht.
Er selbst macht, klar, seine Sache solide — aber auch der Restcast ist ansehnlich (mal besser, mal schlechter). Die Stärke von »The Following« ist aber Story. Ein tragischer FBI-Agent, ein intelligenter, aber verrückter Serienmörder, deren Katz-und-Maus-ige Beziehung mit langer Geschichte — und natürlich die kaltblütige Gefolgschaft.
Die Show ist relativ gewagt für’s Free TV (FOX): Hohes Tempo, spannende Szenen, mitunter blutig. Die Bezeichnung »Thriller« hat sie wirklich verdient.

So interessant und neu die Geschichte um den Serienmörderkult auch ist, man muss ein paar Augen zudrücken. Ein Serienmörder, in der Todeszelle, der 200 Besucher empfangen darf und Internetzugang hat. Menschen, die andere jahrelang beschatten. Vollzeitalkoholiger mit Herzproblemen und -schrittmacher.
In vielen Details steckt ein najaaaa… Aber wenn man das erstmal runtergeschluckt hat (und vorausgesetzt, man kann!), erwartet einen eine spannende, gut gemachte Geschichte. Damit steht und fällt alles.

»The Following« ist weit hergeholt, aber neu, spannend, gut gemacht und gespielt. Außerdem das nächste, was wir an »24« so in den letzten Jahren hatten. Mir gefällt’s hervorragend.

→ »The Following« bei TVRage und in der Wikipedia
Trailer
→ Metacritic-Score: 62

(Schaut euch mal den YouTube-Channel zur Show an. Übrigens, fun fact, when you calculate the degrees of Bacon with Kevin Bacon you can actually break the internet!)

CyberChimps