The Mindy Project

Nicht noch eine Arztserie! Nicht noch eine Serie mit einer neurotischen Hauptfigur! Nicht noch ein Will-They-Won’t-They-Szenario! Nicht noch eine Serie über eine Frau, deren einziger Sinn im Leben es zu sein scheint, einen Ehemann an sich zu binden.

Kann man alles denken während der Premiere von „The Mindy Project“, und zumindest mir ging es in den Minuten seit dem Schauen zigfach durch den Kopf. Doch die neue Fox-Comedy, von, durch, mit und überhaupt Mindy Kaling („The Office“) überzeugt trotz dieser Schwachstellen zumindest in der Pilotepisode sehr. Mindy (Gott, wie ich Fiktion hasse, deren Charaktere nach den Darstellern benannt sind…), 31, Gynäkologin, ist so eine Art Bridget Jones mit Migrationshintergrund, die zu glauben scheint, in ihrem hohen Alter müsse sie nun aber endlich – siehe oben – das Eheglück finden, wenn sie nicht als Versagerin ins Ahnenbuch eingehen will. Und wie es der Zufall die Serienlogik so will, scheint sie gleich zwei geschniegelte Ärzte (Ed Weeks und Chris Messina) zu haben, die sich auf unterschiedliche Weise für sie interessieren.

Klingt platt? Vielleicht. Mindys Neurose ist, dass sie in jeder Situation die Romantic Comedy sucht. Das ist ein paar Minuten lang witzig (genauer: für die Dauer einer RomCom), aber ob ich mir wöchentlich anschauen möchte, wie sie Harry, Sally, Tom Hanks und Katherine Heigl anschmachtet? Ich weiß ja nicht… Mit etwas mehr, gerne auch subtiler Kritik an den Hollywood-Fantasien, denen die Hauptfigur da nacheifert, könnte mir „The Mindy Project“ gefallen.

Außerdem fühlte sich zumindest der Pilot cinematisch wie eine RomCom an, sehr hochwertig, so gar nicht wie eine Comedy-Serie, was mir gefällt. Das laute Lachen blieb zwar aus, aber ich habe an der ein oder anderen Stelle länger gekichert.

…und mich übrigens gefragt, ob Mindy Kaling wohl mal „Doctor’s Diary“ geschaut hat. Noch jemand?

→  Trailer
→  „The Mindy Project“ auf TVRage

CyberChimps